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Bibliographische Angaben zur Publikation

Aufgaben eines Integrationsprojektes nach § 133 SGB IX

Beschäftigung und arbeitsbegleitende Maßnahmen



Autor/in:

Knapp, Rainer; Senner, Anton; Rodenhäuser, Oliver


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Werkstatt:Dialog, 2005, 21. Jahrgang (Heft 3), Seite 16-18, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

2005



Abstract:


Der Gesetzgeber erwartet von Integrationsprojekten, dass sie schwerbehinderten Menschen
- Beschäftigung und
- arbeitsbegleitende Betreuung, soweit erforderlich auch
- Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung oder
- Gelegenheit zur Teilnahme an entsprechenden außerbetrieblichen Maßnahmen und
- Unterstützung bei der Vermittlung in eine sonstige Beschäftigung in einem Betrieb oder einer Dienststelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, sowie
- geeignete Maßnahmen zur Vorbereitung auf eine Beschäftigung in einem Integrationsprojekt anbieten.

Demnach verfolgt ein Integrationsprojekt neben der Bereitstellung von Arbeitsmöglichkeiten auch qualifizierende und rehabilitative Ziele. Es ist daher eine Grundverpflichtung der Integrationsprojekte, eine arbeitsbegleitende Betreuung für den Personenkreis der schwerbehinderten Beschäftigten zu gewährleisten.

Die arbeitsbegleitende Betreuung bezieht sich auf die unmittelbare berufliche Tätigkeit in den Integrationsprojekten im Sinne arbeitsmotivierender, stabilisierender und entwicklungsfördernder Arbeitsbedingungen. Ebenso gehören dazu anleitende und psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen.

Die weitere berufliche Qualifizierung des schwerbehinderten Mitarbeiters hat das Integrationsprojekt entweder durch innerbetriebliche Maßnahmen sicherzustellen oder dadurch, dass ihm die Teilnahme an außerbetrieblichen Maßnahmen ermöglicht wird. Ebenso hat das Integrationsprojekt 'geeignete' Maßnahmen in dem Fall anzubieten, wenn die Leistungsfähigkeit noch nicht ausreicht, um regulär als Arbeitnehmer in einem Integrationsprojekt tätig zu werden.

Unter den 'besonderen Aufwand', der die Wettbewerbsfähigkeit der Integrationsprojekte mit anderen Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes beeinträchtigt, fällt einerseits die überdurchschnittlich aufwendige arbeitsbegleitende Unterstützung und andererseits die Notwendigkeit, zeitweise oder dauerhaft psychosoziale Betreuung am Arbeitsplatz sicherzustellen und entsprechende Betriebsstrukturen und -prozesse vorzuhalten.

Um die Leistungen erfüllen zu können, ist es notwendig, individuell die entstehenden Aufwendungen zu erstatten. Möglich ist hier eine Pauschale, die allerdings kostendeckend sein muss. Der besondere Aufwand kann dem Integrationsprojekt pauschaliert mit einem monatlichen Betrag von bis zu 205 Euro pro beschäftigten schwerbehinderten Arbeitnehmer ausgeglichen werden.

Daneben können dem Integrationsprojekt als Arbeitgeber - wie jedem anderen Arbeitgeber, der schwerbehinderte Menschen beschäftigt - Leistungen auf Ausgleich seiner außergewöhnlichen Belastungen nach § 27 SchwbAV gewährt werden, soweit diese nicht bereits durch die Abgeltung des besonderen Aufwands ausgeglichen werden. Diese Leistungen können kombiniert erbracht werden.

Zum Schluss bringt der Artikel noch ein paar Vorschläge zur Weiterentwicklung. Es müssen zum Beispiel einige Zielvorgaben umgesetzt und die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden, um die Möglichkeiten zur Beschäftigung von besonders leistungseingeschränkten schwerbehinderten Menschen aus Werkstätten zu verbessern.

Eine Lösungsmöglichkeit könnte die Schaffung eines eigenen Programms für die Zielgruppe der faktisch oder potenziell in Werkstätten Beschäftigten sein, das die besonderen Erschwernisse dieser Gruppe berücksichtigt und die Möglichkeit der Rückkehr in die Werkstatt festschreibt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 216 SGB IX Inklusionsbetriebe: Aufgaben | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Werkstatt:Dialog
Homepage: https://www.bagwfbm.de/wdg

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0117/0021


Informationsstand: 23.06.2005

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