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Bibliographische Angaben zur Publikation

Workshops für Unterstützte Arbeitnehmer


Autor/in:

Leßwing, Patricia; Walczak, Florian; Thielicke, Angelika


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

impulse, 2007, Nummer 41/42 (Ausgabe 1/2), Seite 10-11, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2007



Link(s):


Ganzen Text lesen (in: Impulse 01/02.2007) (PDF | 1,6 MB)


Abstract:


Im folgenden werden drei Workshops für Unterstützte Arbeitnehmer beschrieben, die sich sehr konkret und praktisch Fragen des Arbeitsalltags und der Lebenswirklichkeit der unterstützten Arbeitnehmer zum Thema machen.

Mein Leben in der Arbeitswelt (Florian Walczak)
In diesem Workshop sollte sich aus einer ganz speziellen Blickrichtung dem Thema Arbeit genähert werden, nämlich der Rückschau auf den bisherigen Lebensweg bis hin zur Arbeit an der jetzigen Arbeitsstelle.Durch ein praktische Übung wurde zunächst ein Zugang zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensweg geschaffen, bei der immer drei Personen ein Team bildeten. Dieses bestand aus einem Hauptakteur und zwei Unterstützern.

Jeder Hauptakteur bekam einen Faden, der den eigenen Lebensweg symbolisierte. Ein Fadenende stellte die aktuelle Lebenssituation dar. Ausgehend von dieser gingen die Akteure in Gedanken (und in Wirklichkeit) immer einen Schritt zurück. Sie überlegten sich dabei, was die vorhergehende Station war.

Sechs Auswahlmöglichkeiten standen zur Verfügung (Schule/Ausbildung; Arbeit; Arbeitslos; Praktikum; WfbM; Sonstiges). Ein Schild mit der jeweiligen Situation wurde dann an den Faden geklammert. Schritt für Schritt gingen die TeilnehmerInnen so zurück bis sie bei ihrer Schulzeit angelangt waren. Dann wechselten sie die Rollen in den Dreier-Teams.

In der anschließenden Gesprächsrunde ging die Gruppe sehr offen, aber zugleich auch sehr vertraulich mit den individuellen Lebenswegen um. Freiwillige sprachen über persönliche Höhen und Tiefen, Erfolge und Rückschläge. Am Ende des Workshops stand fest: Jeder/jede TeilnehmerIn ist einzigartig und hatte dadurch auch einen einzigartigen Beitrag zu geben, was für alle sehr bereichernd war.

-Wie sieht meine momentane Arbeitssituation aus? Was wünsche ich mir für die Zukunft? (Patricia Leßwing)
In diesem Workshop sollte jeder unterstützte Arbeitnehmer sich mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und mit den Wünschen für die Zukunft auseinandersetzen.

Alle TeilnehmerInnen stellten ihren Arbeitsplatz vor, damit sich die Gruppe ein gutes Bild von jedem einzelnen machen konnte. Durch Zwischenfragen wurde der Workshop zu einer lebendigen Diskussion. Dadurch kam unter anderem auch die Frage auf, ob die meisten unterstützten ArbeitnehmerInnen in ihren Betrieben auf Toleranz seitens der Kollegen stoßen oder doch eher von ihnen ausgegrenzt werden.

Der Großteil konnte die Erfahrungen bestätigen, dass in ihren Betrieben zwar teilweise Vorbehalte vorherrschen, diese aber durch Gespräche meistens aufgelöst werden können. Wichtig ist demnach auch eine Behinderung nicht verstecken zu wollen, denn dadurch können Missverständnisse entstehen, die den Arbeitsplatz gefährden könnten.

Bei den Wünschen für die Zukunft waren sich alle unterstützten Arbeitnehmer einig: Ein dauerhafter Arbeitsplatz ist der größte Wunsch von allen. Danach kommen nette Kollegen und Spaß an der Arbeit. Eine wichtige Erkenntnis für alle war es auch, nie die Hoffnung auf einen dauerhaften Arbeitsplatz aufzugeben und immer alles zu tun, um dieses Ziel zu erreichen.

Stress am Arbeitsplatz (Angelika Thielicke)
In diesem Workshop ging es um die schwierigen Situationen am Arbeitsplatz. In einer lebendigen Diskussion wurden zahlreiche negative, aber auch positive Ereignisse aus dem eigenen Arbeitsalltag geschildert. Alle Teilnehmer berichteten von stressigen Situationen, die sie überfordern und die die Freude an der Arbeit trüben.

Die größten Schwierigkeiten liegen darin, Tempo und Zeitvorgaben einzuhalten. Gleichzeitig unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, Prioritäten zu setzen, zu entscheiden, was zuerst gemacht werden muss und was warten kann, überfordert fast alle. Aber Stress ist nicht nur zuviel Arbeit und zu viele unterschiedliche Arbeiten in zu kurzer Zeit erledigen zu müssen, sondern Stress kann auch sein, wenn man den ganzen Tag nichts zu tun hat oder nach einigen Jahren arbeitslos wird.

Schwierig wird es oft auch, wenn der gewohnte Arbeitsablauf gestört wird, wenn etwas anders als üblich gemacht werden soll oder wenn etwas verändert wird. Gravierende Veränderungen lassen sich nur durch den erneuten Einsatz der Arbeitsbegleitung, durch die konkrete und direkte Unterstützung am Arbeitsplatz auffangen.

Stress am Arbeitsplatz gibt es auch mit Kollegen. Konflikte lassen sich meist nur auflösen, indem die Arbeitsbegleitung einen Gesprächstermin mit dem unterstützten Arbeitnehmer und dem oder der Kollegin vereinbart. Wie wichtig der kollegiale Umgang ist wurde mehrfach betont.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


impulse - Fachmagazin
Homepage: https://www.bag-ub.de/veroeffentlichung/typ/958

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/6278


Informationsstand: 09.02.2021

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