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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das neue Präventionsgesetz der Bundesregierung

Quantensprung oder Wahlkampfrhetorik?



Autor/in:

Garlichs, Dietrich


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Gesundheitsförderung, 2013, Volume 8 (Issue 3), Seite 200-203, Berlin, Heidelberg: Springer Medizin, ISSN: 1861-6755 (Print); 1861-6763 (Online)


Jahr:

2013



Abstract:


Am 20. März 2013 hat die Bundesregierung ein Präventionsgesetz beschlossen, um Volkskrankheiten wie Diabetes und Brustkrebs einzudämmen. 2009 im Koalitionsvertrag angekündigt, wurden im vergangenen Jahr endlich 'Eckpunkte für eine Präventionsstrategie' vorgelegt, nun scheint kurz vor Ende der Legislaturperiode das Gesetzgebungsverfahren tatsächlich in Gang zu kommen.

Allein dieser Zeitablauf lässt vermuten, dass das Thema keine hohe Dringlichkeit für die Bundesregierung hat. Vielleicht schafft man es ja, das ungeliebte Vorhaben in der Hektik der auslaufenden Legislaturperiode und des beginnenden Vorwahlkampfes erfolgreich untergehen zu lassen? Oder ist es tatsächlich 'ein Quantensprung für mehr Investition in Gesundheit statt in Therapie von Krankheiten', wie der CSU-Gesundheitspolitiker Singhammer das neue Gesetz feiert?

Nehmen wir mal an, es handele sich hier um den Ausdruck echten Reformwillens und nicht um symbolische Politik. Was ist das Kernstück der vorgeschlagenen Präventionsstrategie? Es geht im Wesentlichen um zwei Punkte:

Künftig sollen Ärzte ihre Patienten verstärkt auf gesundheitliche Risiken und Belastungen untersuchen, sie beraten und ihnen entsprechende Präventionskurse empfehlen.

Zweiter Schwerpunkt ist die betriebliche Gesundheitsförderung. Insgesamt sollen die Krankenkassen hierfür 2 EUR pro Versicherten zur Verfügung stellen.

Die Bundesregierung möchte mit dem neuen Gesetz zur Förderung der Prävention 'das Wissen, die Befähigung und die Motivation in der Bevölkerung zu gesundheitsbewusstem Verhalten in allen Lebensphasen stärken', heißt es in dem Entwurf. 'Insbesondere sollen die Menschen zu gesundheitsbewusstem Verhalten in die Lage versetzt werden, die - wie Jugendliche mit Migrationshintergrund und Menschen mit niedrigem Bildungsstand oft schwer zu erreichen sind'. Beim Bundesgesundheitsministerium wird eine sogenannte Präventionskonferenz eingerichtet, die alle 4 Jahre einen Bericht über Erfolg und Misserfolg der Präventionsbemühungen erstellen soll.

Wie ist diese in 4 Jahren mühsam erarbeitete Strategie der Bundesregierung zu beurteilen? Ist sie der Problematik der modernen Lebensstilkrankheiten angemessen, wird sie relevante Effekte erzielen können? Nach allem was wir wissen, nein. Sie wird verpuffen, und die Diskussion über eine wirkungsvolle Präventionsstrategie wird in der nächsten Legislaturperiode angesichts weiter steigender chronischer Erkrankungen und finanzieller Belastungen wieder aufleben. Warum ist dem so?


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Gesundheitsförderung
Homepage: https://www.springer.com/medicine/health+informatics/journal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8473


Informationsstand: 11.04.2017

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