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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Ziel heißt Gleichberechtigung

Heidrun F. ist erfolgreich; doch das kommt nicht von selbst



Autor/in:

Meier, Marcus


Herausgeber/in:

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)


Quelle:

Die Gegenwart, 2007, 61. Jahrgang (Heft 7), Seite 22-23, Berlin: Eigenverlag


Jahr:

2007



Abstract:


Der Autor berichtet über den beruflichen Weg von Heidrun F., die überraschend an Makula-Degeneration mit myopischem Defekt erkrankt ist und in Folge dessen nur noch drei bis fünf Prozent ihrer Sehkraft zur Verfügung hat.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, gleichaltrige Betroffene mit ähnlicher Erkrankung in Selbsthilfegruppen kennen zu lernen, bekam sie in der Geschäftsstelle München des Berufsförderungswerks (BFW) Würzburg die Chance auf eine zwölfmonatige Integrationsmaßnahme für Blinde und Sehbehinderte, um sich fit für den künftigen Berufsalltag zu machen.

Bis Februar 2006 organisierte Heidrun F. dann das, was sie selbst das Schaffen optimaler Rahmenbedingungen nennt. Sie klärte ihr soziales Umfeld wie Nachbarn und Supermarktkassiererin über ihr Handicap auf und sorgte für Barrierefreiheit in ihrer Wohnung. Ihren Freundeskreis bezieht sie auf die Menschen, auf die sie sich absolut verlassen kann.

Die Chance für einen beruflichen Neuanfang bietet ihr die Phillip Morris GmbH in München, bei der sie seit Februar 2007 ein Praktikum absolviert. Mit einer speziellen Vergrößerungssoftware und frisch erworbenen Kenntnissen in Word, Excel und Outlook unterstützt sie die Abteilung Field Support bei aktuellen Promo-Aktionen und arbeitet eng mit Call-Centern und externen Agenturen zusammen. Kollegen, Abteilungsleiterin und Manager zeigen sich begeistert vom Engagement und der Arbeitsweise von Heidrun F. und bewerten ihre Offenheit und den Umgang mit ihrem Handicap positiv.

Da Menschen mit einem Handicap oft als unselbstständig, hilfsbedürftig und bemitleidenswert eingestuft werden, missfällt Heidrun F. das Wort Behinderung und auch das Bild der Blinden und Seheingeschränkten in der Öffentlichkeit. Mit dem Praktikum bei der Phillip Morris GmbH in München möchte sie mit diesem Klischee des armen Sehbehinderten aufräumen und wünscht sich Gleichberechtigung statt Sonderbehandlung, wenn es um Menschen mit Handicap geht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Berufsförderungswerk Würzburg | REHADAT-Adressen
Menschen mit Sehbehinderung am Arbeitsplatz | REHADAT-Gute Praxis
Vergrößerungssoftware | REHADAT-Hilfsmittel




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Verbandszeitschrift Sichtweisen (vormals: 'Die Gegenwart')
Homepage: https://www.dbsv.org/verbandszeitschrift-sichtweisen.html

Sichtweisen erscheint in verschiedenen Formaten: als sehbehindertengerechte Schwarzschrift-Ausgabe, in Punktschrift zum Lesen mit den Fingern oder zum Hören auf der DAISY-CD 'DBSV-Inform', die zusätzlich die Hörzeitschriften der DBSV-Landesvereine enthält.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0114/6211


Informationsstand: 12.09.2007

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