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Bibliographische Angaben zur Publikation

Reha-Therapiestandards und medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation: Ist beides miteinander vereinbar?

Eine Aufwandsanalyse der Therapieanforderungen



Autor/in:

Vorsatz, Nadine; Brüggemann, Silke


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2011, 50. Jahrgang (Heft 3), Seite 168-177, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Ziel der medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung ist es, die Erwerbsfähigkeit der Versicherten zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen, wobei individuellen Problemlagen der RehabilitandInnen Rechnung getragen werden muss. Um sicherzustellen, dass Reha-Leistungen auf qualitativ hohem Niveau durchgeführt werden, setzt die Deutsche Rentenversicherung eine Vielzahl von qualitätssichernden Instrumenten ein. Hierbei ist es erforderlich, dass die verschiedenen Anforderungen an die Leistungserbringer ein schlüssiges und damit nachvollziehbares Gesamtkonzept darstellen. In diesem Artikel werden die Anforderungen an die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) und durch die Reha-Therapiestandards betrachtet.

Methoden:

Im Rahmen einer Aufwandsanalyse wurde geprüft, inwieweit die Anforderungen durch die Reha-Therapiestandards Chronischer Rückenschmerz und MBOR miteinander kompatibel sind beziehungsweise welche Auswirkungen sie auf die zu erbringende Leistungsmenge haben. Hierzu wurden die Instrumente zunächst qualitativ miteinander verglichen. In einem nächsten Schritt wurden die resultierenden Gesamttherapiedauern betrachtet. Abschließend wurde auf Grundlage von Annahmen am Beispiel einer orthopädischen Reha-Einrichtung modelliert, ob eine ausreichende Personaldeckung zur Erfüllung der Vorgaben gewährleistet ist.

Ergebnisse:

Sowohl MBOR als auch Reha-Therapiestandards stellen Anforderungen hinsichtlich beruflicher Orientierung, allerdings mit verschiedenen Methoden und für unterschiedliche Rehabilitandengruppen dar. Für einen Rehabilitanden, der aufgrund seiner besonderen berufsbezogenen Problemlage therapeutische Leistungen nicht nur entsprechend den Reha-Therapiestandards, sondern auch entsprechend dem MBOR-Anforderungsprofil erhält, erhöht sich die wöchentliche Therapiedauer im Durchschnitt von 10,4 auf bis zu 14,2 Stunden. Die Modellierung der für die Erfüllung der Anforderungen notwendigen Personalkapazitäten zeigt, dass es lediglich bei der Berufsgruppe der Sozialarbeiter zu einer Unterdeckung kommen könnte.

Diskussion:

Die Anforderungen von MBOR und Reha-Therapiestandards sind hinsichtlich der Systematik, der Zielgruppe und des Umfanges berufsbezogener Leistungen miteinander vereinbar und stehen mit den Vorgaben für die Strukturqualität, insbesondere der personellen Ausstattung, im Einklang. Für die RehabilitandInnen entstehen keine unangemessenen Belastungen und die personelle Ausstattung der Reha-Einrichtungen ist ausreichend - mit der noch zu prüfenden Ausnahme der Sozialarbeiter bei der MBOR. Bei der Entwicklung weiterer Anforderungen für Reha-Einrichtungen ist vorrangig darauf zu achten, das Ineinandergreifen der einzelnen Anforderungen zu gewährleisten, um den Reha-Einrichtungen einen nachvollziehbaren Rahmen für die Leistungserbringung vorgeben zu können.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Evidence Based Standards for Rehabilitative Therapy and Work-Related Medical Rehabilitation - Are They Compatible?

An Expenditure Analysis of Treatment Requirements

Abstract:


Background:

Medical rehabilitation carried out by the German Pension Insurance aims at maintaining or restoring the ability to work taking into account individual problems of the insured population. To ensure high-quality rehabilitation the German Pension Insurance uses a variety of quality assurance instruments. It is indispensable that requirements from different instruments constitute a conclusive and hence reproducible overall concept. This article looks at the requirements imposed on work-related medical rehabilitation (MBOR) and from the standards for rehabilitative therapy.

Methods:

In an expenditure analysis we evaluated the extent to which the requirements from our standards for rehabilitative therapy in chronic back pain and work-related medical rehabilitation are compatible with each other, and their impact on the quantity of treatment to be delivered. In a first step the instruments were compared qualitatively. Next, we looked at the resulting cumulative duration of treatment. Finally, using an orthopedic rehabilitation centre on the underlying assumptions as an example, we analysed whether existing staffing levels are sufficient to fulfill the requirements.

Results:

MBOR and rehabilitation treatment standards both set requirements regarding vocational orientation. They, however, employ different methods and address different groups of rehabilitants. The duration of treatment for a rehabilitant who - owing to his work-related problems - is treated not only according to the rehabilitative treatment standards but also fulfilling the MBOR requirements profile increases on average from 10.4 hours to 14.2 hours a week. Modeling of the staffing levels necessary to fulfill the requirements shows a possible shortage in the group of social workers only.

Discussion:

The requirements from MBOR and rehabilitative treatment standards are compatible with each other regarding systematics, target group and scope of work-related treatment and are consistent with specifications for structural quality, especially with staffing levels. Rehabilitants are not exposed to undue strains, and staffing levels in rehabilitation centres are adequate - with the possible exception of social workers for MBOR. In future development of quality specifications for rehabilitation it remains pre-eminent to ensure an interlocking of the different requirements, in order to provide the rehabilitation centres with a comprehensible frame for the provision of care.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/8894


Informationsstand: 21.09.2011

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