Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Zu hohe Erwartungen bei Wirbelsäulen-Berufskrankheiten

Informationen des Hauptvorstandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)


Quelle:

Sozialpolitische Umschau, 1994, Nummer 358, Bonn: Eigenverlag


Jahr:

1994



Abstract:


26.000 Anzeigen auf Verdacht einer Wirbelsäulen-Berufskrankheit gingen 1993 bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften ein. In nur etwa 60 von 6.200 abschließend bearbeiteten Fällen konnte 1993 eine berufliche Verursachung der Erkrankung festgestellt werden.

Nach Angaben des Hauptverbandes liegt der Grund für dieses Auseinanderklaffen in den zu hohen Erwartungen, die mit der Aufnahme der Wirbelsäulen-Erkrankungen in die Berufskrankheiten-Liste in der Bevölkerung geweckt wurden.

Die Berufsgenossenschaften können eine Wirbelsäulen-Erkrankung nur dann als Berufskrankheit anerkennen, wenn sie durch das Heben schwerer Lasten (mindestens zwischen 10 und 25 Kilogramm) oder durch Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung über mehr als zehn Jahre entstanden sind. Diesen starken Gefährdungen waren und sind insgesamt nur sehr wenige Arbeitnehmer ausgesetzt. Betroffene Berufsgruppen können unter anderem sein: Transportarbeiter, Maurer, Krankenpflegepersonal, Arbeiter unter Tage und Fleischträger.

Ebensfalls anerkannt werden können bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule, die durch langjährige Einwirkung von Ganzkörperschwingungen verursacht wurden. In Frage kommen hier vorwiegend Fahrer von Erdbaumaschinen und Baustellen-Lkw. Weitere Voraussetzung einer Anerkennung als Berufskrankheit in allen Fällen: Die Erkrankung hat nach dem 1. April 1988 (Stichtag) zur Aufgabe der schädigenden Tätigkeit geführt.

Damit Berufskrankheiten erst gar nicht entstehen, entwickeln die Berufsgenossenschaften auch in diesem Bereich verstärkt Konzepte der Prävention. Wann immer möglich, müssten rückenbelastende Tätigkeiten verringert oder mittels technischer Lösungen erleichtert werden (Reduzierung der Lasten, Hebe- und Tragehilfen). Wo dies nicht zu erreichen sei, müssten die Beschäftigten in den Betrieben jedenfalls geschult werden, damit sie über Hebetechniken mit nur geringen Gefährdungen für den Rücken verfügen, fordert Hinne. Die Berufsgenossenschaften wollen Rückenschulprogramme verstärkt auch in Kooperation mit den Krankenkassen entwickeln.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialpolitische Umschau
Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung
Erschienen von Dezember 1953 bis März 2001

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0107/962


Informationsstand: 07.02.1995

in Literatur blättern