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Bibliographische Angaben zur Publikation

Xenomenal: Der Xeno von Otto Bock auf dem Prüfstand im Praxistest


Autor/in:

Neumann, Volker


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2009, 16. Jahrgang (Heft 1), Seite 100-103, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2009



Abstract:


Volker Neumann stellt den Xeno von Otto Bock auf den Prüfstand. Bereits vor einem Jahr wurde er als Prototyp vorgestellt, erreichte jedoch erst jetzt seine Serienreife. Der Xeno sieht solide aus, verzichtet mit Ausnahme der seitlichen Rahmenrohre, die ihm ein sportliches Aussehen verleihen, jedoch auf auffällige optische Akzente.

Bei der Rahmenfarbe kann der Nutzer aus fünf Möglichkeiten auswählen oder gegen Aufpreis eine beliebige Farbe nehmen. Der Bezug ist immer grau und schwarz. Positiv bewertet der Autor, dass der Xeno wenig offene Gelenke oder freilaufende Kabel hat. Schon das Äußere deutet darauf hin, dass der Xeno nicht für die Versorgung von schwerstbehinderten Menschen gebaut ist. So verfügt er in der Grundausstattung lediglich über eine Stehfunktion, gegen Aufpreis sind zudem eine Sitzkantelung und eine elektrische Rückenwinkelverstellung erhältlich. Aus diesem Grund gehören vor allem Tetraplegiker und Menschen mit Multipler Sklerose zur Zielgruppe des Xenos.

Der Xeno ist ein heckgetriebener Rollstuhl. Die Lenkräder sind jeweils in einer Gabel gefasst, die mittig über der Achse liegt. Dadurch können sie sich um sich selbst drehen und sparen den ansonsten benötigten Bewegungsraum. Zusätzlich sind sie jeweils mit einem Servomotor ausgestattet. Gibt der Nutzer eine Richtungsänderung vor, bringen kleine Elektromotoren die Vorderräder in die richtige Position. Das patentierte System single servo steering hat große Vorteile, da beispielsweise das Umschlagen der Lenkräder beim Rangieren wegfällt, so dass der Rollstuhl sich nicht mehr an engen Stellen selbst festsetzen kann.

Sowohl in Innenräumen als auch im Außenbereich ist der Xeno gut einsetzbar, denn er ist wendig genug für die Wohnung. Gleichzeitig stellen kleine Hindernisse aufgrund der kräftigen Motoren und der großen Reifen für ihn keine Hindernisse dar. Lieferbar ist der Xeno mit Geschwindigkeiten von sechs und zehn Stundenkilometern. Der Tester empfand den Geradeauslauf als etwas gewöhnungsbedürftig. Da die Servomotoren der Lenkräder ebenfalls über den Joystick angesteuert werden, muss man diesen sehr ruhig halten, um nicht eine Lenkbewegung auszulösen.

Gefährliche Lenkmanöver sind jedoch ausgeschlossen, da der Xeno selbstständig die Geschwindigkeit drosselt, wenn man enge Kurven fährt. Um den Xeno beim Transport gut festzurren zu können, verfügt er über vier solide Metallösen. Außerdem ist er mit einem Brustgurt für die Stehfunktion und mit einem Hüftgurt zur Sicherung während der Fahrt ausgestattet. Der Xeno muss wie alle Elektrorollstühle sorgfältig auf seinen Benutzer eingestellt werden. Dabei sind neben der Sitzbreite und -tiefe auch die Unterschenkellänge und die Rückenhöhe zu beachten.

Beim Aufstehvorgang wird der Nutzer durch einen Brustgurt und die Kniepelotten sicher fixiert. Ein automatischer Längsausgleich sorgt gleichzeitig dafür, dass der Vorgang ergonomisch korrekt abläuft. Der Aufstehvorgang läuft flüssig ab, muss aber genau an das Anforderungsprofil des Anwenders angepasst werden. In der aufrechten Position steht er dann sehr sicher und kann bei einer reduzierten Geschwindigkeit sogar fahren. Die Sitzhöhe hingegen beträgt je nach Unterschenkellänge mindestens 53 Zentimeter und ist damit wenig alltagstauglich. Um Tische zu unterfahren, können das Bedienteil des Xeno zur Seite und die Armlehnen nach oben geklappt werden.

Als Fazit fasst der Autor zusammen, dass der Xeno von Otto Bock ein solider Elektrorollstuhl ist, der sich für den Einsatz im Innen- und Außenbereich eignet. Sein innovatives Lenksystem macht ihn dabei sehr wendig. Ist die Stehfunktion optimal an den Nutzer angepasst, lässt sie sich einfach und sicher bedienen. Insgesamt ist er eine interessante Alternative für Menschen, die bereits Erfahrungen mit dem Stehen im Rollstuhl haben und dafür keine aufwendigen Sonderbauten benötigen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/7143


Informationsstand: 18.06.2009

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