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Bibliographische Angaben zur Publikation

Grad der Behinderung Merkzeichen G


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2008, 47. Jahrgang (Ausgabe 4), Seite 36-37, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2008



Abstract:


Der Artikel gibt einen Überblick über die Definition des Grades der Behinderung (GdB) und die damit verbundenen Rechte. Der Grad der Behinderung misst die Schwere der Behinderung und wird in Zehnergraden von 20-100 vom Versorgungsamt festgestellt. Als schwerbehindert gelten Personen mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 50, solange sie einen Wohnsitz oder ihren Arbeitsplatz in Deutschland haben. Dabei dient der Schwerbehindertenausweis als Nachweis des Rechtes auf Nachteilsausgleich.

Sonderregelungen zur Gleichstellung mit Schwerbehinderten können in den verschiedensten Fällen unter anderem für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Personen mit einem Grad der Behinderung von 30 oder 40 geltend gemacht werden.

Der Anspruch auf die Feststellung des Grades der Behinderung ist im Sozialgesetzbuch IX verankert und wurde im April dieses Jahres vom Bundessozialgericht in seinem Urteil vom 24. April 2008 - Aktenzeichen: B 9/9a SB 8/06 R erneut bekräftigt, indem es entschied, dass kein besonderes Feststellungsinteresse (Rechtsschutzbedürfnis) erforderlich sei.

Der Erhöhungsantrag des Klägers von 60 auf 70 kann deshalb nicht abgelehnt werden, weil bei einem Grad der Behinderung von 70 von ihm keine zusätzlichen Leistungen und Hilfen nach dem Gesetz beansprucht werden können.

Die Bemessung des Grades der Behinderung erfolgt nach bundeseinheitlichen Kriterien und wird von einem medizinischen Gutachter durchgeführt. Dabei wird der Gesamt-GdB nach den Funktionsbeeinträchtigungen gebildet und wie diese zueinander und untereinander wirken. Bei der Beurteilung geht man vom höchsten Einzel-GdB aus, setzt ihn in Relation zu den anderen Funktionsbeeinträchtigungen und prüft, ob das Ausmaß der Behinderung größer wird. Der angewandte Kriterienkatalog richtet sich nach sehr detaillierten physischen und psychischen Beeinträchtigungen, welche unter bestimmten Merkzeichen im Behindertenausweis aufgeführt sind.

Das Merkzeichen G beispielsweise bedeutet eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit im Straßenverkehr. Ursachen können Einschränkungen des Gehvermögens, innere Leiden, Anfälle oder Störungen der Orientierungsfähigkeit sein, die es einem unmöglich machen, ohne Gefahren Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen, die normalerweise zu Fuß zurückgelegt werden.

Ob diese Voraussetzungen erfüllt werden, richtet sich nach den Wegstrecken die noch zu Fuß bewältigt werden können. Eine Beeinträchtigung ist beispielsweise dann gegeben, wenn die Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen für sich einen Grad der Behinderung von 50 bedingen.

Darüber hinaus können die Voraussetzungen bei Behinderungen an den unteren Gliedmaßen mit einem Grad der Behinderung unter 50 gegeben sein, wenn diese Behinderungen sich auf die Gehfähigekit besonders auswirken.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Urteil mit Aktenzeichen B 9/9a SB 8/06 R Feststellungsinteresse - rechtlicher Vorteil - wirtschaftlicher Vorteil - GdB-Erhöhung [...] | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/6777


Informationsstand: 10.10.2008

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