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Bibliographische Angaben zur Publikation

Persönliches Budget - Chancen, aber auch Risiko

Risikomanagement als Sicherheitskorridor für die Nutzung von Chancen



Autor/in:

Konrad, Matthias


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Fachdienst der Lebenshilfe, 2006, Nummer 2, Seite 20-24, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0944-825X


Jahr:

2006



Abstract:


Die Umsetzung des Persönlichen Budget wird in vielen Regionen angestrebt. Für die Beteiligten wird diese Veränderung eine Vielzahl von Neuerungen und Umstellungen mit sich bringen. Matthias Konrad, Organisationsberater bei der Contec GmbH, diskutiert die Chancen und Risiken des Persönlichen Budget.

Ein Risikomanagement soll zur erfolgreichen Umsetzung des Persönlichen Budget durch die Leistungsanbieter beitragen. Dieses System muss die Rahmenbedingungen erfassen, welche die Umstellungen beeinflussen.

Durch eine Steigerung des Wettbewerbs unter den Leistungsanbietern soll eine für die Kostenträger günstigere Preisstruktur geschaffen werden. Bisher stand das Bestreben nach der höchsten Qualität im Vordergrund. Durch den steigenden Wettbewerb werden Leistungsanbieter versuchen, ihr Bestehen am Markt durch günstige Preisstrukturen zu sichern.

Da zu erwarten ist, dass das Interesse der Kunden nicht allein von preiswerter Leistungserbringung abhängig ist, wird das Bestehen am Markt wohl den Leistungsanbietern gelingen, deren Angebote den persönlichen Bedürfnissen entsprechen.

Durch eine Analyse des Kundenverhaltens und der Veränderungen im Wettbewerb kann die eigene Wettbewerbsposition geschärft und das Marketing angepasst werden. Zudem können Risiken der Veränderung eingeschätzt und bewertet werden.

In der Vergangenheit waren die Vorstellungen der Kostenträger für die Bemessung des Leistungsumfangs entscheidend. In Bezug auf qualitative und wirtschaftliche Rahmenbedingungen machten die Kostenträger den Leistungsanbietern Vorgaben. Durch das Persönliche Budget wird der Kunde nun die Entscheidung über die Inanspruchnahme bestimmter Leistungen treffen.

Die Entwicklung von Indikatoren zur Überwachung der Neugestaltung von Kundenbeziehungen soll das Risiko vermieden werden, dass die Neuerung der Kundenbeziehungen zur Gefahr für die Einrichtungen wird.

Für die erfolgreiche Gestaltung von Leistungsprozessen müssen die betroffenen Menschen in den Leistungsprozess mit einbezogen werden. Das Persönliche Budget wird zur Folge haben, dass sich die Betreuung in Assistenz umwandelt. Im fachlichen Bereich verlangt dies von den Mitarbeitern die Kenntnis über veränderte pädagogische Settings. Ebenfalls ändern werden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter bezüglich der zeitlichen Strukturierung ihrer Arbeit.

In einem Risikomanagementsystem können die Anforderungen der Kunden, die bestehenden Kompetenzen und Systeme sowie die Risiken bewertet werden. Auch der Stand der Anpassung eines Unternehmens an geänderte Anforderungen kann dargestellt und notwendige Maßnahmen eingeleitet werden.

Leistungen werden in der Regel in komplexen Strukturen erbracht. Der Kunde soll durch das Persönliche Budget die Möglichkeit erhalten, dem persönlichen Bedarf entsprechende Leistungen zu beziehen. Eine hohe Transparenz der Kosten ist daher wichtig für die Wirtschaftlichkeit budgetfähiger Leistungen. Zusätzlich werden Controllinginstrumente für genaue Kalkulationen sowie empfängerfreundliche Kommunikation mit den Mitarbeitern in der Betreuung von großer Bedeutung sein.

Risikomanagementsysteme haben sowohl nach innen als auch nach außen große Wirkung. Sie bewährten sich bei der Vermittlung der unternehmerischen Mitverantwortung gegenüber den Mitarbeitern sowie gegenüber Aufsichtsgremien und Kreditinstituten. So werden Schnittstellen zwischen der Risikosteuerung und anderen Managementsystemen übersichtlich dargestellt. Durch eine zusätzliche Testierung einer externen Instanz ist die Qualität der Risikosteuerung beispielsweise für Banken sofort zu erkennen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen des Fachdienstes wurde mit der Nummer 4/2008 eingestellt.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0089/0022


Informationsstand: 07.08.2006

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