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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ist die Musikerdystonie wirklich eine Berufskrankheit?


Autor/in:

Fabra, Matthias


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2017, 52. Jahrgang (Heft 4), Seite 278-289, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2017



Abstract:


Die Musikerdystonie gehört zu den so genannten aufgabenspezifischen, besser: tätigkeitsbezogenen Dystonien. Sie betrifft in der Regel die Gliedmaße resp. Körperregionen, die der Musiker im Spiel seines Instruments vorrangig einsetzt, und kommt praktisch ausschließlich bei Berufsmusikern vor. Das Störungsbild ist in dieser Berufsgruppe mit einer Lebenszeitprävalenz von 500-1000/100.000 verglichen mit der Lebenszeitprävalenz fokaler oder segmentaler Dystonien in der Allgemeinbevölkerung von etwa 25/100.000 außerordentlich häufig.

Die Diskussion, inwieweit es sich um eine Berufskrankheit des professionellen Musikers handelt, wird seit Jahren geführt. Auf dem Boden der zur Verfügung stehenden Datenlage wurde bisher die Möglichkeit der Anerkenntnis nicht gesehen. Eine neue Studie kommt jedoch unter Verweis auf die Kausalitätskriterien nach Sir Bradford Hill zu dem Ergebnis, dass die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Anerkenntnis als Berufskrankheit und Aufnahme in die Berufskrankheitenliste vorliegen.

Dieser Empfehlung hat sich der Ärztliche Sachverständigenbeirat beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Beschluss vom 01.12.2015 und Veröffentlichung desselben auf der Internetseite des BMAS am 21.09.2016 angeschlossen. Bevor der Verordnungsgeber seine Entscheidung trifft, soll mit den nachfolgenden Ausführungen die Situation ein weiteres Mal beleuchtet werden, wobei u. a. auf aus der Sicht des Verfassers bestehende Schwächen der neuen Studie speziell unter Bezugnahme auf den medicolegalen Kontext abgestellt werden wird.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Is musician's dystonia actually an occupational disease?


Abstract:


Musician's dystonia belongs to the so-called task-specific or more appropriately named activity-related dystonias. It usually affects the limb or body part most used by the musician when playing his instrument and applies almost exclusively to professional musicians. With a lifetime prevalance of 500-1,000/100,000, the disorder is exceptionally common in this occupational group compared with the general population, where the lifetime prevalence of focal or segmental dystonias is approximately 25/100,000.

For several years there has been a discussion of the extent to which it should be considered an occupational disease of professional musicians. Until recently, available data did not provide a basis for this recognition. With reference to Sir Bradford Hill's criteria for causation, however, a new study finds that the statistic requirements are present with regards to its recognition as an occupational disease and inclusion in the register of occupational diseases.

This recommendation was accepted by the advisory board of medical experts at the German Federal Ministry of Labor and Social Affairs (Ärztlicher Sachverständigenbeirat beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, BAMS) in a resolution dated 01.12.2015 and was published under their responsibility on the BMAS website on 21.09.2016.

Before the regulative authorities reach a decision, the following discussion is a further explanation of the situation, whereby the focus will be, among other things, on what the author sees as existing weaknesses in the new study, in particual with reference to the medico-legal context.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0301


Informationsstand: 12.05.2017

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