Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Einfluss neuer Technologien auf die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen


Autor/in:

Schneider, Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 1999, 38. Jahrgang (Heft 7), Seite 189-195, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

1999



Abstract:


Die Verbesserung der Lebensqualität durch neue Technologien setzt für behinderte Menschen voraus, dass sie am technischen Fortschritt in gleichem Umfang teilnehmen können wie andere Menschen. Politische und rechtliche Steuerungsinstrumente müssen diese Teilhabe sicherstellen. Es geht dabei nicht nur lediglich um ein Zugänglichmachen, sondern darüber hinaus (aktiv) auch um die Ermöglichung einer gezielten Nutzung für Behinderte. Lebensqualität, verstanden als die Bedürfnisrealisierung in den unterschiedlichen Lebensbereichen und Lebensphasen, verlangt vor allem die Teilhabe an Interaktions- und Kommunikationsprozessen.

1. Erziehung und Bildung
Der Begriff der neuen Technologien ist im Bereich 'Bildung und Erziehung' eng verbunden mit dem Computer und anderen Mitteln, die auf die computergesteuerte Arbeitswelt vorbereiten oder diese simulieren. Alle diese Anwendungen sind heute überwiegend positiv besetzt. Die Sonderpädagoik stellt darüber hinaus an die neuen Informationstechnologien im Wesentlichen zwei Forderungen: die Lebenserschwernisse Behinderter vermindern und die Teilhabe Behinderter am Leben der Gesellschaft verbessern helfen. Es geht also nicht primär um die Einführung von Informatikunterricht in Sonderschulen, sondern um die Verbesserung pädagogischer Hilfen durch die Nutzung der neuen Informationstechnologien. Analysen hierzu zeigen, das dies heute prinzipiell möglich, aber nur teilweise verwirklicht ist.

2. Eignungsfeststellung, Berufsberatung und berufliche Bildung
Die Eignungsfeststellung beruflich relevanter Fähigkeiten im Vorfeld beruflicher Rehabilitation liegt überwiegend in der Hand der psychologischen Dienste der Arbeitsämter. Bei der beruflichen Bildung behinderter junger Menschen sind moderne Technologien nicht mehr wegzudenken. Unsicherheiten für Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation ergeben sich dadurch, dass unklar ist, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich die Qualifikationsanforderungen verändern und welche Konsequenzen sich daraus für die berufliche Rehabilitation ergeben. Die rasche technologische Entwicklung macht ein' berufsbegleitendes Lernen' notwendig. Hier sind spezielle Lernangebote für behinderte Arbeitnehmer erforderlich: insbesondere Telelerner, spezielle Kurse der Berufsförderungswerke sowie Einzelplatzschulungen.

3. Beschäftigung

3.1 Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
Die heutige Arbeitswelt ist durch den Einsatz neuer Technologien gekennzeichnet und unterliegt raschen und drastischen Veränderungen. Behinderte Menschen müssen an sämtlichen neuen Arbeitsformen partizipieren können.
Neue Kommunikationsmedien erfordern einerseits Maßnahmen, um die Teilhabe behinderter Menschen an den neuen Arbeitsformen sicherzustellen; gleichzeitig eröffnet die Telearbeit aber auch neue Chancen für eine berufliche Integration von Behinderten. Die Trennung der Arbeit von Raum- und Zeitbindungen kann helfen, behinderungsbedingte Leistungseinschränkungen zu kompensieren. Man darf hier aber nicht die möglichen negativen Folgen vergessen, insbesondere die Gefahr der sozialen Isolation.

3.2 in Werkstätten für Behinderte
Werkstätten für Behinderte verfolgen pädagogische und ökonomische Ziele. Die meisten haben bereits selbst die Relevanz der neuen Medien erkannt und unterschiedlichste Initiativen ergriffen, um die neuen Technologien im Betrieb umzusetzen. Manche Werkstätten versuchen, durch den Einsatz von EDV neue und angemessene Betätigungsfelder auch für Schwerstkörper- und Mehrfachbehinderte zu eröffnen.

Als ein weiteres Beispiel für die sinnvolle Nutzung neuer Technologien in Behindertenwerkstätten wird die Entwicklung von Lernsoftware für geistig behinderte Beschäftigte beschrieben, wobei es nicht nur um die Erhöhung der Produktivität geht, sondern auch um die Persönlichkeitsförderung von behinderten Mitarbeitern.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The influence of new technologies on the quality of life of people with disabilities


Abstract:


Political and legal control instruments must ensure this share. This is not just about providing access, but in addition (actively) also enabling targeted use for disabled people. Quality of life, understood as the realisation of neeeds in the different areas and phases of life, especially requires participation in the interaction and communication processes.

1. Education and training
The concept of new technologies is in the area of 'education and training' closely related to computers and other means which prepare for or simulate the computer controlled working world. Today, all these applications are overwhelmingly positively assessed. Special paedagogics makes in addition, mainly two demands on the new information technology: avoiding making life more difficult for disabled people and better improving the participation of disabled people in the life of society. This is not primarily about the introduction of computer science teaching in the special schools, but in the improvement of paedagogic help through the use of new information technologies. Analyses of this show that this is basically possible today but is only partially realised.

2. Establishing suitability, vocational advice and vocational training
The establishing of the suitability of vocationally relevant abilities is in the foreground of vocational rehabilitation and overwhelmingly in the hands of the psychological services of the Job Centres. Modern technologies are indispensable in the vocational training of young people. Uncertainties arise for institutions of vocational rehabilitation if it is unclear how and with what speed the qualification demands change and what results this has for vocational rehabilitation. The fast technological development makes 'vocational supported learning' necessary. Here, special teaching offers for disabled employees are needed: particularly telelearning, special courses of the vocational retraining centres as well as single place schooling.

3. Employment

3.1. On the general job market
The present working world is characterised by the use of new technologies and is subject to fast and drastic changes. Disabled people must be able to participate in completely new forms of work. New communication media require on the one side measures to ensure the participation of disabled people in the new work forms; at the same time telework also opens new chances for vocational integration of disabled people. The separation of work from spatial and temporal links can help to compensate for disabled determined performance limitations. But one may not forget the possible negative results here, in particular the danger of social isolation.

3.2. In sheltered workshops for the disabled
Sheltered workshops for the disabled have paedagogic and economic aims. Most have already themselves recognised the relevant new media and taken up the most different initiatives to transfer the new technologies into practice. Some workshops try with the use of computers to open new and suitable fields of activity even for the severely physical or multiple disabled. As a further example of the reasonable use of new technologies in disabled sheltered workshops, the development of teaching software for mentally disabled employment is described, where this is not about increasing productivity, but also the personality development of disabled staff.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/2598


Informationsstand: 25.02.2000

in Literatur blättern