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Bibliographische Angaben zur Publikation

Chance - Berufsausbildungsvorbereitung in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts


Autor/in:

Hildebrandt, Gundula


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Fachdienst der Lebenshilfe, 2007, Nummer 4, Seite 31-34, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0944-825X


Jahr:

2007



Abstract:


Die vier Hamburger Werkstätten für behinderte Menschen erproben unter dem Namen CHANCE seit Oktober 2004 in einem Modellprojekt die Qualifizierung für Beschäftigte in Werkstätten nach dem Berufsbildungsgesetz in den Berufsfeldern Köchin/Koch, Hotelfachfrau/Hotelfachmann, Fachkraft im Gastgewerbe und Verkäuferin/Verkäufer.

Das Modellprojekt lief bis Juni 2007 und wird nun als Regelangebot in den Werkstätten eingeführt. Seine selbst entwickelten Qualifizierungsbausteine wurden mittlerweile von der Handelskammer Hamburg nach dem Berufsbildungsgesetz zertifiziert.

Das Ziel der Qualifizierung ist die Vorbereitung der Teilnehmer auf eine Tätigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt. Anschließend können die Teilnehmer in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis oder einen ausgelagerten Werkstattarbeitsplatz übergehen oder eine Ausbildung beginnen.

Die Qualifizierung dauert maximal 24 Monate und ist dual angelegt. Die Teilnehmer verbringen die überwiegende Zeit in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts und nehmen zusätzlich 24 Wochen lang am Blockunterricht teil sowie einen Tag pro Woche am Unterricht in der Berufsschule. Bei der Arbeit im Betrieb werden die Teilnehmer von Arbeitsbegleitern der Werkstätten unterstützt.

Inhaltlich werden neben fachabhängigen Themen vor allem wichtige Rahmenbedingungen wie Arbeitssicherheit und Hygienevorschriften vermittelt und zudem wird der Umgang mit dem Computer und Schlüsselqualifikationen eingeübt. Der Blockunterricht wird jeweils mit einem Lerntest abgeschlossen.

Zielgruppe des Projekts sind vor allem Menschen mit geistiger Behinderung im Grenzbereich zur Lernbehinderung. Weiterhin sind die Teilnehmer Absolventen von Förderschulen, Integrationsklassen oder Sonderschulen. Voraussetzungen sind, dass die Teilnehmer einen Anspruch auf einen Platz in der Werkstatt für behinderte Menschen haben und eine hohe Eigenmotivation, sehr gute Körperhygiene, sowie Orientierung besitzen.

Die Betriebe wurden durch Anknüpfungspunkte im persönlichen Umfeld der Projektmitarbeiter und Teilnehmer sowie durch Nutzung von Geschäftsbeziehungen der Werkstätten ausgewählt. Außerdem wurde durch Öffentlichkeitsarbeit die Bekanntheit des Projekts bei Hamburger Betrieben gesteigert.

Zum Abschluss stellt die Autorin die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt zusammen. Es zeigte sich zum Beispiel, dass das Lerntempo der Teilnehmer geringer war als angenommen und beispielsweise die Schlüsselqualifikationen einen stärkeren Schwerpunkt haben müssen. Konfliktfelder haben sich beispielsweise in der Zusammenarbeit mit den Unternehmen und der Arbeitsbegleitung aufgetan. So fühlten sich Mitarbeiter beispielsweise durch die Arbeitsbegleiter kontrolliert. Weiterhin hat sich das Projektteam zum Beispiel mit der Rolle des Job Coaches auseinandergesetzt.

Derzeit besteht das Team von Chance aus 15 Personen, die fast alle mit 75 Prozent der regulären Arbeitszeit arbeiten. Da die Mitarbeiter aus vier Werkstätten kamen, sei es nicht immer einfach gewesen, die Zusammenarbeit zu koordinieren. Abschließend bemerkt die Autorin, dass sich aus der Zusammenarbeit bei Chance auch die Vernetzung der Werkstätten auf anderen Gebieten ergeben hätte.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Projekt Chance 24 - Berufliche Bildung für behinderte Menschen in WfbM




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen des Fachdienstes wurde mit der Nummer 4/2008 eingestellt.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0089/6459


Informationsstand: 18.01.2008

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