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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufsgruppenübergreifende Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) im Gesundheitswesen


Autor/in:

Heinrich, Christiane


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2016, 51. Jahrgang (Heft 8), Seite 587-592, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2016



Abstract:


Einleitung:

Die immer höheren Anforderungen an die Beschäftigten im Gesundheitswesen führen zu einem erhöhten Bedarf an Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in diesen Unternehmen. Insbesondere der Pflege- und der Ärztedienst (im stationären Schichtdienst tätig) scheinen hiervon betroffen zu sein, während die Angestellten in der Verwaltung oder der therapeutischen Berufe (nicht im stationären Schichtdienst eingesetzt) in bisherigen Projekten wenig beachtet bzw. untersucht wurden. In dieser Studie soll der Frage nachgegangen werden, ob es zwischen verschiedenen Berufsgruppen bezüglich der Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung (SWE), dem Work-Ability-Index (WAI), der Drop-out-Quote und der Anwesenheit von Teilnehmern eines Projekts zur BGF Unterschiede gab.

Methoden:

161 Mitarbeiter eines überregionalen Klinikunternehmens nahmen an einem Projekt zur BGF teil. Angeboten wurden in der Arbeitszeit stattfindende Maßnahmen aus den Bereichen Bewegung, Entspannung/Stressmanagement, Ernährung, Kommunikation, gemeinsames Frühstück mit dem Geschäftsführer und Motivation. Der WAI und die SWE wurden mittels Fragebogen erhoben. Zusätzlich wurden die Drop-out-Quote (Abbruch der Maßnahme oder keine/unvollständige Fragebögen zur zweiten Erhebungszeitpunkt) und die prozentuale Anwesenheit der Teilnehmer ausgewertet.

Ergebnisse:

Weder die SWE- noch die WAI-Werte der Teilnehmer weisen zum ersten Erhebungszeitpunkt t0 signifikante Unterschiede zwischen den Berufsgruppen auf. Sowohl bei der Anwesenheit (im stationären Schichtdienst 54 %, nicht im stationären Schichtdienst 66 %, p < 0,01) als auch bei der Drop-out-Quote (im stationären Schichtdienst 38 %, nicht im stationären Schichtdienst 20 %, p < 0,05) gab es signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die Teilnehmer aus den stationären Berufsgruppen nahmen signifikant seltener an den Angeboten teil und wurden ebenfalls signifikant häufiger zu Drop-outs.

Schlussfolgerung:

Bei der Planung und Implementierung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Unternehmen im Gesundheitswesen müssen die Besonderheiten der einzelnen Berufsgruppen beachtet werden. Möglicherweise muss die Organisationsform stärker entsprechend den unterschiedlichen beruflichen Anforderungen angepasst werden. Hier bieten sich Kompaktangebote nur für die im stationären Schichtdienst organisierten Mitarbeiter an, während die Maßnahmen für die nicht im stationären Schichtdienst beschäftigten Berufsgruppen ähnlich wie in dem vorliegenden Projekt organisiert werden könnten. Eine Alternative wären Kompaktangebote für alle Mitarbeiter, um die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen zu fördern.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Interdisciplinary work place health promotion in health care


Abstract:


Background:

Increasing demands on healthcare professionals lead to a greater need for workplace health promotion schemes. Nursing and medical staff (stationary shift workers) seem to be particularly affected by this, whereas little has been done to consider or study administrative staff and therapeutic practitioners (non-stationary shift workers) in previous projects. The purpose of this study is to investigate whether there are differences between different occupational groups with regard to general self-efficacy (SE), work ability index (WAI), drop-out rates and the attendance of participants in a workplace health promotion project.

Methods:

161 employees of a nationwide healthcare provider participated in the workplace health promotion project. In the intervention group, different measures such as physical activity, relaxation/stress management, nutrition advice, communication strategies, motivation and a communal breakfast with the managing director were offered during working hours. The WAI and SE were obtained using standard questionnaires. The drop-out rates (scheme discontinued or no/incomplete questionnaires at the time of the second survey) and the attendance rates of participants were also measured.

Results:

Neither the SE or WAI scores of the participants show any significant differences between the occupational groups at the time of the first study t0. There were significant differences between the two groups both in terms of attendance (stationary shift work 54 %, no stationary shift work 66 %, p < 0.01) and the drop-out rate (stationary shift work 38 %, no stationary shift work 20 %, p < 0.05). Subjects from occupational groups in stationary care participated significantly less often in the programmes and were likewise significantly more likely to drop out.

Conclusions:

The specific needs of individual occupational groups have to be considered when planning and implementing workplace health programmes. The programmes may have to be planned more closely in line with differing professional requirements. Compact programmes exclusively for shift workers assigned to stationary care are a possibility here, whilst the schemes for occupational groups who do not work shifts in stationary care could be organised in a similar way to this project. An alternative would be compact programmes for all staff in order to promote communication between the occupational groups.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0250


Informationsstand: 16.11.2016

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