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Bibliographische Angaben zur Publikation

Nein zum persönlichen Budget


Autor/in:

Springmann, Detlef


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

Impulse, 2006, Nummer 38 (Ausgabe 2), Seite 12-13, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2006



Link(s):


Link zu 'Impulse' Nummer 38 (PDF | 1,54 MB)


Abstract:


Mit dem Schwerpunktthema der Einbeziehung von Werkstattleistungen in ein trägerübergreifendes Persönliches Budget beschäftigte sich der Arbeitskreis aus GeschäftsführerInnen und Vorständen der BAG:WfbM und der LAG: WfbM Niedersachsen von Mai bis September 2005.

Die Teilnehmer stellten schon zu Beginn ihrer Arbeit fest, dass sie mit den Zielen der Bundesregierung nicht konform gehen. Die Aussagen dieser enthielten Widersprüche und schienen individuelle Bedarfserfüllung sowie bedarfsgerechte Leistungen nicht zu gewährleisten. Aus diesen Gründen lehnen die Teilnehmer des Arbeitskreises das Persönliche Budget ab. Autor Detlef Springmann, LAG:WfbM-Vorsitzender Niedersachsen und Arbeitskreisleiter, erläutert dies in seinem Artikel.

Generell könne ein Budget, bei dem die Kostenträger Art und Höhe der Leistungen allein entscheiden, kein Instrument für mehr Selbstbestimmung sein. Zudem sei das Budgetverfahren weder demokratisch noch auf das Mitwirken der Budgetnehmer ausgelegt. Leistungserbringer sind völlig ausgeschlossen.

Den Analysen zweier Teilnehmer zufolge ist das persönliche Budget ein Marktinstrument. Es ist ein festgelegter Etat, mit dem Leistungen eingekauft werden und ein Mehr an Anonymität und Ausgeliefertsein geschaffen wird. Auf keinen Fall werde ein Markt geschaffen, der alle Interessen zufrieden stellt, denn die wesentliche Marktkraft kann zwischen den staatlichen Kostenträgern, den gemeinnützigen Werkstätten und den Budgetnehmern nicht stattfinden.

Springmann fügt hinzu, dass auch in Werkstätten die eigenen Existenzinteressen im Vordergrund stünden. Werkstätten könnten sich den allgemeinen gesellschaftlichen Normen institutioneller Anbieter von Arbeit nicht entziehen und dementsprechend würden die Kostensatzverhandlungen ausfallen.

Im Ergebnis seien die traditionellen Kostensätze nicht besser als das Persönliche Budget, so der Autor. Beide erfüllen den Anspruch des Grundgesetzes und des SGB IX nicht.

Generell spricht sich der Arbeitskreis für ein Persönliches Budget, das den persönlichen Bedarf des Einzelnen erfüllt, sowie für ein Verfahren, in dem alle Beteiligten gleichberechtigt beteiligt werden, aus. Gefordert werden Rechtsnormen, die den Vorrang der Institutionen zugunsten eines wirksamen Einflusses der Leistungsberechtigten zurücknimmt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Fachmagazin Impulse
Homepage: https://www.bag-ub.de/impulse

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/3378


Informationsstand: 09.10.2006

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