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Bibliographische Angaben zur Publikation

Supported Employment Made in USA - ein Modell für Deutschland?


Autor/in:

Junker, Axel


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

impulse, 1998, Nummer 7/8 (Ausgabe März), Seite 12-21, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

1998



Link(s):


Ganzen Text lesen (in: Impulse 01/02.1998) (PDF | 2,2 MB)


Abstract:


Ausführlich wird das amerikanische Modell des Supported Employments zur beruflichen Integration von Menschen mit geistiger Behinderung mit seinen Prinzipien, seiner Entstehungsgeschichte und seinen Methoden vorgestellt. In Deutschland wird dieses Modell häufig als Vorbild dargestellt.

Supported Employment hat vier wesentliche Merkmale:

1) Es handelt sich dabei um 'wirkliche', bezahlte Arbeit. Das heißt, dass den betroffenen Menschen nicht einfach irgendeine, im schlimmsten Fall künstliche oder überflüssige, Beschäftigung gesucht wird. Es handelt sich um sinnvolle, andernfalls mit anderen, zum Beispiel nicht behinderten Menschen, zu besetzende Stellen des ersten Arbeitsmarktes.

2) Die Arbeit findet in einer integrativen Umgebung statt. Bei diesem Aspekt geht es in erster Linie um die sozialen Kontakte der (schwer) behinderten Arbeitnehmer. Begegnung und Zusammenarbeit behinderter und nicht-behinderter Mitarbeiter sollen selbstverständlich sein. Doch abgesehen davon soll auch über den Bereich des rein beruflichen Kontakts hinaus die Möglichkeit gegeben sein, private Beziehungen zu knüpfen.

3) Das Angebot richtet sich an Menschen mit schweren Behinderungen. Da diese bisher keine Alternativen zu beruflichen Sondereinrichtungen, zu Werk- oder Tagesstätten, hatten, geht Supported Employment einen neuen Weg: Erst wird den Betroffenen ein passender Arbeitsplatz gesucht, dann wird dieser auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmt. Dabei werden keine Eingangsvoraussetzungen bestimmt.

4) Unterstützung wird auch langfristig geboten. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Hilfestellungen des sogenannten Job Coaches auf längere Sicht von anderen Personen im Betrieb übernommen werden oder ganz wegfallen könnten. Ist dies jedoch nicht möglich, werden die behinderten Menschen zu keinem Zeitpunkt allein gelassen.

Ebenfalls wichtig sind die Gesichtspunkte der Flexibilität und der Individualisierung, die unabdingbar sind, um jeden Hilfebedürftigen bestmöglich unterstützen zu können.

Das Projekt verläuft in folgenden Phasen: Zunächst bemüht man sich, die zu vermittelnde Person möglichst genau kennenzulernen, um ihr einen passenden Arbeitsplatz suchen zu können. Die Arbeitsplatzbeschaffung ist der nächste Schritt, wobei es das Ziel ist, die Arbeitgeber von der betriebswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit des Supported Employment zu überzeugen. Der letzte Punkt ist die Arbeitsplatzbegleitung, die durch Arbeitsplatzanalyse und -einrichtung sowie durch planvolle Einarbeitung und Betreuung durch einen Job Coach gekennzeichnet ist.

Um das Prinzip des Supported Employments zu verdeutlichen, wird die Arbeitsweise des Community Work Services vorgestellt. Es folgt eine Auflistung von Faktoren, die nach Meinung der Autoren in den Vereinigten Staaten für die Entwicklung und Etablierung von Supported Employment förderlich gewesen sind, so zum Beispiel flexible Lohnstrukturen, Vorarbeit der öffentlichen Schulen oder Hilfestellungen des Gesetzgebers.

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass Supported Employment kein Patentrezept ist, das problemlos übernommen und auf die deutschen Verhältnisse übertragen werden könnte. Auch in den USA, in denen es entwickelt wurde, ist es immer noch mit Rückschlägen und Schwierigkeiten verbunden. Doch die Erfahrung, dass auch schwer behinderte Menschen Arbeitsplätze auf dem freien Arbeitsmarkt mit Unterstützung zufriedenstellend ausfüllen können, sollte zu weiteren Bemühungen in dieser Richtung ermutigen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


impulse - Fachmagazin
Homepage: https://www.bag-ub.de/veroeffentlichung/typ/958

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/0047


Informationsstand: 16.02.2021

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