Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Statistik der Ausgaben für Rehabilitation und Teilhabe 2002-2004


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)


Quelle:

Reha-Info, 2005, Nummer 3, Seite 24-27, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

2005



Abstract:


Einführung:

Im Jahre 2004 haben die Sozialleistungsträger insgesamt 25,6 Milliarden Euro für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ausgegeben. In absoluten Zahlen haben sie in 2004 fast 250 Millionen Euro mehr ausgegeben als 2004. Damit zeigen die Ausgaben mit +1,0 Prozent eine geringere Steigerungsrate als in den Vorjahren, in denen die Steigerungsrate kontinuierlich von 6,2 Prozent (im Jahr 2000) auf 3,6 Prozent (im Jahr 2003) zurückging.

Krankenversicherung:

Die Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der gesetzlichen Krankenversicherung sind in 2002 erstmals um -1,5 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang der Ausgaben hat sich in 2003 mit -4,7 Prozent und auch in 2004 mit -4,5 Prozent fortgesetzt. Vergleicht man die einzelnen Leistungsbereiche, so lassen sich bestimmte Tendenzen aufzeigen. Im Bereich der stationären Leistungen gehen die Ausgaben für Anschlussrehabilitation in 2004 erstmals um -1,5 Prozent zurück, nachdem sie in 2003 nur noch um 0,3 Prozent gestiegen sind. In den vorangegangenen Jahren haben sie kontinuierlich zu Lasten der übrigen stationären Leistungen zugenommen.Auch wenn die Ausgaben für Anschlussrehabilitation in 2004 leicht gesunken sind, ist die gegenläufige Entwicklung bei den übrigen stationären Leistungen mit -15 Prozent in 2003 und -11,1 Prozent in 2004 mehr als deutlich.

Besonders einschneidend ist der Rückgang der Ausgaben mit -41,9 Prozent bei der Rehabilitation für Mütter und Väter. Als ein wesentlicher Grund für das gegenwärtig zu beobachtende rückläufige Antragsverhalten werden die geänderten Zuzahlungs-/ Härtefallregelungen des GKV-Modernisierungsgesetz angesehen, die vor allem für Mütter und Väter mit geringem Einkommen ein Hindernis darstellen können.

Hinzu kommt, dass bei vielen Versicherten die generelle Sorge um ihren Arbeitsplatz dazu führt, dass auf Anträge verzichtet wird. Auch deutet vieles darauf hin, dass die Zahl der antragsberechtigten Mütter und Väter aufgrund demografischer Entwicklungen rückläufig ist. Beeinflusst wird der Ausgabenrückgang in der Rehabilitation durch eine zielgenaue Zuweisung in die Vorsorge und Rehabilitation mit der Folge einer stationären Inanspruchnahme von Vorsorgeleistungen. Nachdem die Ausgaben für die ambulante Rehabilitation in 2003 noch um 10 Prozent gesunken sind, ist für 2004 wieder ein Ansteig von fast 10 Prozent zu verzeichnen.

Bis 2002 zeigten die Ausgaben für den Rehabilitationssport und das Funktionstraining kontinuierliche Steigerungsraten. Nachdem in 2003 ein Ausgabenrückgang von fast 6 Prozent zu verzeichnen war, sind die Ausgaben in 2004 wieder über 14 Prozent gestiegen. Bei den sonstigen Ausgaben für ergänzende Leistungen nach § 43 SGB V ist ein weiterer Rückgang von fast 14 Prozent zu verzeichnen. Hierzu zählen solche Leistungen, die dazu beitragen, das Rehabilitationsziel zu erreichen oder zu sichern, sowie wirksame und effiziente Patientenschulungsmaßnahmen für chronisch Kranke.

Die Aufwendungen für Leistungen in sozialpädiatrischen Zentren sind in den letzten Jahren kontinuierlich um zuletzt über 16 Prozent in 2004 gestiegen. Bezogen auf die letzten fünf Jahre bedeutet dies einen Ausgabenanstieg von über 50 Prozent. Darüber hinaus erbringen die Krankenkassen auch rehabilitative Leistungen im Rahmen der Heil- und Hilfsmittelversorgung, die jedoch in der Statistik nicht im Einzelnen ausgewiesen sind.

Rentenversicherung:

2004 ist bei der Deutschen Rentenversicherung mit -3,1 Prozent ein Ausgabenrückgang für Rehabilitation und Teilhabe zu verzeichnen. Während bei den Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation ein Rückgang um -6,5 Prozent zu verzeichnen ist, liegt bei den Ausgaben zur Teilhabe am Arbeitsleben eine Steigerungsrate von 4 Prozent vor. Damit verstärkt sich die Tendenz der letzten Jahre: Rückgang bei den Ausgaben zur medizinischen Rehabilitation und Zuwachs bei den Ausgaben zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Bei den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation lag der Hauptanteil der Ausgaben mit 79 Prozent bei den stationären Leistungen. Dagegen entfielen auf ambulante Leistungen nur knapp 4 Prozent der Ausgaben. 14 Prozent der Ausgaben wurden für die Zahlung von Übergangsgeld verwandt und circa 3 Prozent der Ausgaben wurden für sonstige ergänzende Leistungen gezahlt.

Bei den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben entfielen nur circa 15 Prozent der Ausgaben auf stationäre Leistungen, dagegen über 29 Prozent auf ambulante Leistungen. Auf Leistungen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes entfielen 10 Prozent der Ausgaben. Der Hauptanteil der Ausgaben mit 40 Prozent wurde für die Zahlung von Übergangsgeld verwandt. Für spezielle Aufgaben der Teilhabe am Arbeitsleben (insbesondere Abklärung der beruflichen Eignung oder Arbeitserprobung) wurden 1 Prozent und für sonstige ergänzende Leistungen 5 Prozent der Ausgaben bereitgestellt.

Getrennt hiervon werden die Sozialversicherungsbeiträge (+1,2 Prozent) sowie die sonstigen Leistungen nach
31 SGB VI (+6 Prozent) erfasst. Hierzu zählen unter anderem nachgehende Leistungen zur Sicherung des Rehabilitationserfolges, Nach- und Festigungskuren wergen Geschwulsterkrankungen oder stationäre Heilbehandlungen für Kinder.

Alterssicherung der Landwirte:

Gesondert von der Statistik der Deutschen Rentenversicherung werden die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe durch die Landwirtschaftlichen Alterkassen erfasst. Diese Ausgaben sind in den letzten Jahren kontinuierlich bis auf 20,4 Mio. Euro in 2004 zurückgegangen.

Unfallversicherung:

Bei den Trägern der Unfallversicherung sind die Ausgaben für Heilbehandlungen und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in 2004 um -0,9 Prozent gegenüber 2003 zurückgegangen. In 2002 betrug die Steigerungsrate noch 3, 3 Prozent, sank dann jedoch in 2003 um -0,8 Prozent.

Von den insgesamt 3,4 Milliarden Euro entfielen 91 Prozent auf die Heilbehandlungen einschließlich medizinischer Rehabilitationsleistungen, die jedoch nicht im einzelnen ausgewiesen werden. Hierunter werden die Ausgaben für ambulante Heilbehandlungen und Zahnersatz mit einem Anteil von 33 Prozent, stationäre Behandlung und häusliche Krankenpflege mit einem Anteil von 30 Prozent, Verletztengeld und besondere Unterstützung mit einem Anteil von 17 Prozent sowie sonstige Heilbehandlungskosten und ergänzende Leistungen zur Heilbehandlung mit einem Anteil von 20 Prozent zusammengefasst. Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sind Teil der sonstigen Heilbehandlungskosten. Sie haben in 2004 um 1 Prozent abgenommen, machen jedoch mit 1 Prozent auch nur einen Bruchteil der gesamten Heilbehandlungskosten aus.

Bei den Aufwendungen für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben entfielen 41 Prozent auf Sachleistungen und weitere 43 Prozent auf Übergangsgeld einschließlich Sozialversicherungsbeiträge. Die übrigen Ausgaben (16 Prozent) verteilen sich auf Reisekosten, Haushaltshilfe sowie sonstige ergänzende Leistungen und Übergangsleistungen.

Bundesagentur für Arbeit:

Nach den Jahresendergebnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sanken die Aufwendungen für den Bereich der beruflichen Eingliederung von behinderten Menschen im Jahr 2004 erstmals um fast 1 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro, nachdem sie in den vorangegangenen Jahren Steigerungsraten zwischen 5 Prozent und 7 Prozent aufwiesen. Die BA unterscheidet dabei in ihrer Statistik zwischen Pflicht- und Ermessensleistungen, wobei der weitaus überwiegende Teil der Aufwendung (insgesamt 87 Prozent) für die Pflichtleistungen bereitgestellt wurde, die damit gegenüber 2003 um knapp 1 Prozent zugenommen haben (2003 waren es noch 9 Prozent und 2002 14 Prozent).

Pflichtleistungen umfassen unter anderem Übergangsgeld, Ausbildungsgeld, Ausbildungsbeihilfe, Teilnahmekosten für Maßnahmen (zum Beispiel in Berufsbildungswerken, Berufsförderungswerken oder WfbM), sonstige Hilfen (Kraftfahrzeughilfe, Verdienstausfall, Hilfsmittel, technische Arbeitshilfen, Wohnkosten, sonstige Hilfsmittel) sowie Darlehnen für sonstige Hilfen.

Zu den Ermessensleistungen zählen u.a. Unterhaltsgeld und Teil-Unterhaltsgeld, Förderung benachteiligter behinderter Auszubildender (zum Beispiel ausbildungsbegleitende Hilfen oder Berufsausbildung in überbetrieblichen Ausbildungen), Zuschüsse zu den Kosten der beruflichen Wiedereingliederung (zum Beispiel Lehrgangskosten oder Zuschüsse zu Trainingsmaßnahmen), Zuschüsse an Arbeitgeber (zum Beispiel Zuschüsse bei betrieblicher Ausbildung, Arbeitshilfen oder Probebeschäftigung), sonstige allgemeine Kosten (zum Beispiel Bewerbungskosten, Reisekosten oder sonstige Beihilfen) sowie Darlehn für Mobilitätshilfen (Übergangs- und Umzugskostenbeihilfen).

Im Jahresdurchschnitt befanden sich 145.000 (2003: 141.000) behinderte Menschen in solchen Maßnahmen, davon 101.700 (2003: 95.000) in einer Ersteingliederung und 43.000 (2003: 45.400) in einer Wiedereingliederung.

Integrationsämter:

Die Integrationsämter haben im Jahr 2004 insgesamt 397 Millionen Euro aus Mitteln der Ausgleichsabgabe für die berufliche Eingliederung schwerbehinderter Menschen ausgegeben. Die Mehrausgaben von über 7 Prozent gegenüber 2003 ergaben sich daraus, dass den Integrationsämtern mehr Mittel aus der Ausgleichsabgabe zur Verfügung standen.

Der Hauptanteil dieser Mittel entfiel auf die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben, die mit 292 Millionen Euro fast drei Viertel der Ausgaben der Integrationsämter ausmachte. 25 Millionen Euro gehen davon dirket an schwerbehinderte Menschen, 220 Millionen Euro an Arbeitgeber schwerbehinderter Menschen und 46 Mio. Euro an freie Träger der INtegrationsfachdienste. Die Statistik zeigt, dass mehr als 55 Prozent der Mittel aus der Ausgleichsabgabe direkt als finanzielle Leistungen an die Arbeitgeber zurückfließen, die ihrer Beschäftigungspflicht nachkommen.

Die restlichen 26 Prozent der Ausgaben der Integrationsämter verteilen sich auf die Förderung von Arbeitsmarktprogrammen, die in 2004 jedoch gegenüber 2003 rückläufig waren (-9 Prozent), sowie auf sonstige Leistungen wie die institutionelle Förderung, Schulung und Öffentlichkeitsarbeit, Forschungs- und Modellvorhaben.

Eingliederungshilfe:

Nach der Sozialhilfestatistik des Statistischen Bundesamtes wurden im Rahmen der Eingliederungshilfe der Sozialhilferäger Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft in Höhe von 11,5 Milliarden Euro im Jahr 2004 erbracht. Dies entspricht einer Steigerung von 5 Prozent gegenüber 2003. Auf die medizinischen Leistungen entfallen nur 3 Prozent der Ausgaben. 32 Prozent der Ausgaben gehen zu Lasten der Teilhabeleistungen am Arbeitsleben und über zwei Drittel (65 Prozent) werden für Leistungen zur Teilhabe am Leben der Gemeinschaft aufgewandt.

Die Ausgaben für medizinische Leistungen zur Rehabilitation umfassen zu 29 Prozent ärztliche Behandlung, Körperersatzstücke und Hilfsmittel sowie zu 71 Prozent Suchtkrankenhilfe. Insgesamt ist ein Rückgang der Ausgaben von fast 16 Prozent gegenüber 2003 zu verzeichnen. Besonders drastisch zeigt sich dieser Rückgang bei den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation mit -40 Prozent. Dies könnte unter anderem dadurch begründet sein, dass seit In-Kraft-Treten des über 80 Prozent aller Sozialhilfeempfänger in der gesetzlichen Krankenversicherung als vorrangig zuständigem Rehabilitationsträger versichert sind.

Die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben entfallen zu 6 Prozent auf Hilfen zur Berufsausbildung, Fortbildung und Arbeitsbeschaffung sowie zu 94 Prozent auf Leistungen im Arbeitsbereich von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).

Die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft werden zu 12 Prozent für heilpädagogische Leistungen für Kinder, zu 12 Prozent für Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung sowie zu 76 Prozent für sonstige Eingliederungshilfe verwandt. Unter der sonstigen Eingliederungshilfe werden neben Hilfen in einer sonstigen Beschäftigungsstätte oder Besuchsbeihilfen außerhalb von WfbM inbesondere stationäre Leistungen nach § 55 Absatz 2 Nummer 6 SGB IX zu selbstbestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten erfasst.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Weitere Artikel aus der Serie 'Ausgaben für Rehabilitation und Teilhabe'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Reha-Info - Beilage in der Zeitschrift Die Rehabilitation
Homepage: https://www.bar-frankfurt.de/publikationen/reha-info/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0103/1007x02


Informationsstand: 02.04.2013

in Literatur blättern