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Bibliographische Angaben zur Publikation

Mehrheit der Europäer fordert barrierefrei Umwelt

Studie fragte nach Verhältnis der EU-Bürger zu Menschen mit Handicap



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2002, 12. Jahrgang (Heft 4), Seite 221-226, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2002



Abstract:


Auf der Grundlage des Eurobarometers wurden im vergangenen Jahr 16.000 EU-Bürger für den Bericht Europäer und Behinderung befragt. Die Umfrage gelangt zu folgenden Hauptergebnissen:

Sechs von Zehn EU-Bürger kennen in ihrem unmittelbaren oder mittelbaren Umfeld einen Menschen mit einer Langzeiterkrankung, Behinderung oder Invalidität. Mehr als fünf Prozent der Bürger der EU sagen von sich selbst, sie seien behindert.

Länderanalysen zeigen, dass eine Mehrheit der Bürger in Gegenwart behinderter Menschen unbefangen ist. Andererseits sind über 40 Prozent der Bevölkerung der Auffassung, andere Menschen fühlten sich in Gegenwart von Menschen mit Behinderung nicht unbefangen.

Die Europäer äußern überwiegend Kritik daran, dass für Menschen mit Behinderung der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungen schwierig ist. 57 Prozent der Europäer sind der Meinung, dass sich die Zugangsbedingungen zu öffentlichen Räumen in den letzten zehn Jahren verbessert hätten.

66 Prozent der Befragten in der EU sind der Auffassung, dass im Wesentlichen die lokalen Behörden dafür zuständig sind, den Zugang zu öffentlichen Räumen für behinderte Menschen zu verbessern.

Rund 57 Prozent der Europäer räumen ein, sie wüssten nicht genug über die 21 in einem Fragebogen aufgeführten Arten von Behinderungen. Beeinträchtigungen aufgrund von Langzeiterkrankungen wie Krebs, Asthma oder Diabetes sind die einzigen mit einem Informationsniveau von 50 Prozent oder mehr. Geistige und psychische Beeinträchtigungen sind am wenigsten bekannt. Nahezu ein Viertel der Europäer vermutet, dass 20 Prozent oder mehr der Bevölkerung in ihrem Land behindert sind.

97 Prozent der Europäer meinen, dass etwas getan werden müsste, um Menschen mit Behinderung besser in die Gesellschaft zu integrieren.

Weiterhin spricht sich die Mehrzahl der EU-Bürger für die Beseitigung physischer Hindernisse aus.

Die Mehrheit der Europäer meint, dass behinderte Kinder dieselben Schulen wie andere Kinder besuchen sollten. ' Geistig behinderte Menschen sollten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden', diese provozierende Aussage wird rigeros abgelehnt und trifft in ganz Europa auf nahezu keinerlei Zustimmung.

Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass die Umfrage nur die von den Europäern zum Ausdruck gebrachten Meinungen erfasst, welche nicht unbedingt ihr Verhalten im Alltag widerspiegeln.

Die Ergebnisse dieser Umfrage sind ein eindeutiger Appell an die Entscheidungsträger im weiteren Sinne: an Politiker, Beamte, Arbeitgeber, und Leiter von Organisationen, die auf lokaler, staatlicher oder europäischer Ebene tätig sind.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/1105


Informationsstand: 19.08.2002

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