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Bibliographische Angaben zur Publikation

An die Arbeit! Schwerstbehinderte Menschen als Dienstleister


Autor/in:

Obermayr, Ursula


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2008, 15. Jahrgang (Heft 2), Seite 170-171, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2008



Abstract:


Für eine optimale Versorgung mit Kommunikationshilfen und Umfeldsteuerungen ist es wichtig, die Bedürfnisse schwerstbehinderter Menschen zu erkennen. Die Mitarbeiter:innen der Firma Incap haben darin langjährige Erfahrung. So entstand die Idee zu dem Projekt: QUMEBIS online services, das Arbeitsplätze für behinderte Programmierer:innen schafft. Ursula Obermayr stellt das Projekt vor.

Dem 27-jährigen Sebastian W. fehlt aufgrund einer Muskelatrophie die Kraft, seinen Körper aufrecht zu halten. Trotzdem ist er 25 Stunden pro Woche erwerbstätig, denn er gestaltet und programmiert Internetseiten. Die Hilfsmittel, die Sebastian W. und seine zwei ebenfalls schwerstbehinderten Kolleg:innen am PC benötigen, sind das Kerngeschäft der Arbeitgeberin, der Incap GmbH.

Da er keine herkömmliche Tastatur bedienen kann, verwendet Sebastian W. die Bildschirmtastatur Momo BT. Mit einer gewöhnlichen Maus bewegt er den Cursor zu den Buchstaben und klickt darauf. Über einen Momo-Infrarot-Sender wurden außerdem ein Spezialtelefon und Headset mit dem PC verbunden, das ihm ermöglicht, selbstständig Gespräche mit Kund:innen und Kolleg:innen zu führen. Zu den Kund:innen gehören kleine und mittelgroße Unternehmen und Institutionen. Für sie konzipieren und entwickeln die Internetspezialisten Webseiten und übernehmen auf Wunsch auch Webhosting.

Das Projekt zeigt, dass es gar nicht so schwierig ist, Menschen mit schwersten Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wenn sie die entsprechenden Qualifikationen mitbringen. Sebastian W. zum Beispiel erwarb an einer Sonderhochschule für Körperbehinderte seinen Hauptschulabschluss und absolvierte anschließend eine Weiterbildung zum Programmierer. Danach ließ er sich virtuell zum Bürokaufmann ausbilden und vertiefte seine Internet-Programmier-Kenntnisse im Selbststudium.

Dank Heimarbeit und flexiblen Arbeitszeiten bei Incap kann der junge Mann seine körperliche Verfassung mit den beruflichen Anforderungen in Einklang bringen. Die Arbeit und der Kontakt zu den Kolleg:innen machen ihm viel Spaß. Sie kommunizieren hauptsächlich via E-Mail und Telefon, doch auch regelmäßige Treffen gehören dazu.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/6787


Informationsstand: 10.10.2008

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