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Bibliographische Angaben zur Publikation

Qualifizierung am Arbeitsplatz - Kernelement im Konzept der Unterstützten Beschäftigung


Autor/in:

Behncke, Rolf; Lilienthal, Ilja


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

impulse, 2004, Nummer 30 (Ausgabe August), Seite 3-7, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2004



Link(s):


Ganzen Text lesen (in: Impulse 03.2004) (PDF | 2,2 MB)


Abstract:


Auf der Fachtagung der BAG UB am 19.11.03 wurde ein Workshop über die professionellen Methoden der beruflichen Integration durchgeführt. Neben dem Profiling und der Akquisition wurde auch die Arbeitsweise des Job coaching präsentiert. Insbesondere wurde das Konzept und die Erfahrung der Hamburger Arbeitsassistenz dargestellt.

In der Konzeption der Unterstützten Beschäftigung gilt die qualifizierende Unterstützung am betrieblichen Arbeits- oder Praktikumsplatz als ein wesentlicher Baustein in der Angebotspalette von Diensten der beruflichen Eingliederung.

Mittlerweile ist es unumstritten, dass die qualifizierende Unterstützung am betrieblichen Arbeitsplatz eine entscheidende Voraussetzung für eine gelingende Eingliederung vor allen Dingen von Menschen mit Lernschwierigkeiten ist. Diese gilt insbesondere dann, wenn es sich um Personen handelt, die über keine nennenswerten Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verfügen: MitarbeiterInnen aus den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) oder SchulabgängerInnen aus den Sonderschulen.

Trotz dieser Anerkennung ist die herrschende Grundhaltung in der beruflichen Rehabilitation und beruflichen Bildung hinsichtlich des Personenkreises der Menschen mit Lernschwierigkeiten erstaunlicherweise aber weiterhin durch den Ansatz: erst qualifizieren, dann vermitteln geprägt. Erst langsam sind Veränderungen festzustellen, die ein höheres Gewicht auf Qualifizierungsphasen legen, die in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes stattfinden. Die im Rahmen Unterstützter Beschäftigung vertretene Auffassung fordert eine Verlegung des Schwergewichts der Qualifizierung in die betriebliche Realsituation.

Erst in der betrieblichen Lernsituation erschließen sich dem/der ArbeitnehmerIn die Sinnhaftigkeit seines/ ihres Tuns, die Eingebundenheit in die Prozessabläufe und betriebliche Arbeitsteilung ersetzen die künstliche Stimulation in Übungswerkstätten, und das über Teameinbindung ermöglichte Selbstwertgefühl und Rollenbewusstsein fördern die Motivation und damit in entscheidender Weise den Lernerfolg.

In institutionellen Einrichtungen der beruflichen Bildung wie zum Beispiel den WfbM können diese Voraussetzungen nur bedingt simuliert werden: Wenn zum Beispiel nicht ausreichend Arbeit zur Verfügung steht, besteht keine Notwendigkeit, Eigeninitiative zu entwickeln, flexibel mit unterschiedlichen Anforderungen umzugehen oder den Wert der Einhaltung von Arbeits- und Pausenzeiten zu erkennen.

Die Form der Qualifizierung am Arbeitsplatz ist nicht alleine abhängig vom Grad und der Art der Behinderung sondern auch
- von der Komplexität der Tätigkeiten,
- von der Komplexität des betrieblichen Umfeldes,
- von den Fähigkeiten und Lernerfolgen der unterstützten Beschäftigten.

Alle Faktoren zusammen bestimmen dann auch die Dauer und Intensität der Unterstützung am Arbeitsplatz. So kann die personelle Unterstützung am Arbeitsplatz durchaus für einen Zeitraum von mehreren Monaten im Verhältnis 1:1 erforderlich sein und erst dann langsam reduziert werden, während ein anderer Arbeitnehmer lediglich an einem Tag in der Woche stundenweise unterstützt wird.

In den letzten Jahren haben sich Konzeption und Praxis der Unterstützten Beschäftigung sichtlich verändert. Während in den ersten Anfängen der Praxis zu Beginn der 90er Jahre der Focus der qualifizierenden Unterstützung fast ausschließlich auf die unterstützten ArbeitnehmerInnen und die Arbeitstätigkeiten gelegt wurde, werden heute auch mehr und mehr die betrieblichen Strukturen berücksichtigt.

Weiterhin werden heute im Rahmen Unterstützter Beschäftigung zunehmend stärker die Qualifizierungsbereiche:
- Erwerb von Schlüsselqualifikationen und
- das Einfinden in die betriebliche Kultur/Struktur
betont.

In dem Beitrag werden zunächst die Unterstützungsangebote, die sich auf die ArbeitnehmerIn mit Behinderung beziehen, dargestellt. Anschließend wenden sich die Ausführungen den Unternehmen zu.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


impulse - Fachmagazin
Homepage: https://www.bag-ub.de/veroeffentlichung/typ/958

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/0113


Informationsstand: 09.02.2021

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