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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ein Stiefkind der DIN-Normen: Das Bauen für Hörgeschädigte


Autor/in:

Petac, Stefanie


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Barrierefrei, 2005, 5. Jahrgang (Heft 3), Seite 26-27, Fellbach: AT-Fachverlag, ISSN: 1616-4512


Jahr:

2005



Abstract:


Über alltägliche Probleme von Menschen mit Hörbehinderung und wie diesen durch bauliche Maßnahmen eine größere Sicherheit geboten wird, spricht Dr. Hannes Seidler in diesem Interview. Dr. Hannes Seidler studierte Elektrotechnik an der TU Dresden, wo er später als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Akustik und Sprachkommunikation arbeitete. Sein eigenes Ingenieurbüro leitet er seit 2003 und ist des Weiteren Mitglied in Arbeitskreisen für 'Barrierefreies Planen und Bauen'.

Durch die Einschränkung der Hörgeschädigten in mündlicher Kommunikation kann es beim Absetzen von Notrufen oder dem Verwenden von Türsprechanlagen zu Problemen kommen. Auch fehle es bei Notfall-Alarmierungen oft an optischen Signalen, so Seidler. Schwierigkeiten bei Gesprächen entstehen durch Geräusche wie Lüftungsanlagen, nachhallende Räume und offene Fenster, gedimmtes Licht erschwert das Ablesen vom Mund des Gesprächspartners.

Bei der Frage, welche baulichen Maßnahmen eingehalten werden sollten, weist Seidler besonders auf das Zwei-Sinne-Prinzip hin. Informationen sollen demnach mit zwei voneinender unabhängigen Sinnen wahrnehmbar sein. So machen Notfallfahrzeuge durch Sirene und Rundumleuchte auf sich aufmerksam, Handys verfügen über Signaltöne und Vibrationsalarm.

Durch Gesprächen mit Betroffenen ist Seidler zu der Erkenntnis gekommen, dass besonders die akustischen Raumbedingungen verbessert werden müssen, um die Kommunikation zu erleichtern. Schon der Verzicht auf geöffnete Fenster vermindert die Geräuschkulisse. Wichtig sei auch eine entsprechende Planung durch Architekten, um Störlärm zu vermeiden. Es sollten Lüftungsanlagen mit leisen Lüftern verwendet werden, ebenso eine gute Bauschalldämmung, um Verkehrslärm gering zu halten. Erschütterungen werden ebenfalls als Störlärm wahrgenommen, können jedoch durch Schallisolierung vermieden werden. Weiche Teppiche mindern Geräusche wie das Rücken von Stühlen und den Nachhall.

In großen Räumen wie Kantinen und Bahnhofshallen sollte, wenn es nicht möglich ist, schall-lenkende Flächen zu installieren, eine gerichtete Beschallung erfolgen. In Seminarräumen, Kinos und Konzertsälen kommen oft Höranlagen zum Einsatz, um die Wahrnehmung von Sprache und Musik zu verbessern.

Auf die Frage nach einem Gebäude, welches auf die Bedürfnisse von Hörgeschädigten ausgerichtet ist, antwortet Seidel, dass bei verschiedenen Gebäuden zwar schon Maßnahmen umgesetzt wurden, aber 'so richtig rund' sei das Ganze noch nicht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


barrierefrei
Homepage: http://www.at-fachverlag.de/index.php?id=home

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0154/0053


Informationsstand: 13.10.2005

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