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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach primärer Hüftendoprothetik


Autor/in:

Spahn, G.; Hubatschek, N.; Claaßen, T. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2020, 55. Jahrgang (Heft 11), Seite 705-712, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2020



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Abstract:


Zielstellung:

Ziel der retrospektiven Untersuchung war es, die Rate der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach primärer Hüftendoprothese zu bestimmen.

Methode:

Die Untersuchung umfasst insgesamt 56 Patientinnen und Patienten (29 Männer und 27 Frauen) in einem durchschnittlichen Alter von 55,2 (SD 6,6) Jahren, die sich der Implantation einer unilateralen Hüftgelenksendoprothese aufgrund einer Koxarthrose unterzogen.

Ergebnisse:

Präoperativ bestand bei 49 (87,5?Prozent) der Betroffenen ein Arbeitsverhältnis mit leichter (6,1?Prozent), moderater (61,2?Prozent) und schwerer (37,7?Prozent) Arbeitsbelastung. Die übrigen Patientinnen und Patienten galten als arbeitssuchend. Zum Zeitpunkt der Operation waren 67,9?Prozent Personen arbeitsfähig, bei 12,5?Prozent bestand eine Arbeitsunfähigkeit von weniger als 4 Wochen, die übrigen waren länger als 4 Wochen arbeitsunfähig. Nur 30,4?Prozent der Betroffenen hatten keine Begleiterkrankungen oder eine Adipositas.

Bei 42 Personen (75,0?Prozent) konnte die Arbeitsfähigkeit nach durchschnittlich 13,1 (SD 7,5; 4-48) Wochen wiederhergestellt werden. Eine Berentung innerhalb des ersten postoperativen Jahres erfolgte in 8,9?Prozent der Fälle. Insgesamt wechselten 37,2?Prozent der Patientinnen und Patienten zu einer leichteren körperlichen Arbeit. Das Vorliegen einer Begleiterkrankung (p?=?0,001), eine Adipositas mit einem BMI >?30 (p?=?0,834) oder das Vorliegen einer Begleiterkrankung mit gleichzeitiger Adipositas permagna (p?=?0,411) zeigten keinen Zusammenhang in Bezug auf die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit. Insgesamt wurde in 71,4?Prozent der Fälle ein sehr gutes und in 26,8?Prozent ein gutes Ergebnis erzielt. Einen Zusammenhang zwischen Geschlecht, Komorbidität oder berufliche Rehabilitation fand sich hier jedoch nicht.

Schlussfolgerungen:

Beim überwiegenden Teil der Patientinnen und Patien­ten gelingt es nach Implantation einer Hüftendoprothese, eine befriedigende bis gute berufliche Rehabilitation zu erzielen. Bei der Rehabilitation spielen berufliche Belastungsfaktoren sowie soziale Faktoren der Arbeitsplatzsituation eine Rolle. Ein kleinerer Teil der Betroffenen muss derzeit vorsorglich eine verminderte physische Belastung im Beruf akzeptieren. Es werden weitere systematisch gesammelte und mit den realen beruflichen Belastungen verknüpfte Informationen über die Bewährung im Beruf nach Hüftgelenksersatz benötigt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Return to work after primary hip-replacement


Abstract:


Objectives:

The aim of the retrospective study was to determine the rate of restoration of capacity for work after primary hip prosthesis.

Method:

The study included a total of 56 patients (29 men and 27 women) at an average age of 55.2 (SD 6.6) years who underwent the implant of a unilateral hip joint prosthesis due to coxarthrosis.

Results:

Preoperatively, 49 (87.5?percent) patients had a light (6.1?percent), moderate (61.2?percent) or heavy (37.7?percent) workload. The remaining patients were considered to be looking for work. At the time of the operation, 67.9?percent of patients were able to work, 12.5?percent were incapacitated for less than 4 weeks, and the remaining patients were incapacitated for more than 4 weeks. Only 30.4?percent of patients had no concomitant diseases or obesity. In 42 patients (75.0?percent) the ability to work was restored after an average of 13.1 (SD 7.5; 4-48) weeks. Retirement within the first postoperative year occurred in 8.9?percent of cases. Overall, 37.2?percent of patients switched to easier physical work. The presence of an accompanying disease (p?=?0.001), obesity with a BMI >?30 (p?=?0.834) or the presence of concomitant morbid obesity (p?=?0.411) showed no link in terms of restoring work ability. Overall, a very good result was achieved in 71.4?percent of cases and a good result in 26.8?percent. However, there was no link between gender, comorbidity or occupational rehabilitation.

Conclusions:

In the vast majority of patients, it is possible to achieve satisfactory to good professional rehabilitation after implanting a hip prosthesis. Occupational stress factors and social factors in the workplace play a role in rehabilitation. A smaller proportion of patients currently have to accept a reduced physical workload as a precautionary measure. There is a need for more information on probationary periods at work after a hip replacement; this must be systematically collected and linked to actual occupational stress.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0475


Informationsstand: 12.08.2021

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