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Bibliographische Angaben zur Publikation

Von der Werkstufe über die Eingliederungswerkstufe zur Berufsvorbereitenden Einrichtung des Enzkreises - BVE

Chronologie einer Erfolgsgeschichte



Autor/in:

Böhringer, Klaus-Peter


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

impulse, 2005, Nummer 36 (Ausgabe Dezember), Seite 3-12, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2005



Link(s):


Ganzen Text lesen (in: Impulse 04.2005) (PDF | 1,6 MB)


Abstract:


Der langwierige, schwierige, jedoch erfolgreiche Prozess der Umgestaltung der Gustav-Heinemann-Schule in Pforzheim, insbesondere der Werkstufe, wird in dem Beitrag chronologisch geschildert. Der immer noch andauernde Prozess war und ist geprägt von Kooperation und Partnerschaft von Schule und außerschulischen Partnern, die zum Teil aus der schulischen Arbeit heraus begründet und eingerichtet wurden.

Die Geistigbehindertenpädagogik war in den 70ern geprägt von einem Förderansatz, der sich vor allem an den Defiziten der Personen orientierte und nicht an deren Kompetenzen. Derzeit waren die Tests zur Feststellung einer geistigen Behinderung (so zum Beispiel die Testbatterie für Geistigbehinderte - TBGB) aus heutiger fachlicher Sicht zu einseitig auf die Feststellung von Defiziten ausgelegt und an Zahlenwerten orientiert. Förderansätze aus diesen in relativ kurzer Zeit ermittelten Werten abzuleiten, war und ist wenig Erfolg versprechend.

In Baden-Württemberg hat man dem dadurch Rechnung getragen, dass seit einigen Jahren nicht mehr die Sonderschulbedürftigkeit von Schulanfängern festgestellt wird, sondern dass die Förderbedürftigkeit beschrieben und dem Lernort eine nachrangige Bedeutung zugemessen wird. Die Ausrichtung des Lernortes auf die Bedürfnisse von Menschen spiegelt ebenfalls den viel zitierten Paradigmenwechsel in der Arbeit mit Behinderten und Benachteiligten.

Der Ansatz, Menschen mit geistiger Behinderung in wirklichkeitsentsprechenden Erfahrungs- und Erprobungsfeldern zu unterrichten, wurde durch diese Flexibilität hinsichtlich des Lernortes bestätigt. Somit wurde seit 1976 der Projektunterricht an der Gustav-Heinemann-Schule sehr stark ausgeweitet. Der lebenspraktische Unterricht wurde zugunsten des Lernens vor Ort wesentlich eingeschränkt und die Schüler lernen vor Ort und mit Menschen, die vor Ort arbeiten.

Die Schüler durften auch mit kognitiv geprägten Unterrichtsinhalten konfrontiert werden. Die Schule erhielt ihren Namen, ein Förderkreis wurde eingerichtet und der Schulträger (Enzkreis) wurde über die Arbeit an der Schule regelmäßig informiert.

Es zeigte sich, dass die berufliche Eingliederung ein wichtiges Ziel ist, dass aber Mobilität, Freizeitgestaltung, Wohnen, Partnerschaft und Öffentlichkeit ebenso wichtige Bereiche sind, die sich gegenseitig bedingen und beeinflussen. In allen Projekten, die bisher umgesetzt wurden, spiegelte sich dieser ganzheitliche Ansatz wider. Auch für schwache Schüler anderer allgemein bildender Schulen gewinnt er immer mehr an Bedeutung.

Im weiteren Verlauf des Artikels informiert der Autor über die Konzeption der Eingliederungswerkstufe und über die Berufsvorbereitende Einrichtung des Enzkreises (BVE).

Der chronologische Abriss der Entwicklungen in Pforzheim und im Enzkreis verdeutlicht, dass die Ausbildung einzelner fachpraktischer Kompetenzen für die Zielgruppe der wesentlich lernbeeinträchtigten Abgänger von Schulen nicht zielführend ist. Teilqualifizierungslehre, wie sie in europäischen Nachbarländern angestrebt wird, hält der Autor für ein zu schmales Angebot. Die Erfahrungen aus den Ausbildungsgängen Werker und Fachwerker sowie aus den Förderlehrgängen sollten bestärken, ein flexibleres, an den Bedürfnissen des Einzelnen und des Betriebes orientiertes Angebot vorzuhalten.

Die Lösung von traditionellen Ausbildungsstrukturen (Duales System) ist - zumindest für diese Zielgruppe - dringend geboten. Mit Unterstützungsstrukturen platzieren, dort qualifizieren (training on the job) und anschließend bedarfsgerecht begleiten, lautet das erfolgreich erprobte Konzept zur beruflichen und sozialen Eingliederung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Der Bereich der Arbeit ist dabei nur ein Teil eines selbst verantworteten Lebens. Gelingt es, durch die beschriebenen Maßnahmen einen jungen Menschen zu einem weitgehend selbstständigen Wohnen zu ertüchtigen, ist ebenfalls viel erreicht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


impulse - Fachmagazin
Homepage: https://www.bag-ub.de/veroeffentlichung/typ/958

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/0102


Informationsstand: 16.02.2021

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