Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation der Versorgungssituation von Sehbehinderten

Signifikante Unterschiede zwischen Jung und Alt



Autor/in:

Oeverhaus, M.; Hirche, J.; Esser, A. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Ophthalmologe, 2018, Volume 116 (Issue 2), Seite 164-171, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 0941-293X (Print); 1433-0423 (Online)


Jahr:

2018



Abstract:


Hintergrund und Fragestellung:

Bei irreversiblen visuslimitierenden Erkrankungen sollten Patientinnen und Patienten einer individuellen visuellen Rehabilitation zugeführt werden, um Lesefähigkeit und Mobilität wiederherzustellen. Zur Analyse der altersspezifischen Hilfsmittelverordnungen unternahmen wir eine retrospektive Auswertung unserer Sehbehindertenambulanz.

Methoden:

Untersuchungsdaten aller Patientinnen und Patienten der Sehbehindertenambulanz der Jahre 2014 bis 2016 wurden ausgewertet. Dabei wurden Diagnose, Visus, Vergrößerungsbedarf, Alter sowie verordnete und benutzte Hilfsmittel analysiert.

Ergebnisse:

1548 Patientinnen und Patienten (Alter: 0-97) wurden erfasst. 72?% der Patientinnen und Patienten waren minderjährig (<18?Jahre). Die häufigsten Diagnosen waren Retinoblastom (11?%), kongenitale Katarakt (10?%) und AMD (6?%). Der durchschnittliche Vergrößerungsbedarf der 568 Patientinnen und Patienten, die mit Hilfsmitteln versorgt wurden, betrug 9,9 ± 7?fach. Am häufigsten wurden Bildschirmlesegeräte (22?%), Kantenfiltergläser (15?%) und elektronische Lupen (13?%) verordnet. Kinder und Jugendliche (<18?Jahre) nutzten im Unterschied zu älteren Sehbehinderten (>60?Jahre) signifikant häufiger Tablets und Smartphones ('smart devices') als vergrößernde Sehhilfe (8?% vs. 0,6?%, p <0,01). Die älteren Patientinnen und Patienten wurden dagegen häufiger mit elektronischen Lupen versorgt (30?% vs. 3?%, p <0,01).

Diskussion:

Es zeigten sich signifikante Unterschiede der Hilfsmittelversorgung abhängig vom Alter der Patientinnen und Patienten. Minderjährige waren signifikant häufiger mit 'smart devices' versorgt und benötigten seltener elektronische Lupen als mobiles Hilfsmittel. Dies könnte durch die deutlich geringere Stigmatisierung der 'smart devices' und die höhere Affinität der Altersgruppe zu technischen Geräten erklärt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen sollten auch Ältere an 'smart devices' als Hilfsmittel herangeführt werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Produkte: Sehhilfen




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Ophthalmologe
Homepage: https://link.springer.com/journal/347

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8627


Informationsstand: 22.03.2019

in Literatur blättern