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Bibliographische Angaben zur Publikation

Selbstbestimmung und Assistenz für Menschen mit geistiger Behinderung


Autor/in:

Bradl, Christian


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Geistige Behinderung, 2002, 41. Jahrgang (Heft 4), Seite 289-292, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0173-9573


Jahr:

2002



Abstract:


Der Autor diskutiert, was unter dem Schlagwort Selbstbestimmt Leben (Independent living) zu verstehen ist und wie seit dem Duisburger Kongress 1994, als die Forderung nach Selbstbestimmung auch für Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland laut wurde, ein Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe stattfand.

Von nun an wurden Leitlinien wie Rehabilitation, Normalisierung, Förderung und Integration durch Leitlinien wie Selbstbestimmung und Assistenz abgelöst. Der Autor setzt das Paradigma der Selbstbestimmung zu dem System der Behindertenhilfe in Bezug, das sich heute mehr denn je in einer Umbruchphase und auf dem Prüfstand befindet - auf dem Prüfstand von Bezahlbarkeit und Wirtschaftlichkeit, oder auch auf dem Prüfstand bürgerrechtlicher Forderungen, wie sie im SGB IX zum Ausdruck kommen.

Der Autor resümiert, wo die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung heute in Gesetzen Eingang gefunden hat (Gleichstellungsgesetz, ambulant betreutes Wohnen, Arbeitgebermodell für Assistenz, Arbeitsassistenzen, Assistenzgenossenschaften, Peer Counselling, Selbsthilfegruppen, Persönliche Budgets) - und er zeigt auf, in welcher Richtung noch Handlungsbedarf ist (zum Beispiel kreative Modifizierungen des Assistenzkonzepts im Sinne einer persönlichen Assistenz für behinderte Menschen mit hohem Hilfebedarf).

Als bedeutendstes Element der Selbstbestimmung wertet er die Selbstvertretung von Interessen durch geistig behinderte Menschen selbst - nach dem Duisburger Kongress hätten sich seit Mitte der 1990er Jahre immer mehr Selbstvertretungsgruppen geistig behinderter Menschen gebildet, die inzwischen zum Netzwerk People First Deutschland zusammengeschlossen sind. Vorsicht sei allerdings immer geboten, wo es um strukturelle Veränderungen gehe - Vorsicht vor Billiglösungen, vor Abbau von fachlichen Standards und Professionalität und vor dem Ausschluss behinderter Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Geistige Behinderung - heute Teilhabe
Homepage: https://www.lebenshilfe.de/informieren/publikationen/fachzei...

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Referenznummer:

R/ZS0122/3211


Informationsstand: 21.01.2003

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