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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erste Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget im Berufsbildungsbereich der Werkstätten für behinderte Menschen


Autor/in:

Behncke, Rolf


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Fachdienst der Lebenshilfe, 2007, Nummer 2, Seite 5-7, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0944-825X


Jahr:

2007



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Abstract:


Die Hamburger Arbeitsassistenz bietet seit zehn Jahren berufliche Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Menschen mit Lernschwierigkeiten an.

Ziel dieser beruflichen Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist die dauerhafte Integration in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Bisher wurde das Angebot in Zusammenarbeit mit den regionalen Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) durchgeführt.

Die Hamburger Arbeitsassistenz führte den Berufsbildungsbereich außerhalb der Werkstatt in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts durch. Die Maßnahme verlief sehr erfolgreich und so gingen 60 bis 70 Prozent der Teilnehmer in eine Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt über.

Bis Dezember 2006 sind 17 Anträge auf Bewilligung eines Persönlichen Budgets zur Durchführung des Berufsbildungsbereichs eingegangen und bewilligt worden. Vierzehn Personen haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt das gewünschte Angebot der Hamburger Arbeitsassistenz bereits in Anspruch genommen. Wobei die ersten Fälle der Budgetnahme durch eine konstruktive Zusammenarbeit der Nutzer, der Hamburger Arbeitsassistenz und der Agentur für Arbeit zustande gekommen sind.

Um ein Budget bewilligt zu bekommen, wurden den Schulabgängern in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zunächst Leistungen im Eingangsverfahren beziehungsweise im Berufsbildungsbereich in einer WfbM zuerkannt. Die Hamburger Arbeitsassistenz hat der Agentur für Arbeit im Vorfeld eine detaillierte Beschreibung ihres Leistungsspektrums analog zum Berufsbildungsbereich vorgelegt.

Das Konzept wurde ergänzt durch eine Darstellung der Preise für einzelne Leistungen beziehungsweise ein Angebot als Komplexleistung. Im weiteren Verlauf hat die Hamburger Arbeitsassistenz durch Beratungsleistungen die einzelnen Personen auf ihrem Weg zum Persönlichen Budget unterstützt. Die jungen Erwachsenen sollten nach der Antragstellung Verlaufspläne für die avisierten Leistungen vorlegen. Die Agentur für Arbeit schloss dann eine Zielvereinbarung ab und das Budget wurde für einen Zeitraum von 24 Monaten bewilligt, jedoch erfolgte nach sechs Monaten eine Überprüfung der bis dahin unternommenen Anstrengungen.

Den Budgetnehmern wird monatlich ein Betrag überwiesen, der etwa zehn Prozent unter dem entsprechenden Kostensatz im WfbM-Berufsbildungsbereich liegt. Interessieren sich Budgetnehmer mit besonders hohem Unterstützungsbedarf für das Angebot, wird es problematisch. Im Rahmen einer Maßnahmenfinanzierung können sich unterschiedliche Unterstützungsbedarfe ausgleichen, bei einer Finanzierung über das Persönliche Budget werden diese Interessenten jedoch ausgeschlossen.

Dennoch stehen bezüglich des Persönlichen Budgets noch zahlreiche Fragen offen, beispielsweise die der Sozialversicherung, denn es ist bislang noch nicht gelungen, dem Budgetnehmer einen sozialrechtlichen Status zu verleihen, der eine vergleichbare Form der Kranken- und Rentenversicherung erlauben würde. Weiterhin hat die Teilhabeform des Persönlichen Budgets noch keinen Einfluss auf den fachlichen Verlauf des Qualifizierungsangebots. Insgesamt bedeutet das Persönliche Budget für die Nutzer Wahlmöglichkeiten realisieren zu können.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen des Fachdienstes wurde mit der Nummer 4/2008 eingestellt.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0089/6239


Informationsstand: 10.09.2007

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