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Bibliographische Angaben zur Publikation

Sensorisch barrierefreies Bauen

Anforderungen und Vorgaben mit einigen Beispielen



Autor/in:

Ruhe, Carsten


Herausgeber/in:

Deutscher Schwerhörigenbund e.V. (DSB)


Quelle:

DSBreport, 2006, Heft 1, Seite 8-14, Berlin: Eigenverlag, ISSN: 0172-7753


Jahr:

2006



Abstract:


Carsten Ruhe, Leiter des DSB-Referates Barrierefreies Planen und Bauen, schreibt über die Normen zum Barrierefreien Bauen und bringt einige Beispiele dazu. Die bisherigen Normen DIN 18024 und DIN 18025 befassen sich fast ausschließlich mit mechanischen Barrieren und mit Lösungen, diese zu vermeiden.

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Maße für Türbreiten und Schwellen oder Steigungen von Rampen. In geringem Maße wurden in diesen Normen schon Lösungen für Sehgeschädigte beschrieben, doch Lösungen für Hörgeschädigte oder gar allgem ein gültige Anforderungen sind in diesen Normen nicht enthalten.

Der Normentwurf DIN 18030 (Ende 2002) enthält erstmals sensorische Anforderungen, unterteilt in visuelle (zum Beispiel Schriftgrößen, Leuchtdichte und Kontraste), taktile (zum Beispiel Material, tastbare Schrift und Zeichen) und auditive Anforderungen (zum Beispiel Schallpegel, Störgeräuschabstand, Sprachausgabe). Die bisherigen vier Normen sollen zu dieser neuen Norm zusammengefasst werden. Zu dem 40-seitigen Normentwurf haben insgesamt 135 Personen und Institutionen Einsprüche mit über 400 Seiten geschrieben. Gerade läuft die Arbeit an einem zweiten Entwurf.

In der Norm sollen anstelle von Lösungen Anforderungen stehen. Sie soll nicht abzuhaken sein wie eine Checkliste, denn solche Listen sind untauglich. Für die sensorisch beeinträchtigten Menschen soll als generelle Anforderung die angemessene Berücksichtigung dieser sensorischen Einschränkungen enthalten sein, jedoch ohne bereits fertige Lösungen vorzugeben. Schlecht sehen oder hören erfordert andere Hilfen als nicht sehen oder nicht hören.

Weiterhin werden in dem Artikel die Begriffe Zwei-Kanal-Prinzip und Zwei-Sinne-Prinzip beschrieben. Beim Zwei-Kanal-Prinzip können alle Informationen und Aktionen über mindestens zwei Kanäle - alternative Handhabung und alternative Wahrnehmung - (zum Beispiel optisch, akustisch, mechanisch, taktil oder ähnlich) übertragen oder ausgelöst werden.

Das Zwei-Sinne-Prinzip ist ein Teilaspekt des Zwei-Kanal-Prinzips - alternative Wahrnehmung. Alle Informationen aus der Umwelt werden vom Menschen über die Sinne aufgenommen. Fällt ein Sinn aus, so sind entsprechende Informationen über einen anderen notwendig. Sie müssen deshalb mindestens für zwei der drei Sinne Hören, Sehen, Tasten zugänglich sein.

Carsten Ruhe stellt zwei zentrale Forderungen. Erstens ist ein teilweise ausgefallener Sinn durch Hilfsmittel optimal zu unterstützen. Zweitens ist zum Ausgleich des völligen Ausfalls eines Sinnes das Zwei-Sinne-Prinzip konsequent einzuhalten. Vor allem bei wichtigen Signalen oder Informationen, also bei hoher Priorität, muss das Zwei-Sinne-Prinzip angewendet werden.

Unter Priorität 1 fallen dabei Alarm- und Warnsignale bei Gefahr für Leib und Leben.
Priorität 2 enthält Informationen, die Entscheidungen vorbereiten oder ohne Rückfragemöglichkeit dargeboten werden. Sie stellen eine sogenannte informatorische Einbahnstraße dar und sollten deshalb grundsätzlich nach dem Zwei-Sinne-Prinzip angeboten werden.
Zur Priorität 3 zählen Informationen, die unterstützend dargeboten werden oder bei denen Rückfragen möglich sind. Auch sie sollten möglichst oft nach diesem Prinzip bereitgestellt werden.

Im weiteren Verlauf geht der Autor näher auf die Vorgaben zum Barrierefreien Bauen, bezogen auf die drei Prioritäten Alarme, Notrufe, Gefahr für Leib und Leben - Information - Kommunikation, ein und schließt mit einem Ausblick.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


DSBreport
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde 2010 eingestellt.
Homepage: https://www.schwerhoerigen-netz.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0129/0000


Informationsstand: 21.03.2006

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