Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Arbeitskreis Kinder formuliert Forderungen zur Verbesserung der Situation chronisch kranker und behinderter Jugendlicher in Bildung, Ausbildung und Beruf



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)


Quelle:

Selbsthilfe, 2007, Heft 1, Seite 22-24, Wuppertal: Delphin-Werbung, ISSN: 0724-5572


Jahr:

2007



Abstract:


Der Arbeitskreis Kinder der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe hat dezidierte Forderungen zur Verbesserung der Situation chronisch kranker und behinderter Jugendlicher in Bildung, Ausbildung und Beruf erarbeitet.

Im Bereich der Bildung wurde die Forderung laut, bereits während der Schulzeit eine Berufsorientierung zu ermöglichen. Das bedeutet auch, dass der Besuch von Regelschulen ermöglicht wird. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass im Anschluss an die Schule ein passender Ausbildungsplatz gefunden werden kann. Dazu ist die Unterstützung von arbeitsmarktpolitischen Institutionen, Schulen und sozialen Diensten in Krankenhäusern zur gezielten Orientierung notwendig.

Die Beratungsangebote der Arbeitsagenturen sind oftmals zu wenig auf die Bedürfnisse junger Menschen mit Behinderung abgestimmt. So werden Jugendliche von dort aus in Stellen vermittelt, für die sie weder Interesse noch die entsprechenden Fähigkeiten mitbringen. Daher besteht für die Berater der Arbeitsagenturen Aufklärungsbedarf. Übersteigen die Anfragen von behinderten Menschen die Möglichkeiten einer Arbeitsagentur, so empfiehlt es sich für sie, die betroffenen Personen an spezielle Rehaberater, gemeinsame Servicestellen oder an Selbsthilfeorganisationen zu verweisen.

Aber auch hier ergeben sich derzeit Probleme: oft fehlt es an der notwendigen Beratungskompetenz für Berufseinsteiger; die vorhandenen Institutionen greifen erst, wenn eine Person bereits im Berufsleben steht.

Deshalb stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe fest, dass es einer grundlegenden Reform der Berufsorientierung und Berufsberatung chronisch kranker und behinderter Jugendlicher bedarf, um ein gut koordiniertes Beratungsangebot zu den jeweiligen individuellen Bedürfnissen der Ratsuchenden faktisch erst einmal zu etablieren. Dazu gehört auch eine zielgerichtete und informative Öffentlichkeitsarbeit.

Aber auch auf rechtlicher Ebene schlägt die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Nachbesserungen vor. So sollten für jeden Menschen per Gesetz angemessene Zertifizierungsniveaus bezüglich der Ausbildung geschaffen werden. Außerdem wird eine Ausweitung der Diskussion um die Pflichtquote zur Beschäftigung Schwerbehinderter vorgeschlagen sowie verlangt, dass ab einer bestimmten Betriebsgröße die Schaffung barrierefreier Räumlichkeiten verpflichtend vorgesehen werden soll.

Zusätzlich sollten Förderungsmöglichkeiten ausgebaut werden, indem Unternehmen, die in besonderem Umfang chronisch kranke und behinderte Jugendliche beschäftigen, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugt werden sowie subventionierte Arbeitsplätze für chronisch kranke und behinderte Menschen bereitgehalten werden. Weiterhin muss das Verfahren zur Bewilligung von Arbeitsassistenz entbürokratisiert werden. Gleichzeitig muss für Menschen mit Behinderungen lebenslanges Lernen ebenso ermöglicht werden wie für Menschen ohne Behinderungen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe stellt deshalb folgende konkrete Forderungen:
- Die Integrationsfachdienste müssen weiter ausgebaut werden.
- Eine Informationskampagne soll gestartet werden, die sich an die Unternehmen und Gewerkschaften richtet und mit der die vorhandenen Integrationshilfen publik gemacht werden.
- Die Einberufung eines runden Tisches ist nötig, um Vorschläge zur konzeptionellen Neuorientierung der Ausbildung chronisch kranker und behinderter Jugendlicher zu erarbeiten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Selbsthilfe
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde Ende 2015 eingestellt.
Homepage: https://www.bag-selbsthilfe.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0066/6152


Informationsstand: 25.06.2007

in Literatur blättern