Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Alkohol und Beruf

Prävention und Suchthilfe



Autor/in:

Madaus, W.-P.


Herausgeber/in:

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)


Quelle:

Sicherheitsreport, 1999, Heft 1, Seite 36-41, Hamburg: Eigenverlag


Jahr:

1999



Abstract:


Alkoholabhängigkeit als Krankheit ist ursächlich noch nicht zu behandeln, kann aber ambulant und stationär therapeutisch beeinflusst und zum Stillstand gebracht werden. In dem Artikel wird ein bewährtes betriebliches Modell vorgestellt.

Ein wichtiger Aspekt, der zur erfolgreichen therapeutischen Behandlung des Alkoholismus beachtet werden muss, ist seine Anerkennung als Krankheit. Erst wenn dies erkannt ist, können therapeutische Konsequenzen gezogen werden. Das soziale Umfeld kann dabei behilflich sein, den Alkoholismus bewusst als Problem zu erkennen. Als guten Ansatz hat sich dazu herausgestellt, den alkoholkranken Menschen nicht zu bedauern, sondern ihn darauf hinzuweisen, dass er krank ist.

Unterstützung sollte idealerweise nicht nur im privaten sozialen Umfeld der Betroffenen erfolgen, sondern auch am Arbeitsplatz Ansätze finden. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren kann für Betriebe in der Bundesrepublik Deutschland mit einer Zahl von etwa fünf Prozent alkoholabhängiger Mitarbeiter innerhalb der Belegschaft gerechnet werden. Aktive Hilfe ist also notwendig.
Am Anfang steht die Erkennung der Krankheit der betroffenen Person oder Personen. Diese wie auch die Behandlung sollte im Betrieb nicht Aufgabe einer einzelnen Person sein, sondern durch ein Zusammenwirken von Suchthelfern, Therapeuten und Betriebsangestellten erfolgen.

Das im Artikel ausgewählte Modell verfolgt drei Schritte zur Prävention und Unterstützung:
1. Gründung einer Selbsthilfegruppe
2. Beanspruchung externer Hilfe
3. Einbeziehung externer Führungskräfte

Die Strategie wurde erfolgreich in einem großen Chemiewerk angewendet. Mit Hilfe eines abstinenten Alkoholikers und einem alkoholkranken Betriebsangehörigen wurde eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Sie fand die uneingeschränkte Unterstützung der vorher aufgeklärten Vorgesetzten, die ihrerseits die Vorbehalte der Mitarbeiter entkräfteten.

Anschließend wurden Kontakte nach außen geknüpft: Die Rheinische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation wurde als Kostenträger gewonnen und über eine Fachklinik zur Behandlung von Suchtkranken in Daun/Eifel eine Langzeittherapie eingeleitet. So konnten alkoholkranke Mitarbeiter nicht nur in der Selbsthilfegruppe, sondern auch in der Fachklinik behandelt werden.

Die Einbeziehung der Führungskräfte ist ein sehr wichtiger Schritt. Da aus der Belegschaft mit Widerstand gegen die Maßnahmen zur Suchtprävention und -behandlung zu rechnen war, wurde zunächst die Führungsschicht und der Betriebsrat in Seminaren umfassend informiert. Anschließend wurden die Vorarbeiter und der Rest der Belegschaft informiert. Somit war dem potenziellen Argument von Angestellten, die Vorgesetzten würden so etwas nicht mittragen, entgegengewirkt. Die ausführliche Information über den Alkoholismus als Krankheit bewirkte eine Bewusstseinsänderung, durch die betriebsangehörige abstinente Alkoholiker voll integriert wurden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Arbeitsplatzgestaltung bei Alkoholabhängigkeit | REHADAT-Gute Praxis




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Heute: Kundenmagazin Certo - Magazin für Sicherheit und Gesundheit
Homepage: http://www.vbg.de/DE/3_Praevention_und_Arbeitshilfen/3_Aktue...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0091/2442


Informationsstand: 15.09.1999

in Literatur blättern