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Bibliographische Angaben zur Publikation

Effekte der Berufsgenossenschaftlichen Stationären Weiterbehandlung (BGSW) nach schweren Verletzung der unteren Extremitäten


Autor/in:

Bak, Pawel; Müller, W. D.; Lohsträter, A. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 2007, 17. Jahrgang (Heft 4), Stuttgart: Thieme, ISSN: 0940-6689


Jahr:

2007



Abstract:


Abstract eines Vortrags auf dem 112. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation:

Frage:

Die gesetzliche Unfallversicherung realisiert in hohem Maße die Idee der Rehabilitation zur Teilhabe. Gemäß dem gesetzlichen Auftrag soll diese mit allen geeigneten Mitteln nicht nur die Wiederherstellung der Strukturen und Grundfunktionen aktiv begleiten, sondern auch das Wiederherstellen des Aktivitätsniveaus, der Lebensqualität und der Teilhabe am beruflichen Leben managen. Durch diese Gemeinsamkeiten hinsichtlich des anzustrebenden Erfolges wird die Zielkonformität zwischen der primär kurativ tätigen Akutmedizin und der Rehabilitation hergestellt. Es stellt sich die Frage, ob diese Konzeption in der Praxis die gewünschten Effekte bringen kann. Die bisherige Datenlage zu den Effekten der stationären Rehabilitation nach schweren Verletzungen der unteren Extremitäten ist prekär.

Methode:

317 konsekutive Patienten aus zwei Bundesländern im Durchschnittsalter von 43,8J., knapp 80 Prozent von denen männlichen Geschlechts, wurden nach der Akutversorgung von schweren Verletzungen der unteren Extremitäten zur Berufsgenossenschaftlichen Stationären Weiterbehandlung (BGSW) in eine zugelassene Reha-Klinik eingewiesen. Es handelte sich dabei um eine multidisziplinäre stationäre Rehabilitationsmaßnahme mit einem durchschnittlichem Verweildauer von 31,9 Tagen. SF-36, WOMAC und EQ-5D wurden als selbstadministrierte Instrumente am Anfang und am Ende der Maßnahme abgefragt. 6 Monate nach Entlassung aus der BGSW wurden die Patienten mit dem gleichen Instrumenten postalisch nachbefragt. Die Responderquote betrug 81,2 Prozent.

Ergebnis:

Im SF-36 zeigten sich zwischen Aufnahme und Entlassung mittlere Effektstärken zwischen 0.77 für körperliche Funktion (PF) und 0.42 für die soziale Funktion (SF). Die Effektstärken für die Komponentenscores betrugen für die PCS 0.82 und für die MCS 0.50. Kummulativ nach 6 Monaten waren die Effekte für die körperlichen Skalen groß, zwischen 1.16 für körperliches Rollenverhalten (RP), 1.11 für PF und 0.82 für die Schmerzskala (BP). In den mental betonten Skalen zeigten sich lediglich mittlere Effekte. Dies spiegelte sich in den Summenscores wider mit kummulativen Effekten von 1.25 für die PCS und 0.49 für die MCS. Für den WOMAC zeigten sich in allen drei Subskalen große Effekte sowohl bis zur Entlassung (SES= 1.30-1.51) als auch kummulativ nach 6 Monaten (SES=1.27-1.55). Im EQ-5D zeigten sich die Effekte größer als erwartet mit Werten bei Entlassung von 0.76 für den TTO-Index und 0.85 für die VAS. Nach 6 Monaten betrugen die Effektstärken entsprechend 0.81 und 0.84.

Diskussion:

Die BGSW zeigt bereits zwischen Aufnahme und Entlassung beachtliche Effekte vor allem in den körperlich betonten Skalen. Die Verbesserungen des allgemeinen und spezifischen Gesundheitszustandes sind größtenteils nachhaltig, wobei die Effekte zwischen der Entlassung aus der BGSW und der Nachbefragung gering ausfallen. Dies wäre der Angriffspunkt für weitere Optimierung. Die Studie wurde inzwischen auf 20 Rehakliniken bundesweit erweitert. Dabei werden auch die ökonomischen Effekte untersucht. Im Vergleich zu den publizierten Daten zu den Effekten der stationären Rehabilitation in der GRV zeigen sich erwartungsgemäß größere Effekte. Die Frage, inwieweit diese Differenzen auf die von Grund auf unterschiedlichen Patientenkollektive oder doch auf die unterschiedlichen Modelle beider Versicherungssysteme zurückzuführen sind bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin
Homepage: https://www.thieme.de/de/physikalische-rehabilitations-kuror...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0152/0032


Informationsstand: 23.10.2007

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