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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Einfluss von Arbeitsplatzanforderungsprofil und Assessmentinstrumenten in der Rehabilitation von Unfallverletzen


Autor/in:

Lohsträter, A.; Müller, W. D.; Germann, S. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 2007, 17. Jahrgang (Heft 4), Stuttgart: Thieme, ISSN: 0940-6689


Jahr:

2007



Abstract:


Abstract eines Vortrags auf dem 112. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation:

Frage:

Haben der Einsatz von Arbeitsplatzanforderungsprofil und Assessmentinstrumenten in der Rehabilitation von Unfallverletzen Einfluss auf das Rehabilitationsergebnis?

Methode:

In der gesetzlichen Unfallversicherung ist die Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung (BGSW) zentraler Bestandteil komplexer Rehabilitationsverfahren. Zur Optimierung dieses Verfahrens wird zu Beginn der BGSW ein vom Kostenträger erhobenes Arbeitsplatzanforderungsprofil zur Verfügung gestellt. Neben diesem werden spätestens innerhalb von 3 Tagen nach Beginn Assessmentinstrumente eingesetzt, die binnen 24 Stunden ausgewertet werden. Diese Instrumente werden zu mindestens 2 weiteren Zeitpunkten noch mal erhoben (3 Wochen nach Beginn der BGSW und zum 6-Monats-Follow-up). Regelhaft vor Ende der BGSW findet eine Fallkonferenz statt, in der das Ergebnis der Maßnahme analysiert wird. Zur Überprüfung des Verfahrens finden jährliche Reviews statt.

Ergebnis:

Die Erhebung des Arbeitsplatzanforderungsprofils zeigte bei scheinbar vergleichbaren Berufen unterschiedliche arbeitsplatzspezifische Belastungen des Einzelnen. Dabei waren Vorteile bei der Erhebung über den Arbeitgeber zu beobachten. Das Instrument zur Erfassung der Allgemeinen Gesundheit SF-36 hat sich in Kombination mit den regionspezifischen Instrumenten als sehr guter Indikator zur Verfahrenssteuerung erwiesen: Es war nachweisbar, dass nur in jenen Fällen, in denen der SF-36 im Verlauf der BGSW signifikante Veränderungen seiner Subskalen aufwies, auch im Follow up nach 6 Monaten eine weitere Verbesserung der Messparameter im Sinne eines selbsttragenden Aufschwungs zustande kam. Erreichten die Patienten während der BGSW keine signifikanten Verbesserungen im SF-36, wurden die Ergebnisse im Follow up nach sechs Monaten wieder schlechter. Diese Erkenntnisse können im Verfahren dahingehend genutzt werden, dass der SF-36 am Ende der dritten Behandlungswoche neben den klinischen und funktionellen Befunden als maßgebliches Entscheidungskriterium für das weitere Vorgehen (planmäßiges Ende, Abbruch, Verlängerung) herangezogen wird. Bereits die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass sich aus den Messergebnissen wertvolle Hinweise zur Änderung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität herleiten lassen, die eine prozessorientierte Qualitätssicherung ermöglichen.

Diskussion:

Der zielführende Einsatz und die optimale inhaltliche Ausgestaltung der BGSW ist von besonderer Bedeutung. Der Gebrauch von Profilvergleichssystemen zur validen Erfassung der berufsspezifischen Belastungen ermöglicht eine spezifischere Steuerung einzelner komplextherapeutischer Maßnahmen im Verlauf der BGSW. Die ausgewählten Instrumente zur Beurteilung des Verlaufs von allgemeiner Gesundheit (SF-36), spezifischer Gesundheit (DASH, WOMAC, FFbH) sowie Lebensqualität (EQ-5D) erfassen valide, reliabel und objektiv das Reha-Ergebnis. Die prompte Testauswertung ermöglicht die Nutzung der Assessmentverfahren zur laufenden Ergebniskontrolle zu unterschiedlichen Zeitpunkten (zum Beispiel über das weitere Vorgehen in der BGSW). Die Quantifizierung von Reha-Ergebnissen mittels der genannten Assessmentverfahren macht es möglich, diese Ergebnisse zu den aufgewendeten ökonomischen Mitteln ins Verhältnis zu setzen. Der regelmäßige Einsatz derartiger Assessmentinstrumente ermöglicht eine seriöse Effizienzanalyse. Diese Effizienzanalyse wird die Qualität der Rehabilitation messbar ausdrücken. Sowohl die Patientenzufriedenheit als auch die ökonomischen Daten werden die Wertigkeit der Komplextherapien im Rahmen des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens selbst adäquat herausstellen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin
Homepage: https://www.thieme.de/de/physikalische-rehabilitations-kuror...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0152/0034


Informationsstand: 23.10.2007

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