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Bibliographische Angaben zur Publikation

LKW-Fahrer mit Fußheberschwäche

Was nicht passt wird passend gemacht - Ein Beispiel einer gelungenen Kooperation mit der DRV-Westfalen



Autor/in:

Hess-Gräfenberg, Rolf


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2008, Beilage, 43. Jahrgang (Heft 8), Seite 68-69, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2008



Abstract:


Anhand des Beispiels eines LKW-Fahrers mit Fußheberschwäche stellt Dr. med Rolf Hess-Gräfenberg eine gelungene Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung Westfalen vor. Der Betroffene ist als LKW-Fahrer der Klasse C in einem Speditionsbetrieb als Vollzeitkraft beschäftigt.

Im Jahr 2004 musste er sich einer beiderseitigen Katarakt-Operation unterziehen. Auf der Streckseite zweier Finger der rechten Hand zeigten sich außerdem reizfrei verheilte Hauttransplantate, die auf eine Hobel-Verletzung zurückzuführen sind.

Im Jahr 2006 erlitt er einen rechtsseitigen Bandscheibenvorfall mit Fußheberparese. Es bestätigte sich ein caudal sequentierter Vorfall mit lateraler Spinalkanalstenose. Die darauf folgende Operation verlief ohne Komplikationen, die Symptomatik zeigte sich rückläufig, allerdings war aufgrund einer unvollständigen Rückbildung die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nicht möglich. Dem Betroffenen drohte eine krankheitsbedingte Kündigung, sollte es ihm nicht gelingen, seine Fahreignung wiederzuerlangen.

Der Arbeitgeber sah nicht die Veranlassung, den Beschäftigten beim Betriebsarzt vorzustellen und schließlich stellte sich der Betroffene selbst dem Betriebsarzt vor. Nach Feststellung der funktionellen Beeinträchtigungen wurde ihm empfohlen, einen Antrag auf Kraftfahrzeughilfe zu stellen. Arbeitgeber und Schwerbehindertenvertretung wurden außerdem mit Bitte um Unterstützung unterrichtet und in die weiteren Maßnahmen eingebunden. Die Anschaffung einer Handbetätigung für die Fußbremse wurde von der Rentenversicherung bewilligt.

Nach Ansicht des Autors sei es positiv, dass mit relativ geringem Aufwand der Arbeitsplatz gesichert werden konnte und für den Beschäftigten ein arbeitsrechtlicher Konflikt verhindert wurde. Allerdings sei zu bemängeln, dass die Vorstellung beim Betriebsarzt erst auf Initiative des Betroffenen erfolgte. Dies spreche nicht für ein gutes Betriebliches Eingliederungsmanagement. Trotzdem habe die erfolgreiche Eingliederung vermutlich die Akzeptanzschwelle für Maßnahmen nach dem betrieblichen Eingliederungsmanagement gesenkt.

Im dem angeführten Beispiel sei der Kostenträger eindeutig identifizierbar gewesen. Dies ist je nach Gemengelage oder Beitragsjahren jedoch nicht immer der Fall. Ist eine Schwerbehindertenvertretung vorhanden, kann diese dazu beitragen, den richtigen Ansprechpartner ausfindig zu machen. Anderenfalls sollte man sich nicht scheuen, die Formalien selbst in die Hand zu nehmen oder mit zu koordinieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/6765


Informationsstand: 16.09.2008

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