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Bibliographische Angaben zur Publikation

Probleme der Arbeitsunfähigkeit bei Diabetes Mellitus


Autor/in:

Henrichs, H. R.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 1974, 82. Jahrgang (Heft 5), Seite 122-129, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

1974



Abstract:


Stichproben (AOK Bramsche, Landesverband Niedersachsen der AOK Bundesverband der AOK, Bundesverband der Betriebskrankenkassen Statistisches Bundesamt) zeigen eine absolut gesehen geringe AU-Quote für Diabetiker:innen von circa 0,2 Prozent mit relativ hohem Anteil an Krankenhausaufenthalten und einem Anstieg der Quoten nach dem 45. Lebensjahr. Einzelstudien aus der Schweiz, Deutschland, England und den USA bestätigen eine im Vergleich zu Nichtdiabetiker:innen gesteigerte AU-Quote mit deutlich verlängerten AU-Zeiten.

Auffallend ist eine Art Clustereffekt, das heißt die Tatsache, dass wenige Patient:innen (eine Teilgruppe) für das ungünstige Abschneiden der Gesamtgruppe Gewicht erhalten (circa 70 Prozent der Diabetiker:innen unterscheiden sich im Hinblick auf AU nicht von Nichtdiabetiker:innen). Vergleichend zur AU werden Quoten der Krankenhausbehandlung, Schulausfallzeiten, Unfallbeteiligung und Arbeitslosigkeit von Diabetiker:innen herangezogen.

Zum Verständnis werden diabeteskennzeichnende Faktoren, das heißt der Diabetestyp, Krankheitslaufzeit, Lebensalter in ihrer Vorkommenshäufigkeit und in Bezug auf eine Beeinflussung von Lebenserwartung und Mortalitätsraten dargestellt. Die Bedeutung der chronischen Einstellungsqualität (glykosyliertes Hämoglobin Hb A1), von Stoffwechselkrisen (diabetische Ketoazidose Hypoglykämie) auf die AU wird qualitativ besprochen, ebenso die mikroangiopathisch spezifischen (Retinopathie, Nephro- und Neuropathie) und die makroangiopathisch unspezifischen Spätschäden (Koronar-, Zerebralinsuffienz, arterielle Verschlusskrankheit).

AU-relevante, nicht-medizinische Bedingungen betreffen die Beschäftigungscharakteristik sowie das Berufsfeld im Einzelfall und vor allem die subjektive Einstellung des Patienten oder der Patientin zum Diabetes. Abschließend werden Möglichkeiten zur AU-Beeinflussung durch medizinische Prävention oder Intervention (Schulung, Diabetesbehandlung mit dem Ziel einer nahen Normalisierung des Blutzuckers bei Typ I Diabetes, Gewichtsreduktion bei Typ II Diabetes) und ein Maßnahmenkatalog zur sozialmedizinischen Intervention (zum Beispiel Umsetzung, Umschulung, Berentung, Teilarbeitsfähigkeit) erörtert.

[Nachdruck]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Menschen mit Diabetes am Arbeitsplatz | REHADAT-Gute Praxis




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

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Referenznummer:

R/ZA5593


Informationsstand: 01.01.1989

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