Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Prädiabetes - hoher Risikofaktor für einen manifesten Typ-2-Diabetes?

Erfolgreiche Prävention durch frühe Interventionen zur Lebensstiländerung



Autor/in:

Schwarz, Peter E. H.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Deutsche Medizinische Wochenschrift - DMW, 2012, 137. Jahrgang (Heft 37), Seite 1788, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0012-0472


Jahr:

2012



Abstract:


Hintergrund:

Etwa 10 % der Bevölkerung sind von einem Diabetes mellitus Typ 2 oder Prädiabetes (erhöhte Nüchternglukose oder gestörte Glukosetoleranz) betroffen. Das Risiko für die Entwicklung eines manifesten Diabetes liegt bei Prädiabetes bei 11 %. Ob eine Rückkehr zu einem normalen Blutzuckerstoffwechsel möglich ist, welche Faktoren dies bedingen und ob dies einen Einfluss auf die Entstehung eines manifesten Diabetes hat, ist bislang unklar. Daher gehen L. Perreault et al. dem nun in einer laufenden Beobachtungsstudie nach.

Methoden:

In der DPPOS-Studie werden die Teilnehmer des Diabetes-Prevention-Programms (DPP) nachbeobachtet. Die Diabetesinzidenz wurde bei Personen mit normaler oder gestörter Glukosetoleranz kalkuliert. Dabei wurde die Inzidenz sowohl in Bezug auf die Behandlungsstrategie als auch unabhängig davon berechnet. Die Autoren randomisierten insgesamt 1990 Teilnehmer in drei Gruppen: intensive Lebensstilintervention (736), Therapie mit Metformin (647) oder Placebo (607).

Ergebnisse:

Die Teilnehmer, bei denen sich die Glukoseregulation - wenn auch lediglich vorübergehend - wieder normalisierte, hatten ein um 56 % niedrigeres Risiko für die Entwicklung eines manifesten Diabetes im weiteren Verlauf im Vergleich zu Teilnehmern mit manifestem Prädiabetes (Hazard Ratio [HR] 0,44; p < 0,0001). Diese Risikoreduktion war unabhängig von dem durchgeführten Therapieschema. Günstig waren das schnelle Erreichen einer normoglykämischen Stoffwechsellage (Odds Ratio [OR] 3,18), eine erhöhte Beta-Zell-Funktion (OR 1,28) und eine bessere Insulinsensitivität (OR 1,16). Die gegenteilige Entwicklung erhöhte signifikant das Diabetesrisiko. Im Vergleich zu Teilnehmern der Placebogruppe hatten die Teilnehmer mit Lebensstilmodifikation, bei denen sich die Glukoseregulation nicht normalisierte, ein höheres Diabetesrisiko im Verlauf (HR 1,31; p = 0,0304).

Folgerung:

Eine prädiabetische Stoffwechsellage ist ein hoher Risikofaktor für einen später auftretenden manifesten Typ-2-Diabetes, so die Autoren. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn trotz Lebensstilmodifikationen die prädiabetische Stoffwechsellage bestehen bleibt. Die Rückkehr zu einem normalen Glukosestoffwechsel reduziere - wenn auch lediglich vorübergehend - das Risiko für eine spätere Diabeteserkrankung signifikant.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift
Homepage: https://www.thieme.de/de/dmw-deutsche-medizinische-wochensch...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8228


Informationsstand: 24.03.2016

in Literatur blättern