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Bibliographische Angaben zur Publikation

Menschen mit Handicap und chronisch Kranken solidarisch begegnen - Gesundheitssystem muss auf besondere Bedürfnisse eingehen


Autor/in:

Nicklas-Faust, Jeanne; Grüber, Katrin


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2007, 17. Jahrgang (Heft 4), Seite 234-237, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2007



Abstract:


Das Gesundheitssystem ist vom Grundsatz der Solidarität geprägt. Die Solidarität durch die gesetzliche Krankenversicherung ist eine Solidarität der Gesunden mit den Kranken, da beide gleiche Beitragssätze zahlen, und eine Solidarität der Besserverdienenden mit den Schlechterverdienenden, da sich der Beitragssatz am Einkommen orientiert. Menschen mit Behinderung sind oftmals besonders auf Solidarität angewiesen.

Um Leistungen des Gesundheitssystems in Anspruch nehmen zu können, müssen für Menschen mit Behinderung bestimmte Bedingungen erfüllt sein, wie beispielsweise barrierefrei zugängliche Arztpraxen. Im Gesundheitswesen wird den Anforderungen von Menschen mit Behinderungen zurzeit noch nicht genügend Rechnung getragen. Und so gibt es noch zahlreiche bauliche Barrieren. Der Bedarf von Menschen mit chronischen Krankheiten ist in der Regel sehr hoch. Für sie ist es wichtig, dass Ärzte die Linderung der Symptome und nicht die Heilung in den Mittelpunkt der Behandlung rücken.

Ein Ziel der Gesundheitsreform war es bislang, Kosten durch Leistungseinschränkungen zu senken. Diese Sparmaßnahmen treffen besonders diejenigen, die auf medizinische Leistungen angewiesen sind und nur über ein geringes Einkommen verfügen. Menschen mit Behinderung sind aus ökonomischer Sicht im Durchschnitt schlechter gestellt, überdurchschnittlich häufig arbeitslos und da sie über geringe Finanzmittel verfügen, stellen Zuzahlungen eine Hürde für eine angemessene Versorgung dar. Zusätzlich fehlen die Möglichkeiten an Bonus-Programmen der Krankenkassen teilzunehmen. Problematisch ist, dass es bislang vor allem Ziel von Präventionsprogrammen war, Krankheit zu vermeiden und nicht eine Verschlechterung der Gesundheit zu vermeiden.

Es lässt sich zusammenzufassen, dass Reformen des Gesundheitswesens im Sinne eines Disability Mainstreaming auf ihre Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung überprüft werden sollen. Zudem ist ein Perspektivenwechsel notwendig, da zwar Kosten eingespart werden müssen, dass es aber auch Bereiche gebe, in denen es notwendig ist, Geld auszugeben. Die Prioritätensetzung im Gesundheitswesen sollte sich in erster Linie an den Interessen der behinderten Menschen orientieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/6165


Informationsstand: 15.06.2007

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