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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ensuring a Society for All

Weltkongress von Rehabilitation International im August 2008 in Quebec, Kanada



Autor/in:

Schian, Marcus; Schmollinger, Martin


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2009, 48. Jahrgang (Heft 2), Seite 115-117, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2009



Abstract:


Martin Schmollinger und Marcus Schian berichten über den 21. Weltkongress von Rehabilitation International (RI), der im August 2008 in Quebec, Kanada, unter dem Motto Ensuring a Society for All stattfand. Bei dem alle vier Jahre stattfindenden Weltkongress kommen Experten aller Erdteile aus den Bereichen Behindertenpolitik, Wissenschaft sowie Praxis der Rehabilitation und Teilhabeförderung zusammen, um sich über Erfahrungen, Entwicklungen, Forschung und Fortschritte auszutauschen.

Im Vorfeld findet stets eine Jahres-Delegiertenversammlung statt, die Vertreter von RI-Mitgliederorganisationen in rund 100 Ländern weltweit zusammenführt, um über die Strategien der kommenden Jahre zu beraten.

Auf der Rehabilitation International Governing Assembly 2008 nahmen Berichte über die Tätigkeit der Organisation im Jahr 2007 den wesentlichen Teil ein. Der scheidende Präsident Michael Fox und die für die einzelnen Weltregionen zuständigen Vizepräsidenten stellten die Aktivitäten und Projekte zur Diskussion. Um die Akquise von Mitteln in Zukunft organisatorisch und rechtlich zu verbessern, wurden zudem Ausgestaltung, Entwicklung und Führung einer 2006 eigens zu diesem Zweck gegründeten Stiftung, der Rehabilitation International Foundation, erörtert sowie in drei Workshops ausgewählte Themen vertieft, mit denen sich Rehabilitation International in den nächsten vier Jahren verstärkt auseinandersetzen wird.

Es standen jedoch auch personelle Fragen auf der Tagesordnung. So wurden die für das Präsidentenamt ab 2008 gewählte Neuseeländerin Anne Hawker und die von den Philippinen stammende Venus Ilagan als neue Generalsekretärin in das Amt eingeführt. Wahlen standen für die sechs RI-Vize-Präsidenten an. Organisatorisch orientiert sich Rehabilitation International an den Staaten, aus denen sich die Mitglieder rekrutieren. Auf RI-Ebene wird Deutschland von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) und die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) vertreten, die gemeinsam das deutsche Nationalsekretariat bilden.

Zukünftig möchte das Deutsche Nationalsekretariat sein Gewicht in Rehabilitation International weiter verstärken und der Tendenz widerstehen, dass sich Rehabilitation International immer mehr zu einer bloßen Menschenrechtsorganisation entwickelt, die lediglich politisch korrekte Standards setzt. Am Weltkongress 2008 nahmen etwas 650 Teilnehmer aus unterschiedlichsten Ländern teil. Das Themenspektrum reichte von Barrierefreiheit und technischen Innovationen über Prävention, medizinische Rehabilitation, die Ermöglichung und Sicherstellung der Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft, von Schwerpunkten in den Bereichen Erziehung und Bildung über die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) als teilhabeorientierte, gemeinsame Sprache aller Beteiligten bis hin zu Rechts-, Organisations- und Ethikfragen. Zudem wurden konkrete Rehabilitationsmaßnahmen aus verschiedenen Ländern dargestellt.

Bezüglich der Zukunft behinderter Menschen hat sich auf dem Kongress ergeben, dass die grundlegenden menschenrechtlichen Standards auch in Ländern, die sich in schwierigen Situationen befinden, eine zentrale Stellung einnehmen. Nur ihre Verwirklichung kann letztlich - über Inklusion - die Teilhabe behinderter Menschen sichern helfen. In wohlhabenderen Staaten steht vor allem die Wirtschaftlichkeit der Rehabilitation sowie die Koordinierung und kontinuierliche Verbesserung im Fokus.

Neben vielen Aspekten verdient nach hiesiger Auffassung das internationale Geschehen rund um die ICF besondere Aufmerksamkeit. Beispiele, wie die produktive Nutzung der ICF durchaus Praxisfortschritte im passgenauen Zuschnitt von Maßnahmen für Menschen mit Behinderungsrisiko oder Behinderung bringt und damit der Wirtschaftlichkeit dient.

Die deutschen Teilnehmer steuerten zahlreiche Diskussionsbeiträge bei. Unter anderem berichtete Martin Schmollinger über das Rehabilitationsgeschehen. Professor Paul Schönle, Vorsitzender der DVfR, referierte über ein sehr erfolgreiches Modell der Rehabilitation von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen und Ingo Nürnberger, alternierender Vorstandsvorsitzender der BAR hielt einen Vortrag über das Instrument des persönlichen Budgets. Die zahlreichen deutschen Beiträge machen den Autoren zufolge deutlich, dass es gelungen ist, Rehabilitation in Deutschland im internationalen Vergleich auf hohem Niveau vorzustellen und dass die deutsche Rehabilitationslandschaft ausdifferenziert und wissenschaftlich gut unterlegt ist.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/7124


Informationsstand: 13.05.2009

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