Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach Trauma - ist der Zeitpunkt der Rehabilitation entscheidend?

Eine prospektive, randomisierte Multicenterstudie



Autor/in:

Einsiedel, Thomas; Sorg, T.; Hartwig, E. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 2008, 18. Jahrgang (Heft 4), Seite 189-197, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0940-6689


Jahr:

2008



Abstract:


Fragestellung:

Das Ziel dieser Studie war es, die Bewertung von Rehabilitation nach Unfallverletzungen vorzunehmen und die in der verfügbaren Literatur bis dato nicht geklärte Frage zu untersuchen, ob der Zeitpunkt der Rehabilitation nach Unfallverletzungen einen Einfluss auf das Ergebnis hat.

Als Indikatordiagnosen wurden Wirbelfrakturen, Ober- und Unterschenkelfrakturen ohne Gelenkbeteiligung und Calcaneusfrakturen angesetzt, da sie häufig zu langer Arbeitsunfähigkeit und vorzeitiger Berentung führen.

Material und Methode:

Die Studie wurde als prospektiv-randomisierte Multizenterstudie vom 1.1.2004 bis 1.1.2006 an zwei Kliniken der unfallchirurgischen Maximalversorgung und drei Rehakliniken durchgeführt. In den Behandlungsablauf der Akutversorgung (usual care) wurde nicht eingegriffen.

Die Patienten wurden während des stationären Aufenthaltes in der Akutklinik randomisiert und die Rehabilitation wurde je nach Gruppe entweder unmittelbar im Anschluss an den Aufenthalt in der Primärklinik (früh) oder nach etwa sechs Wochen durchgeführt (spät). Zielgröße war die Frage, ob der Patient sechs Monate nach dem Trauma (180 Tage) wieder arbeitsfähig war.

Als weitere Zielgröße wurden der Gesundheitszustand der Probanden mit dem SF-36 (Short Form 36) in deutscher Übersetzung erhoben, ferner wurden für die größte Patientengruppe (Wirbelsäulenverletzungen) der VAS-Wirbelsäulenscore der DGU eingesetzt.

Ergebnisse:

55 Patienten konnten in die Studie eingeschlossen werden, 35 in der frühen, 20 in der späten Gruppe. In beiden Gruppen waren die Wirbelsäulenverletzungen am häufigsten. Während in der frühen Gruppe nur ein Viertel (23 Prozent) der Patienten im Beobachtungszeitraum (180 Tage) wieder arbeitsfähig wurden (Hauptzielgröße), waren es in der späten Gruppe hingegen drei Viertel (72 Prozent), der Unterschied war hochsignifikant (Chi-Quadrat, p kleiner als 0,0012). Bei den Nebenzielgrößen (SF-36, VAS-Wirbelsäulenscore) waren zwischen den Gruppen keine relevanten Unterschiede festzustellen.

Schlussfolgerung:

Beginnt die Rehabilitation nach Traumata nicht sofort, sondern erst sechs Wochen nach Abschluss der Akutversorgung, erlangen deutlich mehr Patienten (vor allem mit Verletzungen der Wirbelsäule) die Arbeitsfähigkeit innerhalb von sechs Monaten zurück.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Return to Work after Traumatic Injury: Is the Time Point of Rehabilitation Decisive?

A Prospective, Randomized Multi-Center Trial

Abstract:


Purpose:

The aim of this study was to investigate outcome of trauma rehabilitation and whether the time of starting rehabilitation after trauma has an influence on outcome. As indicator-injuries we choose fractures of thoracic and lumbar spine, fractures of lower extremity without joint involvement and calcanear fractures, injuries that are known as major causes for long-term absence from work, disability and premature retirement.

Materials and Methods:

In a prospective randomized multicenter study starting January 2004 up to January 2006 without changing the initial surgical treatment patients were treated in two level-one trauma centers and three rehabilitation units. Following randomisation rehabilitation took place either at once following acute trauma care (early group) or about six weeks after discharge from trauma center (late group). The primary outcome criterion was return to work within 180 days after trauma. Additional criteria were the generic questionnaire SF-36 and the VAS-Wirbelsäulenscore of the Deutsche Gesellsschaft für Unfallchirurgie (VAS spinal core of the German Trauma Society).

Results:

55 patients were recruited to the study, 35 in the early, 20 in late group. In both groups spinal injury was leading. In the early group only 23 percent were able to return to work within 180 days, whereas in the late group 72 percent of the patients could restart their work. There difference was statistically significant (Chi-Square, p smaller than 0,0012). There were no relevant differences in SF-36 and VAS-Scores.

Conclusion:

Significantly more patients are able to return to work within 180 days when rehabilitation starts six weeks after primary care, compared to immediate rehabilitation.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin
Homepage: https://www.thieme.de/de/physikalische-rehabilitations-kuror...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0152/6797


Informationsstand: 15.10.2008

in Literatur blättern