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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zu hohe Erwartungen bei Wirbelsäulen-Berufskrankheiten


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)


Quelle:

Reha-Info, 1994, Nummer 5, Seite 13, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

1994



Abstract:


Rund 26.000 Anzeigen auf Verdacht einer Wirbelsäulen-Berufskrankheit gingen 1993 bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften ein, 6. 200 Fälle wurden abschließend bearbeitet. In nur etwa 60 von 6. 200 abschließend bearbeiteten Fällen konnte 1993 eine berufliche Verursachung der Erkrankung festgestellt werden. 'Der Grund für dieses Auseinanderklaffen liegt in den zu hohen Erwartungen, die mit der Aufnahme der Wirbelsäulenerkrankungen in die Berufskrankheiten-Liste in der Bevölkerung geweckt wurden', erklärt Klaus Hinne, Vorstandsvorsitzender des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften.

Die Berufsgenossenschaften können eine Wirbelsäulen-Erkrankung nur dann als Berufskrankheit anerkennen, wenn sie durch das Heben schwerer Lasten (Mindestens zwischen 10 und 25 Kilogramm) oder durch Tätigkeiten in extreme Rumpfbeugehaltung über mehr als zehn Jahre entstanden sind. Diesen starken Gefährdungen waren und sind insgesamt nur sehr wenige Arbeitnehmer ausgesetzt. 'Alle sitzenden Tätigkeiten beispielsweise an Büroarbeitsplätzen scheiden als Ursache für die Wirbelsäulen-Berufskrankheiten aus', stellte Hinne klar.

Betroffene Berufsgruppen können unter anderem sein: Transportarbeiter, Maurer, Krankenpflegepersonal, Arbeiter unter Tage und Fleischträger. Ebenfalls anerkannt werden können bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule, die durch langjährige Einwirkung von Ganzkörperschwingungen verursacht wurden. In Frage kommen hier vorwiegend Fahrer von Erdbaumaschinen und Baustellen-Lkw. Weitere Voraussetzung einer Anerkennung als Berufskrankheit: Die Erkrankung hat nach dem 1. April 1988 (Stichtag) zur Aufgabe der schädigenden Tätigkeit geführt.

Damit Berufskrankheiten erst gar nicht entstehen, entwickeln die Berufsgenossenschaften auch in diesem Bereich verstärkt Konzepte der Prävention. Wann immer möglich müssten rückenbelastende Tätigkeiten verringert oder mittels technischer Lösungen erleichtert werden (Reduzierung der Lasten, Hebe- und Tragehilfen). Wo dies nicht zur erreichen sei, müssten die Beschäftigten in den Betrieben geschult werden, damit sie über Hebetechniken mit nur geringen Gefährdungen für den Rücken verfügen, forderte Hinne. Die Berufsgenossenschaften wollen Rückenschulprogramme verstärkt auch in Kooperation mit den Krankenkassen entwickeln.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Menschen mit Wirbelsäulenerkrankung am Arbeitsplatz | REHADAT-Gute Praxis




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Reha-Info - Beilage in der Zeitschrift Die Rehabilitation
Homepage: https://www.bar-frankfurt.de/publikationen/reha-info/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0103/1160


Informationsstand: 07.07.1995

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