Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Teilhabe am Arbeitsleben in Ungarn


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Werkstatt:Dialog, 2005, 21. Jahrgang (Heft 3), Seite 31, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

2005



Abstract:


Das System der beruflichen Rehabilitation in Ungarn kennt das Konzept der Werkstätten aufgrund der historischen Entwicklung bisher nicht. Im sozialistischen Ungarn wurde möglichst jede Arbeitskraft genutzt. Menschen, die wegen ihrer Behinderung voll erwerbsgemindert waren und am Arbeitsleben des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht teilnehmen konnten, wurden in medizinisch-pflegerischen Einrichtungen versorgt.

Nach 1989 wurden die Teilhabemöglichkeiten neu organisiert. So sind bis heute rund 100 geschützte Firmen entstanden, in denen behinderte Menschen einen Arbeitsplatz finden. Diese geschützten Firmen sind mit den Integrationsbetrieben in Deutschland vergleichbar.

Als geschützte Firma wird anerkannt, wer mindestens zwei Jahre lang 60 Prozent der Arbeitsplätze mit behinderten Mitarbeitern besetzt. Als Anreiz für die Beschäftigung erwerbsgeminderter Menschen erhalten die anerkannten Unternehmen von der Sozialbehörde einen Kostensatz, der wesentlich über dem Mindestlohn liegt. Nach Abzug des Lohns und der sozialen Beiträge bleibt dem Unternehmen ein Restbetrag von ungefähr einem Viertel des Mindestlohnes, der die Erwerbsminderung des Mitarbeiters ausgleicht.

Wie in Deutschland gilt eine allgemeine Ausgleichsabgabe für Firmen, die mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen. Die Ausgleichsabgabe ist in Ungarn verhältnismäßig niedrig und hat kaum Einfluss auf die Beschäftigungssituation behinderter Menschen. Seit dem 1. Januar 2005 ist durch das Arbeitsministerium eine neue Verordnung erlassen worden, die die Ausschreibung für geschützte Firmen verschärft hat. Diese Verordnung hat unter anderem das Ziel, die Anzahl der geschützten Arbeitsplätze zu begrenzen. Im Zuge dieser Bestimmung sind bereits 5.000 behinderte Menschen entlassen worden.

Die Situation dieser Menschen ist auch deshalb dramatisch, weil sie zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes kaum finanzielle Unterstützung (Eingliederungshilfe) erhalten. Auf Protest der in Ungarn tätigen Organisationen hat die Regierung eine Überarbeitung bis zum Sommer 2005 in Aussicht gestellt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Weitere Teile der Serie 'Teilhabe am Arbeitsleben in ...'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Werkstatt:Dialog
Homepage: https://www.bagwfbm.de/wdg

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0117/0050X01


Informationsstand: 27.06.2005

in Literatur blättern