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Bibliographische Angaben zur Publikation

Im Test: Autos von der Stange für behinderte Menschen (Teil 1)

Welcher Interessent beim Kauf auf welche Details achten sollte



Autor/in:

Friedrich, Edmund


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2001, 11. Jahrgang (Heft 2), Seite 71-82, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2001



Abstract:


Teil 1

Die Mobilitätsbedürfnisse behinderter Menschen erfahren zunehmend eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit. Menschen mit körperlichen Handicaps stellen an ihre Umwelt Ansprüche, die ihnen einen möglichst unverstellten Zugang zu den zahlreichen Angeboten bieten sollen, der für nicht behinderte Personen selbstverständlich ist. Auch die Stiftung Warentest trägt dieser Entwicklung Rechnung.

In einem Test überprüften mobilitätseingeschränkte aber aktive Autofahrer 13 PKws - Kleinwagen, Limousinen und Kombifahrzeuge - inwieweit sie in ihrer jeweiligen Ausstattung ab Werk den speziellen Anforderungen von behinderten Menschen genügen. Zu der Testgruppe der behinderten Personen gehörten neben Rollstuhlfahrern und an Arm oder Bein behinderten Menschen auch Senioren.

Getestet wurden die gesamte Einstiegssituation vom Türöffnen und Einsteigen ins Auto, die Sitzaufnahme inklusive seiner verschiedenen Einstellungen, sowie die vielen Bedienelemente im Auto. Bei den Rollstuhlfahrern wurde zusätzlich die Verlademöglichkeit des Rollstuhl geprüft. Die Unterteilung in Rollstuhlfahrer, Arm- und Beinbehinderte sowie Senioren nach ihren jeweiligen Mobilitätseinschränkungen folgt einem allgemein üblichen Vorgehen.

Vor dem Hintergrund des veröffentlichten Tests möchte der Artikel die allgemeinen Probleme darstellen, die jeden behinderten Autofahrer betreffen. Am Ende der vorgestellten Problemzonen werden für die unterschiedlichen Behinderungsgruppen Fazits gezogen. Wenn behinderte Menschen ein Auto aktiv benutzen, wird dies entscheidend von den beiden Komponenten persönliche Funktionseinschränkungen und der technischen Ausstattung des Autos bestimmt.

Im Folgenden soll dargestellt werden, wie die Ab-Werk-Ausstattung von Autos aus Sicht mobilitätseingeschränkter Fahrer beurteilt wird. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht umgerüstete Fahrzeuge den Anforderungen von Behinderten nicht genügen können. Aber in der Konfrontation mit diesen Autos kristallisieren sich die besonderen Probleme, die sich an und in den Fahrzeugen für ihre gehandicapten Benutzer recht schnell ergeben, gut erkennbar heraus. Je nach Behinderungsart müssen diese Problemzonen natürlich anders gewichtet werden.

Wenn auch in einzelnen Fällen auf Breiten- und Höhenmaße hingewiesen wird, die die Benutzung des Fahrzeugs entscheidend beeinflussen, so werden dennoch keine konkreten Daten genannt. Vielmehr soll der bloße Hinweis auf den möglichen, ja meist notwendigen Vergleich mit den Maßangaben anderer Autos aufmerksam machen. Bestimmte Höhen und Breiten wie etwa der Türen sind schlichtweg nicht veränderbar, weshalb beim Kauf eines Autos darauf besonders geachtet werden muss.

Wenn auch in einzelnen Fällen auf Breiten- und Höhenmaße hingewiesen wird, die die Benutzung des Fahrzeugs entscheidend beeinflussen, so werden dennoch keine konkreten Daten genannt. Vielmehr soll der bloße Hinweis auf den möglichen, ja meist notwendigen Vergleich mit den Maßangaben anderer Autos aufmerksam machen. Bestimmte Höhen und Breiten wie etwa der Türen sind schlichtweg nicht veränderbar, weshalb beim Kauf eines Autos darauf besonders geachtet werden muss. Für Menschen mit Behinderungen ist der Einstieg in ein Auto in den häufigsten Fällen keine reibungslose Selbstverständigkeit.

Die gesamte Einstiegssituation teilt sich in mehrere deutlich unterscheidbare Abschnitte. Diese beanspruchen verschiedene Körperteile auf unterschiedlichem Niveau. Zunächst bietet das Öffnen der Fahrertür, inklusive Bedienung des Türschlosses das erste Hindernis. Schließlich ist der tatsächliche Einstieg, der Transfer ins Auto, die nächste Hürde. Die hierbei entscheidenden Daten sind die Sitzeinstellungen, seine Höhen-und Längsverstellbarkeit.

Hat man als Behinderter endlich Platz genommen, erweisen sich die weiteren Handhabungen, die vor dem endgültigen Start des Autos noch getätigt werden müssen, ebenfalls als einzelne Anforderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Nach der Sitzaufnahme stellen die vielen kleineren und größeren Bedienteile und Funktionselemente mit ihren unterschiedlichen Handhabungen eine Herausforderung dar. Für die Rollstuhlfahrer ist natürlich die Mitnahme ihres Gefährtes ein ausschließendes Kriterium. Tür öffnen und schließen Die Türbreite und ihr Öffnungswinkel beeinflussen für Rollstuhlfahrer den Einstieg nicht unerheblich. Zum Öffnen der Tür muss diese zuerst an ihrem Schloss oder Griff entriegelt werden.

Das Entriegeln selber geschieht immer häufiger über Schlüssel mit Funkkontakt/Fernbedienung, dadurch wird ein großes Hindernis für handbehinderte Autofahrer beseitigt. Denn die Einführung des in der Regel klein gestalteten Schlüssels in das Schloss selbst bereitet diesen Personen, worunter besonders auch Tetraplegiker fallen, teilweise erhebliche Schwierigkeiten. Die genaue Schlüsselführung erfordert eine nicht unerhebliche Koordination der Finger. Das gleiche Problem tritt bei der Bedienung des Zündschlosses wieder auf. In vielen Fällen kann das Benutzen eines Adapters auf den Schlüsselgriff seine Handhabung erleichtern.

Auch die Betätigung des Türgriffes selber hängt von seiner spezifischen Ausführung ab. Längliche Handgriffe mit einzelnem Druckknopf oder schmale Griffplatten, die etwas nach oben angehoben werden müssen, sind bei den neuen Autos in aller Regel leichtgängig und entsprechend einfach zu betätigen. Schon bedeutend schwieriger sind die kleinen Hebel zu fassen, die seitlich an der Tür hinter einer dann auch noch selber kleinen Ausbuchtung des Blechs verborgen sind. Personen mit stärkerer Beeinträchtigung der Fingermotorik müssen sich hier ziemlich mühen, um die Tür öffnen zu können.

Ein wichtiger Faktor ist die Breite der Tür. Auf den ersten Blick genügt vielleicht die Faustformel 'je breiter die Tür, desto leichter der Einstieg'. Aber Türe öffnen ist ein komplexer Vorgang, der auch noch von anderen Faktoren abhängt. Dazu gehört etwa der Öffnungswinkel der Tür. Je weniger die Tür sich auf schwenken lässt, desto schwieriger ist der Einstieg. Beinamputierte Personen oder Rollstuhl benötigen immer mehr Spielraum beim Einstiegen. Zum Transfer auf den Fahrersitz muss schließlich der Stuhl möglichst parallel an den Sitz herangefahren werden. Ein zu schmaler Öffnungswinkel kann diesen Transfer erheblich einschränken.

Beeinflusst wird das Öffnungsszenario auch vom Schwingverhalten der Tür, das je nach Schwergängigkeit schon einigen Kraftaufwand benötigt. Hiermit hängt weiterhin die äußerste Arretierungsstufe der aufgeschlagenen Tür zusammen. Wenn ein solcher Arretierungspunkt nur unzureichend vorhanden ist, kann die gerade geöffnete Tür wieder zufallen und den Einstieg beeinträchtigen, manchmal verbunden mit Verletzungsgefahren. Der andere Extremfall ist ein kaum zu überwindender Arretierungspunkt. Denn dann ist eine bis zum Anschlag geöffnete Tür vom Sitz aus nur mit größter Kraftanstrengung zu schließen.

Ein letzter Faktor ist völlig unabhängig von der jeweiligen Konstruktion des Autos: die externen Platzbedingungen. Was nützt eine breite Tür mit großem Öffnungswinkel, wenn ein anderes Fahrzeug 30 cm neben der Fahrertür steht ? Rollstuhlfahrer Benutzer von Rollstühlen haben eher Probleme mit dem Türaufschwung bis zum Arretierungspunkt. Sie benötigen während des gesamten Öffnungsvorgangs auch sehr viel mehr Platz für das notwendige Rangieren des Rollstuhls. Arm/Beinbehinderte Gehbehinderte Autofahrer, besonders Prothesenträger haben beim Türaufschwung die gleichen Probleme wie die Rollstuhlfahrer. Leichtgängige Türen mindern diese deutlich.

Dagegen haben Autofahrer mit eingeschränkter Motorik von Hand und Finger Schwierigkeiten bei der Handhabung des Türgriffes und Türschlosses. Senioren, ältere Autofahrer ohne spezifische Beeinträchtigungen haben im Allgemeinen keine auffälligen Probleme mit dem Türöffnen. Einzig nachlassende Kraft kann sich beim Aufschwingen einer schwergängigen Tür störend auswirken. Ein-und Aussteigen Die entscheidenden Faktoren für den konkreten Einstieg in das Auto sind die Einstiegshöhe, Sitzhöhe und Sitz-Längsverstellung. Unterschiedliche Abmessungen und Karosseriegestaltungen machen sich hier besonders bemerkbar.

Die Einstiegshöhe umfasst die Höhe der Türschwelle über dem Boden und die Höhe der Sitzfläche. Beide Höhenangaben sind feste Größen. Die Sitzhöhe ergibt sich aus der tiefsten und hintersten Einstellung des Sitzes, zudem muss die Sitzfläche unbelastet sein. Die Türschwellenhöhe kann je nach Autotyp erheblich variieren. Beim Ausmessen der Sitzhöhe sollte aber auf Folgendes geachtet werden. Nach ECE (Economic Commission for Europe)-Norm wird die Sitzhöhe von einem Mittelwert der Sitzfläche definiert. Das aber ist für Behinderte nur bedingt relevant. Die meisten Autositze haben eine seitlich eingearbeitete Pelotte. Die Höhe dieser Wulst differiert teilweise bis zu mehreren Zentimetern. Und sie liegt immer höher als die tatsächliche Sitzfläche. Das ist für die konkrete Sitzaufnahme bei bestimmten Behinderungen aber entscheidend.

Insbesondere Rollstuhlfahrern, die direkt vom Stuhlsitz aus mit ihrem Körper auf den Autositz rutschen, müssen diese Pelotte als störenden Einstiegsfaktor berücksichtigen. Darüber hinaus sind die Pelotten manchmal aus derartig hartem Material gearbeitet, dass sie beim Rüberrutschen geradezu weh tun. Empfindsame Personen entfernen dann durchaus das Innenmaterial der Wulst. Da die Sitzeinstellungen häufig vor dem Einstieg und dann nach der Sitzaufnahme wieder geändert werden müssen, beeinflusst die Bedienbarkeit der Verstellfunktionen natürlich die gesamte Einstiegssituation.

Vor allem Rollstuhlfahrer und beinamputierte Personen sind häufiger als andere genötigt, die Sitzeinstellungen beim Einstieg zu verändern. Je leichter die entsprechenden Bedienteile erreichbar und handbar sind, desto besser können sie auch von den Nutzern in Anspruch genommen werden. Rollstuhlfahrer Für Rollstuhlfahrer sind die Höhendaten von Türschwelle und Sitz ein wichtiges Kriterium. Dies gilt insbesondere für Tetraplegiker, die ein Rutschbrett für den Transfer ins Auto benötigen. Üblich ist, dass die Einstiegshöhe der Autos um wenige Zentimeter höher liegt als die Sitzhöhe des Rollstuhls. Beim Transfer ins Auto muss also auf dem Rutschbrett eine leichte Steigung überwunden werden. Allerdings gibt es auch Autos mit einer so großen Einstiegshöhe, dass die Höhendifferenz schlichtweg nicht mehr zu überwinden ist.

Arm/Beinbehinderte
Für am Bein behinderte Personen, besonders amputierte, bietet die Einstiegshöhe ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Hindernis. Je größer der Abstand vom Boden ist, desto schwieriger wird sich das Einsteigen mit einer Beinprothesen gestalten. Senioren Ältere Autofahrer ohne spezifische Beeinträchtigungen der Körperfunktionen haben im Allgemeinen keine auffälligen Probleme mit dem Einstieg ins Auto. Das Nachlassen allgemeiner physischer Funktionen dürfte auch diese Gruppe dazu anhalten, die Einstiegshöhe als ein Beurteilungskriterium des Autos zu betrachten.

Sitzeinstellungen
Die Qualität des Sitzens im Fahrzeug hängt wesentlich von den Möglichkeiten individuellen Sitzeinstellungen ab. Neben der optimalen individuellen Sitzanpassung dienen die Verstellmöglichkeiten behinderten Autofahrern zur Erleichterung beim Einsteigen und Verladen des Rollstuhls. Die Verstellbarkeit von Sitzpositionen ist für behinderte Autofahrer allgemein von sehr großer Bedeutung, weil sie recht häufig getätigt werden müssen. Die verschiedenen Einstellungen werden mittels Handräder und Hebel- oder Federkraftmechanismus vorgenommen. Neben der möglichst leichten Bedienbarkeit dieser Vorrichtungen ist für die Benutzer ihre bloße Erreichbarkeit von größter Wichtigkeit.

Die Sitze lassen sich in drei Variationen verstellen: zum einen ist dies die Längsverstellung nach vorn und hinten, zum anderen die Höhenverstellung der Sitzfläche und schließlich die Verstellung der Rückenlehne. Ein Sonderfall ist das Vorklappen des gesamten Sitzes, denn dies ist nur bei dreitürigen Autos möglich. Andrerseits werden dreitürige Fahrzeuge von nicht wenigen Behinderten bevorzugt, vor allem von Rohlstuhlfahrern. Denn bei diesen Fahrzeugen sind die Türen breiter, was für die Verladung des Rollstuhls von ganz entscheidender Bedeutung ist. Die Längsverstellung wird mit einem Hebel oder einer Stange vorgenommen, die sich unterhalb der vorderen Sitzkante befinden. Mit diesen Bedienhebeln wird ein Zugkraftmechanismus betätigt.

Naturgemäß muss für die Versetzung des Sitzes nach hinten nur wenig Körperkraft aufgewendet werden. Anders verhält es sich bei der Sitzverstellung nach vorn. Nach Lösung des Hebels ist häufig sogar eine erhebliche Kraftanstrengung vonnöten, um den Sitz in die gewünschte Position bringen zu können. Dazu werden die Füße regelrecht in den Fahrzeugboden gestemmt, zudem wird irgend ein vorderer Haltepunkt ergriffen, woran sich dann die Person mit Sitz nach vorne zieht. Diese unterstützende Hilfe bieten meist das Lenkrad oder der seitliche Türgriff. Für behinderte Personen mit insgesamt geschwächter Körperkonstitution ist diese Sitzverstellung meist nur unter allergrößten Anstrengungen möglich. Kommen weiter Funktionseinschränkungen wie mangelnde Armkraft oder gar Armamputationen hinzu, ist die Sitzlängsverstellung ohne fremde Hilfe ein hoffnungsloses Unterfangen.

Die Höhenverstellung des Sitzes geschieht über einen Federdruckmechanismus oder einem Handrad. Beide Bedienteile sind seitlich zwischen Sitzfläche und Türseite angebracht. Allerdings sind bei weitem nicht alle Fahrzeuge der unteren Klasse damit ausgestattet. Für diese Sitzeinstellung muss häufig der eigene Körper des Benutzers mit eingesetzt werden. Je nach Bedarf wird dann der Körper etwas angehoben oder entsprechend gegendie Sitzfläche gedrückt. Auch hierzu ist eine gewisse stabile Körperkonstitution erforderlich. Das Verstellen der Rückenlehne erfolgt über seitlich an der Lehne angebrachte Handräder oder Zughebel, die stufenweise die Arretierung lösen beziehungsweise die Lehne nach vorn ziehen. Wie schon bei der Sitzhöhenverstellung muss auch hier der eigene Körper, der Rücken, in den Einstellvorgang unterstützend mit einbezogen werden. Da dieser Vorgang ebenfalls in der eingenommenen Sitzposition vorgenommen wird, spielt die Anordnung des Bedienteils eine große Rolle.

Ungünstig ist für behinderte Autofahrer das in den meisten Fällen nur einseitig angebrachte Bedienelement. Das Vorklappen des gesamten Sitzes ist meist für den Beifahrersitz im Zusammenhang mit der Verladung des Rollstuhls von großer Bedeutung. Der hierfür notwendige Zughebel ist immer an der Seitenfläche von der Rückenlehne angebracht. Da nun auch diese Sitzverstellung von einigen Benutzern im Sitzen von der Fahrerseite aus vorgenommen wird, erleichtert die Anordnung des Bedienhebels an der linken Innenseite des Beifahrersitzes die Handhabung ungemein. Am meisten wäre den Benutzern damit gedient, wenn auf beiden Seiten ein entsprechender Hebel vorhanden ist. Sowohl die Höhenverstellung als auch die Einstellung der Lehne kann teilweise sehr unangenehm durch mangelnden Platz für die Handhabung beeinträchtigt werden. Allzu häufig sind zwischen Bedienungshebel oder Handrad und der Innverkleidung der Tür beziehungsweise der Mittelstrebe kaum noch Zentimeter für die Hand eingeplant. Auch nur etwas kräftigere Hände und Unterarme führen dann unweigerlich zu Hautabschürfungen.

Rollstuhlfahrer
Von ihnen werden die Sitzeinstellungen sehr häufig in Anspruch genommen. Entsprechend aufmerksam sollten sie bei der Bewertung dieser Funktionen sein. Natürlich hängt auch hierbei vieles von der spezifischen Funktionseinschränkung der Person ab. Doch unabhängig davon ist die Anordnung der jeweiligen Bedienelemente. Die Verstellhebel für das Vorklappen des ganzen Sitzes sollten möglichst auf beiden Seiten der Lehne vorhanden sein. Die Einstellungen der Rückenlehne und der Sitzhöhe, aber auch der Längsverstellung müssen so leichtgängig sein, dass sie mit möglichst geringem Aufwand von Körperkraft vorgenommen werden können. Natürlich gibt es auch hier schon elektrische Austattungen. Doch wie in allen Fällen ist dies eine Frage des Geldes. Solange diese Einschränkung besonders für die behinderten Personengruppen gilt, müssen die manuellen und mechanischen Funktionen so optimal wie möglich funktionieren. Eine schwergängige Längsverstellung ist für Tetraplegiker so gut wie gar nicht zu betätigen; aber auch Paraplegiker und anders gehandicapte Menschen sind in diesem Fall meist außerstande, die hierfür notwendige Körperkraft aufzubringen.

Arm/Beinbehinderte
Für gehbehinderte Personen ist in ganz besonderem Maße die Längsverstellung des Sitzes eine große Hürde. Wenn sie Prothesenträger sind, können sie diese Verstellung nur mithilfe eines anderen Haltegriffes vornehmen. Für armbehinderte Menschen ist die vielleicht wichtigste Frage die nach der Anordnung der vielen Bedienteile. Ist der jeweilige Hebel oder das Handrad für mich überhaupt erreichbar? Ob es dann auch noch mit der individuellen Einschränkung zu betätigen ist, ist damit noch gar nicht beantwortet.

Senioren
Für die älteren Autobenutzer gelten auch in diesem Bereich im Grunde fast alle Gesichtspunkte der beiden anderen Gruppen. Je nach vorhandener beziehungsweise nachlassender Kraft der Körperkonstitution insgesamt sollten die aufgezählten Problemfelder bezüglich Sitzeinstellungen unbedingt beachtet werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/3298A


Informationsstand: 20.06.2016

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