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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rahmenempfehlungen zur medizinisch-beruflichen Rehabilitation in der Neurologie - Phasen D und E


Autor/in:

Spranger, Matthias; Schmiedel, B.; Rüsch, B. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Rehabilitation, 2007, 19. Jahrgang (Heft 2), Seite 81-91, München-Deisenhofen: Dustri, ISSN: 0937-552X


Jahr:

2007



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Abstract:


Empfehlungen zur neurologischen Rehabilitation sind bereits seit 1995 in Kraft. Diese beziehen sich auf Patienten mit schweren und schwersten Hirnschäden in den Phasen B und C. Mit den Rahmenempfehlungen für die Phasen D und E wird nicht nur das Modell vervollständigt.

Die Implementierung des Konzepts der medizinisch-beruflichen Rehabilitation auf der inhaltlichen Ebene ist gleichzeitig die Umsetzung des Teilhabeanspruchs entsprechend der ICF.

Die Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation zur neurologischen Rehabilitation von Patienten mit schweren und schwersten Hirnschädigungen in den Phasen B und C stellen eine Orientierungshilfe zur Koordinierung des Rehabilitationsverfahrens dar. Die Rehabilitationsphase D umfasst die Rehabilitation im bisherigen Sinne und die Phase E zielt auf nachgehende Rehabilitationsleistungen und die berufliche Rehabilitation. Zwar sind die Phasen D und E rechtlich unterschiedlich zugeordnet, doch im Verlauf der Rehabilitation ist eine inhaltliche Trennung von Leitungen zur Teilhabe nicht sinnvoll.

Im Zusammenhang mit der Einführung der ICF wurde der Begriff der funktionalen Gesundheit, die sowohl die Funktionsfähigkeit als auch deren Beeinträchtigungen in Bezug auf die in der ICF beschriebenen Körperfunktionen, Aktivitäten und Teilhabe enthält, etabliert. Die funktionale Gesundheit wird vor dem gesamten individuellen Lebenshintergrund betrachtet und beschreibt das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen dem Gesundheitsproblem und den Kontextfaktoren.

Von einem ganzheitlichen Ansatz, der über das Erkennen, Behandeln und Heilen einer Krankheit hinaus auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Gesundheitsproblemen einer Person und ihren Kontextfaktoren fokussiert, geht die medizinisch-berufliche Rehabilitation aus. Dieser Ansatz macht die Anwendung individuell zugeschnittener Rehabilitationsleistungen sowie komplexe Rehabilitationsleistungen in medizinischen, therapeutischen beruflichen und psychosozialen Fachgebieten erforderlich.

Hinsichtlich der kurativen Versorgung und weiteren Berufsförderungen wird angemerkt, dass es eine strikte Trennung der Versorgungsbereiche nicht geben kann, doch die besonderen Schwerpunkte von Kuration und Rehabilitation zu beachten seien. Zentrale Komponenten der medizinisch-beruflichen Rehabilitation sind unter anderem die Rehabilitationsdiagnostik, der Teilhabeplan mit Beschreibung des Rehabilitationsziels und die Durchführung der medizinischen und beruflichen Rehabilitation und ihre Überprüfung.

Zur Klärung der Notwendigkeit und der Zielsetzung einer Maßnahme sind Rehabilitationsbedürftigkeit, Rehabilitationsfähigkeit und Rehabilitationsprognose zu prüfen. Ziel der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ist, die drohende oder bereits eingetretene Beeinträchtigung der Teilhabe durch Rehabilitationsmaßnahmen zu beseitigen oder zu mindern. Dies kann beispielsweise erreicht werden durch größtmögliche Herstellung der ursprünglichen Körperstrukturen, den Einsatz von Nachteilsausgleichen und der Anpassung der Umweltbedingungen. Weiterhin werden trägerspezifische Rehabilitationsziele benannt.

Aufgrund der Komplexität der Folgen einer Schädigung des Nervensystems benötigt die medizinisch-berufliche Rehabilitation ein integriertes Behandlungskonzept mit dem Ziel einer ganzheitlichen Behandlung und Förderung. Getragen und geschaffen wird dies durch eine koordinierte interdisziplinäre Arbeit eines multiprofessionellen Teams. Besonders wichtig ist jedoch eine individuell angepasste Behandlung.

Alle Patienten durchlaufen so einen leitliniengestützen Verfahrensablauf. Erbracht wird die medizinisch-berufliche Rehabilitation in qualifizierten Einrichtungen nach indikationsspezifischen Konzepten. Sie erfolgt nach allgemeinen Standards. Hierzu zählen fachärztliche Behandlung und Betreuung, Hilfsmittelberatung, psychosoziale Beratung, Krankenpflege und Bildungsbegleitung.

Zusätzlich muss eine umfassende Sozial-, Schul- und Berufsanamnese durchgeführt werden. Basierend auf dem umfangreichen Assessment wird für jeden Rehabilitanden ein detaillierter und individueller Rehabilitationsplan erstellt. Im Verlauf der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ist der aktuelle Stand hinsichtlich der Zielsetzung zu überprüfen und der Rehabilitationsplan gegebenenfalls anzupassen.

Die medizinisch-berufliche Rehabilitation muss unter der Leitung und Verantwortung eines Arztes mit Gebietsbezeichnung Neurologie, Neurochirurgie oder Neuropädiatrie stehen. Das Rehabilitationsteam setzt sich entsprechend den indikationsspezifischen Anforderungen aus Ärzten und nichtärztlichen Fachkräften zusammen. Weiterhin ist für jeden Rehabilitanden eine Dokumentation anzulegen, aus der Diagnosen und Befunde entnommen werden können und die die besonderen Merkmale medizinisch-beruflicher Rehabilitation individuell abbildet.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Rehabilitation
Homepage: https://www.dustri.com/nc/de/deutschsprachige-zeitschriften/...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0115/6214


Informationsstand: 26.09.2007

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