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Bibliographische Angaben zur Publikation

Es gibt eine Menge Gründe, warum in unserer Gesellschaft immer mehr Leute verrückt werden

Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz - Teil 1



Autor/in:

Bungart, Jörg


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

impulse, 2005, Nummer 36 (Ausgabe Dezember), Seite 47-52, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2005



Link(s):


Ganzen Text lesen (in: Impulse 04.2005) (PDF | 1,6 MB)


Abstract:


Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen. 1998/1999 waren laut Bundesgesundheitssurvey 32 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Zum Thema: Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz spricht Autor Jörg Bungart im ersten Teil über Gründe für psychische Erkrankungen.

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz stellen für viele Betroffene ein großes Problem dar. Unerkannte Probleme haben in den meisten Fällen eine Ausgliederung aus dem Arbeitsmarkt zur Folge.

In den vergangenen Jahrzehnten ist eine deutliche Zunahme der Frühberentung durch psychische Erkrankungen zu verzeichnen. Sowohl bei Männern als auch Frauen lag der Anteil der psychisch Erkrankten unter 40-jährigen im Jahre 2002 bei mehr als 45 Prozent.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK befragte 30.000 Arbeitnehmer zum Verhältnis von Arbeit und Gesundheit. Ein Drittel der Befragten benennt starke Belastungen in den Bereichen Hektik, Zeit- und Termindruck. Die Befragung verweist auf Zusammenhänge zwischen gesundheitlichen Beschwerden und dem Arbeitsplatz.

Frauen sind in Bezug auf Anzahl und Fallhäufigkeit öfter von psychischen Erkrankungen betroffen als Männer, bei diesen ist die Erkrankungsdauer hingegen länger.

Vergleicht man die unterschiedlichen Wirtschaftsgruppen, lassen sich Unterschiede der Ursachen hinsichtlich der jeweiligen branchentypischen Arbeitsbedingungen erkennen.

Die Angststörungen haben bundesweit den größten Anteil an psychischen Erkrankungen. Am Begriff der Störung wird jedoch Kritik geübt. Grundsätzlich wird bei der Klassifikation von Erkrankungen der Begriff der funktionalen Gesundheit verwendet. Der Begriff besagt, dass eine Person dann funktional gesund ist, wenn ihre Körperstrukturen den allgemein anerkannten Normen entsprechen, sie alles das tun kann, was von einem gesunden Menschen erwartet werden kann und sie ihr Dasein in allen Lebensbereichen entfalten kann.

Man spricht dann von Angststörungen, wenn heftige Angstreaktionen ohne entsprechende Gefahr zu beobachten sind. Phobien und Panikattacken sind wichtige Symptome bei Angststörungen und unter anderem gekennzeichnet durch anhaltende und intensive Angst vor einem unbeschriebenen Objekt sowie Vermeidung des Objekts.
Angststörungen haben oftmals eine längere Vorgeschichte und so vergehen zwischen dem Erstauftreten und der Diagnose oftmals bis zu 15 Jahren.

Generell sind psychische Erkrankungen multifaktoriell und so können berufliche Belastungen nur zu einem Teil erklärend herangezogen werden. Arbeitsbelastungen wie zunehmender Leistungs- und Konkurrenzdruck werden den Ressourcen, darunter hohe Verausgabungsbereitschaft und unzureichende Stressbewältigungskompetenz gegenübergestellt.

Zwar sind bei der Betrachtung der Faktoren Ansätze erkennbar, den Zusammenhang von Arbeitsbelastungen und psychischer Erkrankung grundsätzlich zu bestimmen. Die Bedingungen und Voraussetzungen müssen im Einzelfall dennoch betrachtet werden.

Abschließend zitiert Bungart aus einem Gutachten des Sachverständigenrat für die Konzentrierte Aktion im Gesundheitswesen, dass es erhebliche Defizite in der Behandlung und Unterstützung psychisch kranker Menschen gibt. Die psychiatrische Kompetenz ist mit Hilfe der Hausärzte zukünftig zu stärken.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Teil 2 des Artikels | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


impulse - Fachmagazin
Homepage: https://www.bag-ub.de/veroeffentlichung/typ/958

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/0108A


Informationsstand: 16.02.2021

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