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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die externe berufliche Belastungserprobung in der medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation

Zielsetzung und Durchführungsmodalitäten



Autor/in:

Linden, Michael; Müller, M.; Oberle-Thiemann, C. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Rehabilitation, 2011, 23. Jahrgang (Heft 4), Seite 156-167, München-Deisenhofen: Dustri, ISSN: 0937-552X


Jahr:

2011



Abstract:


Unter der 'medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR)' werden Therapiemaßnahmen im Rahmen der medizinischen Rehabilitation zusammengefasst, die sich explizit auf die Wiederherstellung und Förderung der Arbeitsfähigkeit und die Wiedereingliederung in den Arbeitsplatz beziehen. In den Reha-Kliniken wurde zur spezifischen Behandlung von Problemen der beruflichen Integration seit Jahren eine differenzierte Palette von Instrumenten entwickelt, wozu auch die interne und externe berufliche Belastungserprobung zählt.

Externe berufliche Belastungserprobungen finden an normalen Arbeitsplätzen in Firmen im Umfeld der Kliniken statt, wo die Patienten, so wie alle Arbeitnehmer und Praktikanten, in den Betriebsablauf einbezogen werden. Der Patient hat den Status eines Praktikanten. Je nach Einzelfall dauert die externe Belastungserprobung zwischen einzelnen Tagen und Wochen. Die Praktikumszeiten werden so gelegt, dass die Patienten an den sonstigen Behandlungsangeboten der Klinik weiter teilnehmen können.

Die externe berufliche Belastungserprobung ist ein diagnostisches Instrument zur Bestandsaufnahme der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft. Sie ist ein therapeutisches Instrument zur Bearbeitung von Problemen am Arbeitsplatz eines Rehabilitanden in einem berufspraktischen Setting. Sie hilft auch bei der Interessenklärung und Berufsfindung von Rehabilitanden und ist ein wichtiger Baustein in der sozialmedizinischen Beurteilung. Externe berufliche Belastungserprobungen können in der Regel erst in der zweiten Hälfte des Klinikaufenthalts stattfinden, wenn bereits ein Therapieprozess in Gang gebracht werden konnte, was eine entsprechende Mindestaufenthaltsdauer voraussetzt.

Die rechtliche Grundlage der externen beruflichen Belastungserprobung ist der § 26 Absatz 2 Nummer 7 (Leistungen zur medizinischen Rehabilitation) des Sozialgesetzbuches IX und § 15 des SGB VI. In den Erläuterungen der Deutschen Rentenversicherung zum § 15 des SGB VI heißt es unter Punkt 3: 'Belastungserprobung und Arbeitstherapie' sind medizinische Leistungen, die dazu dienen, die Belastungsfähigkeit des Patienten für anschließende berufsfördernde Leistungen zu ermitteln. Während der Belastungserprobung besteht weiterhin Versicherungspflicht zur Unfallversicherung zu Lasten der Rentenversicherung.

Für eventuelle Schäden, die während der Belastungserprobung vom Rehabilitanden schuldhaft verursacht werden, gilt die Regelung des § 823 BGB. Die Motivation der Arbeitgeber zur Mitwirkung entspringt ausschließlich der Motivation zu sozialem Handeln. Es werden keine Aufwandsvergütungen seitens der Klinik angeboten oder gezahlt. In diesem Artikel werden die Ziele, die rechtlichen Rahmenbedingungen und das technische Vorgehen dargestellt, Vorlagen für Informations- und Dokumentationsblätter gegeben und Beispiele für die Beschreibung der externen beruflichen Belastungserprobung im Entlassungsbericht gezeigt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The external work testing as part of the medical job oriented rehabilitation

Goals and procedures

Abstract:


Job oriented medical rehabilitation encompasses treatments which directly aim at enabling patients to work. In inpatient medical rehabilitation hospitals many such treatments have been developed over the years. One example is the external work testing. It is done in companies or offices close to the hospital. Patients make an internship at the collaborating company for some days. The working hours are such that the patient can still participate in the treatments in the hospital.

The external work testing is a diagnostic instrument to check the mental and somatic capacity of the patient and his or her will to engage in work. It is a therapeutic instrument as it helps to do psychotherapy in direct relation to the work environment. It can help to clarify interests and options of the patient in respect to his future career. External work testing is done in the second half of the inpatient treatment, as the psychotherapeutic process should have already been started. This needs a minimum duration of the impatient stay.

The legal basis is paragraph 26.2.7 (medical rehabilitation) of the German social law, book number IX and paragraph 15 social law, book number VI. Additionally, the German Federal Pension Agency has stated that external work testing is an integral part of medical rehabilitation to test whether the patient can work or needs special support.

Patients are fully insured. If patients have done things willfully wrong paragraph 823 of the German civil law will apply. The motivation of the employer to collaborate comes from social motives only. No reimbursement is paid. This paper describes the goals, legal regulations, the technical procedures, and the documentation and gives examples for medical report.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Rehabilitation
Homepage: https://www.dustri.com/nc/de/deutschsprachige-zeitschriften/...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0115/9016


Informationsstand: 11.05.2012

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