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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitsbezogene Verhaltensmodifikationen durch Bonusprogramme


Autor/in:

Friedel, Heiko; Trautvetter, Dana


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Gesundheitsförderung, 2011, Volume 6 (Issue 1), Seite 292-298, Berlin, Heidelberg: Springer Medizin, ISSN: 1861-6755 (Print); 1861-6763 (Online)


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Versichertenbezogene Bonusprogramme in der Gesetzlichen Krankenversicherung erzielen einen ökonomischen Nutzen. Es kann bisher empirisch nicht nachgewiesen werden, ob dieser Nutzen auf die seitens des Gesetzgebers intendierte Zuwendung zu gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen zurückgeht. In dieser Arbeit wird untersucht, ob der Bonus überhaupt ein geeigneter Stimulus für diese intendierte Verhaltensmodifikation ist.

Methode:

Vier motivationspsychologische Modelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Erklärung des Gesundheitsverhaltens werden herangezogen, um den Einfluss des Bonus auf die gesundheitsbezogene Intentionsbildung und Ausführung des Verhaltens zu untersuchen. Leitend ist insbesondere die Frage, welche Bedeutung dem Bonus als (Mit-)Initiator einer gewünschten Verhaltensmodifikation zukommt.

Ergebnis:

Bonusprogramme lassen sich in die gängigen Theorien der Verhaltensmodifikation einbinden. Sowohl ein Einfluss auf die Intentionsbildung als auch auf die Ausführung des sozial gewünschten Verhaltens ist möglich. Weiterhin ist der Bonus ein möglicher Beförderer der Selbstwirksamkeit und der Kontrollüberzeugung.

Schlussfolgerung:

Die Annahme einer Verhaltensmodifikation konnte bisher anhand der verfügbaren längsschnittlichen Sekundärdaten aus dem Sozialversicherungssystem nicht zufriedenstellend überprüft werden. Ergänzungen um Primärdaten sind nötig. Aufgrund der nunmehr siebenjährigen Laufzeit der Bonusprogramme hat sich die Datenlage etwas verbessert: Ein Nutzenerhalt bei längerfristiger Teilnahme am Bonusprogramm ist ein stärkeres Argument für eine Verhaltensmodifkation. Weiterhin ist der Bonus eher ein Anreiz für Versicherte, die ohnehin vor der Schwelle zur Verhaltensmodifikation stehen. Ähnlich wirksame Angebote für Versicherte, die mit dem Bonus nicht erreicht werden, sind unter dem Gleichbehandlungsgrundsatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung angeraten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Health-related behavior modification by health rewards programs


Abstract:


Background:

Health insurance companies in Germany gain economic benefits by insured who participate in rewards programs for primary prevention measures. Seven years of evaluation document this fact; yet there is no evidence that this can be attributed to a change in habits concerning healthy behavior as it was intended by the lawgiver in the first place. This article examines whether rewards, as used in these programs, are suitable as a stimulus for behavior modification.

Methods:

The potential influence of a reward on health beliefs and resulting health-related behavior is examined by means of four models of motivational psychology. All models explain health behavior using a different focus. Applying them to the matter of health rewards programs shall answer the question to which extent a reward for healthy behavior can initiate real behavior modification.

Results:

The setting of a health rewards program can easily be embedded in current theories and models of behavior modification. Thus rewards for the completion of a bonus booklet can have possible effects on behavior intention and actions done for the means of social desirability. Also, the reward can boost self-efficacy and internal control beliefs.

Conclusion:

Until today, the assumption of an underlying behavior modification has not been verified sufficiently by longitudinal evaluation of social insurance data. In order to achieve this, primary data (e.g., questionnaires or interviews) should complement the existing secondary data pool. Nevertheless, it is possible to measure the effect of steady participation after 7 years of evaluation. The economic benefit after manifold participation supports an argument for the existence of behavior modification. Furthermore, a reward might motivate people who are close to overcoming their inhibitions anyway, to finally cross the Rubicon. Comparable offerings should be created for insured that could not be reached by health rewards up to now, especially concerning the principle of general equal treatment in the statutory health insurance system.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Gesundheitsförderung
Homepage: https://www.springer.com/medicine/health+informatics/journal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8453


Informationsstand: 06.04.2017

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