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Bibliographische Angaben zur Publikation

Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt: Wiedereingliederung nach einer psychischen Krise

Ergebnisse einer qualitativen Studie



Autor/in:

Stegmann, Ralf; Schröder, Ute B.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2016, 51. Jahrgang (Heft 9), Seite 660-667, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2016



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Abstract:


Einleitung:

Psychische Erkrankungen führen zu hohen AU-Zeiten und erhöhen das Risiko, arbeitslos und frühberentet zu werden. Dies verlangt nach Return-to-Work-Ansätzen (RTW-Ansätze), die eine professionelle RTW-Koordination und Begleitung der Zurückkehrenden ermöglichen.

Methode:

Dazu wurden 20 RTW-Experten (unter anderem Betriebsärzte, Psychologen) in qualitativen Interviews befragt. Überdies wurden zwei Gruppendiskussionen und Interviews mit Betroffenen und Vorgesetzten geführt. Die Tonaufnahmen wurden transkribiert, mit der dokumentarischen Methode nach Bohnsack ausgewertet und die Ergebnisse den RTW-Experten zur Diskussion gestellt. Die dokumentarische Methode ermöglicht einen Zugang zum Erfahrungswissen der Experten, das vornehmlich die Entwicklung von Handlungsfähigkeit konstituiert.

Ergebnisse:

Rekonstruiert wurden zuerst drei Handlungsorientierungen der RTW-Experten: eine Prozess-, Klienten- und systemische Orientierung, die deren Handeln leiten und zwei zentrale Dimensionen des RTW-Prozesses charakterisieren: die Einbettung des BEM in die betriebliche Ablauforganisation und die Ausgestaltung des Einzelfallmanagements.

Überdies wurden vier Schlüsselkomponenten des RTW-Prozesses identifiziert:
1. das kommunikative Handeln der Experten durch eine empathische Perspektivenübernahme,
2. die Akzeptanz psychischer Erkrankungen auf der individuellen, zwischenmenschlichen und betrieblichen Ebene,
3. das Verstehen der Individualität psychischer Krisen als Ausgangspunkt und
4. Vertrauen als Basis der Rückkehr.

Abschließend wurde über Fallvergleiche ein Vier-Phasen-Modell entwickelt, das RTW als systemischen Prozess beschreibt, der frühzeitig beginnt und nicht mit der (stufenweisen) Wiedereingliederung endet.

Schlussfolgerungen:

RTW ist soziale Interaktion. Erfolgreiche soziale Interaktion im Return-to-Work-Prozess zeichnet sich in erster Linie durch die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme aus. Im Mittelpunkt stehen dabei das Selbstmanagement der zurückkehrenden Beschäftigten und arbeitsbezogene Interventionen. Eine Schlüsselfunktion übernehmen die koordinierenden und begleitenden RTW-Experten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Mental illness in the world of work: reintegration after a mental health crisis - findings of a qualitative study


Abstract:


Introduction:

Mental disorders are associated with long-term sickness absence, a higher risk of unemployment and early retirement. This calls for return-to-work concepts (RTW concepts) to facilitate professional RTW coordination and support for people returning to employment.

Methods:

Qualitative interviews were held with 20 RTW experts (including occupational physicians and psychologists). Moreover, two group discussions and interviews were conducted with those affected and with supervisors. The recordings were transcribed and analysed by means of the Bohnsack documentary method and the findings of the RTW experts were discussed. The documentary method allows access to the experts' experience-based knowledge, which primarily constitutes the development of a capacity to act.

Results:

We first reconstructed three practical approaches taken by the RTW experts: a process approach, a client approach and a systemic approach. These guide their actions and characterise two central dimensions of the RTW process: the incorporation of BEM into internal process organisation and the definition of individual case management. Secondly, we identified four key components of the RTW process:
(1) the ability of the experts to communicate by means of empathy and perspective-taking;
(2) an acceptance of mental illness at an individual, interpersonal and occupational level;
(3) an understanding of the individual nature of a mental health crisis as a starting point and
(4) trust as the basis of RTW. Finally, we used case comparisons to create a four-phase-model that describes RTW as a systemic process which starts early and does not end with (gradual) reintegration.

Conclusions:

RTW is social interaction. Successful social interaction in the return-to-work process is characterised first and foremost by an ability to adopt the perspective of others. The focus here is on the self-management of the returning employees and on work-related interventions. The coordinating and accompanying RTW experts play a key role.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0252


Informationsstand: 25.11.2016

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