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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliche Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation

Unternehmer stellen Arbeitsplätze für die berufliche Rehabilitation zur Verfügung



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)


Quelle:

Sicherheitsreport, 1997, Heft 3, Seite 8-9, Hamburg: Eigenverlag


Jahr:

1997



Abstract:


Dank qualifizierter Ärzte und Therapeuten, moderner Heil- und Hilfsmittel sowie wirksamer Arzneien gelingt es heute in den meisten Fällen, die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten so gut zu beseitigen, dass die betroffenen Versicherten ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit weiterhin nachgehen können. Manchmal verbleiben jedoch dauerhaft gesundheitliche Beeinträchtigungen, die den Verletzten zu einer beruflichen Neuorientierung zwingen. Der Gesetzgeber verpflichtet die Berufsgenossenschaften in diesen Fällen, mit allen geeigneten Mitteln für eine Wiedereingliederung der Betroffenen in das Arbeitsleben zu sorgen.

Dieses Ziel lässt sich in vielen Fällen auch mit einer in einem Betrieb durchgeführten Rehabilitationsmaßnahme erreichen oder fördern. Das Spektrum solcher betrieblichen Maßnahmen umfasst von ihrer Art und Dauer so unterschiedliche Formen wie die Belastungserprobung, die Berufsfindung, die Probebeschäftigung, die Ausbildung, die Fortbildung und die unbefristete Beschäftigung. Lässt die Situation des Verletzten eine betriebliche Maßnahme zu, ist deren Durchführung für die Berufsgenossenschaft in der Regel flexibler und kostengünstiger als andere Formen der beruflichen Rehabilitation.

Für den Versicherten erhöhen sich dadurch, dass die Maßnahme unter Praxisbedingungen abläuft, die Chancen der beruflichen Wiedereingliederung. Um welche Arten von Arbeitsplätzen es vor allem geht, wozu Sie sich verpflichten und was die Berufsgenossenschaft leistet, ist aus der nachfolgenden Tabelle zu ersehen. Selbstverständlich kann diese Aufzählung nicht abschließend sein, weil die Besonderheiten des Einzelfalles individuelle Maßnahmen zur Rehabilitation erfordern können. Für alle Maßnahmen gilt: Die erforderlichen technischen Hilfen bezahlt die Berufsgenossenschaft, die auch für die Kosten externer Kurse (zum Beispiel EDV) und etwaige Gebühren (beispielsweise für den Berufsschulbesuch) aufkommt. Bei größeren Umbauten am Arbeitsplatz oder der Anschaffung besonderer Maschinen werden Zuschüsse gewährt.

Alle der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft zugehörigen Unternehmen werden gebeten, Plätze für betriebliche Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation zur Verfügung stellen. Indem Sie einen Menschen anleiten oder ausbilden, leisten Sie einen wertvollen Beitrag zu seiner Rehabilitation. Als Gegenleistung erhalten Sie einen hochmotivierten Mitarbeiter.

Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft gewährt die nötige finanzielle Unterstützung:

Maßnahme: Belastungserprobung
Dauer: 4-6 Wochen, im Einzelfall länger, dabei stufenweise Erhöhung der Arbeitszeit/-anforderungen
Unternehmen: stellt Anleitung, prüft Belastbarkeit für einen bestimmten Arbeitsplatz, evtl. auch für Alternativen
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG): stellt Lebensunterhalt durch Zahlung von Verletztengeld sicher (Entgeltzahlung entfällt), sorgt für die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge

Maßnahme: Berufsfindung
Dauer: 2-6 Wochen
Unternehmen: informiert über möglichst mehrere Arbeitsplätze, lässt Tätigkeit ausprobieren
VBG: stellt Lebensunterhalt durch Zahlung von Verletztengeld sicher (Entgeltzahlung entfällt), sorgt für die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge

Maßnahme: Probebeschäftigung
Dauer: 13 Wochen
Unternehmen: erprobt, ob der Versicherte den Anforderungen des Arbeitsplatzes gewachsen ist, zahlt Entgelt und führt Sozialversicherungsbeiträge ab
VBG: zahlt Zuschuss an Unternehmen für die Lohnkosten, bis zu 100 Prozent des Arbeitsentgelts einschl. des Sozialversicherungsanteils des Arbeitgebers

Maßnahme: Unbefristete Beschäftigung
Dauer: unbefristet
Unternehmen: stellt Versicherten in einem Dauerarbeitsverhältnis ein, vermittelt die für den Arbeitsplatz erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, zahlt Entgelt und führt Sozialversicherngsbeiträge ab
VBG: zahlt Zuschuss an Unternehmen für die Lohnkosten (Eingliederungshilfe), in der Regel für 26 Wochen bis zu 50 Prozent des Arbeitsentgeltes einschließlich des Sozialversicherungsanteils des Arbeitgebers, im Einzelfall auch mehr

Maßnahme: Ausbildung
Dauer: 2 Jahre, im Einzelfall länger
Unternehmen: schließt Ausbildungsvertrag mit dem Versicherten, bildet ihn nach Kammervorgabe aus
VBG: stellt Lebensunterhalt durch Zahlung von Übergangsgeld sicher (Ausbildungsvergütung entfällt), zahlt Sozialversicherungsbeiträge

Maßnahme: Fortbildung
Dauer: bis zu 2 Jahre
Unternehmen: qualifiziert auf der Grundlage des bisherigen Berufes für einen bestimmten Arbeitsplatz im Unternehmen
VBG: stellt Lebensunterhalt durch Zahlung von Übergangsgeld sicher (Ausbildungsvergütung entfällt), zahlt Sozialvericherungsbeiträge

In den Bezirksverwaltungen der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft stehen Ihnen Ansprechpartner für Ihre Fragen zur Verfügung.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Heute: Kundenmagazin Certo - Magazin für Sicherheit und Gesundheit
Homepage: http://www.vbg.de/DE/3_Praevention_und_Arbeitshilfen/3_Aktue...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0091/2013


Informationsstand: 21.11.1997

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