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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die ICF als Chance: Neue Wegweiser in der Werkstatt


Autor/in:

Platzdasch, Norbert


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Werkstatt:Dialog, 2009, 25. Jahrgang (Heft 4), Seite 24-27, Frankfurt am Main: Eigenverlag, ISSN: 1864-2993


Jahr:

2009



Abstract:


Norbert Platzdasch, Leiter der Begleitenden Dienste der Neckartalwerkstätten des Caritasverbandes für Stuttgart e. V. stellt die ICF als neuen Wegweiser in der Werkstatt vor. Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), als Leitfaden zukünftiger Arbeit, sollen weltweit inkludierende Strukturen geschaffen werden.

Die ICF führt den Begriff der Funktionsfähigkeit eines Menschen ein. Dieser umfasst alle Aspekte der funktionalen Gesundheit. Behinderung ist außerdem keine persönliche Eigenschaft mehr, sondern das Ergebnis eines barriereträchtigen gesellschaftlichen, sozialen Prozesses. Aus diesem Grund führt die ICF in ihrer etwa 1.400 Items umfassenden Liste funktionale und dysfunktionale Umweltfaktoren für die Gesundheit auf. Die ICF hat ihren Eingang in das SGB IX gefunden. Ihre Anwendung ist in den Richtlinien über Leistungen zur medizinischen Rehabilitation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom März 2004 geregelt.

Die Anwendung der ICF erzwingt die Ablösung des immer noch weit verbreiteten fremdbestimmten Subjekt-Objekt-Bezuges zwischen Unterstützern und Unterstützungsbedürftigen durch eine konsequente symmetrische Subjekt-Subjekt-Orientierung. Die Eingliederungshilfe muss sich den schon lange bestehenden Konzepten der systemischen Sozialarbeit öffnen. Da sich die Werkstatt immer mehr zu einem Kompetenzzentrum für Arbeit entwickelt, ist die Werkstatt in besonderem Maße zum systemischen Denken und Handeln aufgefordert.

Die Diagnostik ist ein ewig fortlaufender Prozess und nie in allen Teilen beendet. Momentaufnahmen haben den Charakter des Vorläufigen und bilden sowohl die Zielansätze des Individuums als auch die des Umfelds ab. Hier wäre eine arbeitserzieherische und heilerzieherische Grundhaltung wünschenswert. Denn im Wechsel von sozialen Kontexten sowie im Perspektivwechsel der Reflexion ergeben sich neue Chancen und Anfänge für die Teilhabe und das Wohlbefinden. Norbert Platzdasch ist der Ansicht, dass man mit einer individualisierenden Medizin und Psychologie nicht weiter kommt. Die Berater der Zukunft beherrschen seiner Meinung nach die Soziopsychologie und sitzen in soziologischen Fakultäten.

Abschließend kommt Platzdasch zu dem Ergebnis, dass die jetzt kulminierenden paradigmatischen Veränderungsprozesse der letzten Jahre durch die ICF eine international verpflichtende Klammer erhalten. Dadurch müsse auch die Alltagspraxis angepasst werden. Zwar werde auch künftig die Wirtschaftlichkeit der Werkstätten wichtig sein, wesentlich hingegen ist die Umgestaltung der Handlungsorientierung an der Werkbank, im Sozialdienst, im betrieblichen Management und der eigenen Einstellung. Auf den Wegweisern, so Platzdasch, steht Inklusion und ICF, Systemtheorie und Pädagogischer Konstruktivismus, Sozialpsychologie und Soziologie.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Werkstatt:Dialog
Homepage: https://www.bagwfbm.de/wdg

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0117/7249


Informationsstand: 28.10.2009

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