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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die krankheitsbedingte Kündigung


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Berichte Informationen Meinungen, 1994, 10. Jahrgang (Heft 6), Seite 19-20, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

1994



Abstract:


Die in BAT § 53 geregelte ordentliche Kündigung, die wegen Krankheit der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers ausgesprochen werden soll, stellt eine immer wiederkehrende Problematik dar.

Es werden drei verschiedene Fallgruppen der krankheitsbedingten Kündigung unterschieden:
- die Kündigung wegen häufiger kurzzeitiger Erkrankungen,
- die Kündigung wegen Langzeiterkrankung,
- die Kündigung wegen Leistungsminderung infolge von Krankheit.

In der Rechtsprechung wurde in den vergangenen Jahren ein System zur Prüfung der Sozialwidrigkeit einer Kündigung, die wegen Krankheit ausgesprochen wird, entwickelt. Danach kann die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber eine Kündigung nur aussprechen, wenn objektive Tatsachen vorliegen, die dafür sprechen, dass auch in Zukunft krankheitsbedingte Fehlzeiten oder Leistungsminderungen der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers zu erwarten sind. Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer kann eine solche Gesundheitsprognose, die sich an seine bisherigen Fehlzeiten im Betrieb orientiert, durch ein ärztliches Zeugnis entkräften.

Als personenbedingter Kündigungsgrund kommt Krankheit nur dann in Betracht, wenn die Gesundheitsprognose und die zu erwartenden weiteren Fehlzeiten zu erheblichen Beeinträchtigungen der betrieblichen Belange führen. Hierbei wird zwischen den wirtschaftlichen Belastungen der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers, insbesondere den Lohnfortzahlungskosten, und den durch die Fehlzeiten bedingten Störungen des Betriebsablaufes unterschieden. Abschließend ist eine Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressenabwägung unter Berücksichtigung des Einzelfalls durchzuführen, wobei zu untersuchen ist, ob die wirtschaftlich und betriebliche Beeinträchtigung der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber nicht mehr zuzumuten ist.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)
Homepage: https://www.bagwfbm.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0117/993


Informationsstand: 20.04.1995

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