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Bibliographische Angaben zur Publikation

Begutachtungsproblem Adipositas - aus anwaltlicher Sicht am Beispiel der bariatrischen Chirurgie


Autor/in:

Werner, Tim C.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2015, 111. Jahrgang (Heft 5), Seite 220-223, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

2015



Abstract:


Die deutsche Bevölkerung ist mit adipositaschirurgischen Verfahren unterversorgt. Dieser Umstand hat seinen Grund in der restriktiven, nicht selten rechtswidrigen Genehmigungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen. Die Folge ist eine Flut von Widersprüchen und Klagen. In der Regel wird pro Verfahrensschritt (Antrag, Widerspruch und Klage) mindestens ein Gutachten Teil der rechtlichen Auseinandersetzung, sei es ein durch die Krankenkasse eingeholtes Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK), sei es ein vom Patienten oder der Patientin eingeholtes Gutachten eines zertifizierten Adipositaszentrums.

Im weiteren Verlauf hat das Gericht die Möglichkeit, im Rahmen der Amtsermittlung, also auf Kosten der Staatskasse, ein unabhängiges Sachverständigengutachten einzuholen (§§ 103, 106 SGG). Maßstäbe der Begutachtung sind die Leitlinien der Fachgesellschaften, so z. B. die beiden S3-Leitlinien 'Chirurgie der Adipositas' und 'Prävention und Therapie der Adipositas', die Begutachtungsleitfäden des MDS e.V., so z. B. der Leitfaden 'Bariatrische Chirurgie (Adipositaschirurgie) bei Erwachsenen') sowie die verfügbare wissenschaftliche Literatur zum Thema (insbesondere auch aus den USA).

Entscheidungen der Sozialgerichte, der Landessozialgerichte und des Bundessozialgerichts entfalten für den Gutachter keine Bindungswirkung. Die überwiegende Anzahl eingelegter Widersprüche hat Erfolg. Gleiches gilt für erhobene Klagen: Die Rechtsprechung der Sozialgerichte und der Landessozialgerichte ist seit 2008 zunehmend patientenfreundlich (Ausnahme: Bayern). Hinzu kommt: Das Patientenrechtegesetz vom 20. Februar 2013 bringt vielen adipösen Patienten und Patientinnen eine erhebliche Erleichterung in Form der Genehmigungsfiktion des § 13 Absatz 3a Satz 6 SGB V.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0151/0164x03


Informationsstand: 10.09.2015

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