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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Arbeitsplatz als Quelle von Angst

Die Ausprägung und Qualität von Job-Ängsten bei Patienten in der psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation



Autor/in:

Muschalla, Beate; Olbrich, Dieter; Linden, Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Psychosomatik und Konsiliarpsychiatrie, 2008, 2. Jahrgang (Nummer 2), Seite 84-91, Heidelberg: Steinkopff, ISSN: 1862-8818 (Print) 1862-8826 (Online)


Jahr:

2008



Abstract:


Hintergrund:

Anpassungsstörungen kommen häufig im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz vor. Eine besondere Rolle spielen arbeitsplatzbezogene Ängste, da jeder Arbeitsplatz angst-auslösende Aspekte hat. Beispiele sind Möglichkeiten des Leistungsversagens, Unfälle, Bossing, Mobbing, Crowding, aggressive Kunden oder Bedrohung der Existenzsicherung.

Die Arbeitsplatzsituation kann Ängste auslösen, aber auch bestehende Angsterkrankungen können zu speziellen Problemen am Arbeitsplatz führen. In dieser Untersuchung wurden die Qualität und das Ausmaß von Job-Ängsten bei Patienten mit psychischen und orthopädischen Erkrankungen untersucht.

Methode:

Es wurden 90 unausgelesene Patienten einer psychosomatischer und 100 einer orthopädischen Rehabilitationsklinik mittels der Job-Angst-Skala (JAS) untersucht. Zusätzlich wurden arbeitsbezogene Merkmale mittels Selbstbericht erfasst.

Ergebnisse:

Psychosomatikpatienten erreichten signifikant höhere Skalenwerte als Orthopädiepatienten. Orthopädiepatienten erleben qualitativ vor allem funktionsbezogene Ängste, im Gegensatz zu Psychosomatikpatienten, die in den Dimensionen generelle Besorgnis, Panikerleben, Existenzängste und globale Arbeitsplatzangst hohe Ausprägungen berichten. In beiden Indikationsgruppen stand das Job-Angst-Niveau in Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeitsdauer.

Schlussfolgerungen:

Zwischen verschiedenen Indikationsgruppen von Rehabilitationspatienten gibt es Unterschiede im quantitativen und qualitativen Erleben arbeitsplatzbezogener Ängste. Dies deutet darauf hin, dass psychische Kran k heit zu vermehrten Job-Ängsten führt. Gleichzeitig stellen Job-Ängste auch bei vordergründig somatischen Störungen einen wichtiger Faktor zum Verständnis von Arbeitsunfähigkeit dar, was Konsequenzen für die Diagnostik und Behandlung bei diesen Patienten haben muss.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The workplace as a source of anxiety

Quality and levels of job anxieties in patients in psychosomatic and orthopaedic rehabilitation

Abstract:


Objective:

Adjustment disorders are often related to the work place. Of special importance in this regard are work related anxieties as every workplace has anxiety provoking features, e.g. failure, bossing by superiors, mobbing by colleagues, angry customers, or accidents. Work can cause anxiety. Similarly, anxiety disorders can cause special work problems. In this study we investigated the quality and quantity of job anxiety in patients with mental and somatic illnesses.

Method:

90 psychosomatic and 100 orthopaedic inpatients with mental and somatic disorders completed the Job Anxiety Scale. In addition patient characteristics and sick leave were assessed.

Results:

Psychosomatic patients showed s i gnificantly higher job anxiety scores than orthopaedic patients. In particular, orthopaedic patients show fears of functional impairment, whereas psychosomatic patients suffer more from anxieties in the dimensions of generalised worrying, panic, fears of existence and global job-anxiety. Job anxieties were significantly correlated with time of sick lea ve in both groups.

Conclusion:

There are differences in quality and quantity of job anxiety in the different clinical groups. The data suggest that mental disorders cause job anxiety. At the same time, job anxiety is also an important factor in pa tients with somatic morbidity in order to understand sick leave. This should have consequences for the diagnosis and treatment of these patients.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Psychosomatik und Konsiliarpsychiatrie
Homepage: https://link.springer.com/journal/11800

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3578


Informationsstand: 19.08.2009

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