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Bibliographische Angaben zur Publikation

Fallgruppen in der stationären psychosomatischen Rehabilitation


Autor/in:

Andreas, Sylke; Dietsche, Stefan [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2008, 21. Jahrgang (Heft 80), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2008



Abstract:


Hintergrund:

Für die medizinische Rehabilitation wurden Systeme zur Fallgruppierung vorgestellt (Müller-Fahrnow, 2008; Neubauer & Mayer, 2000). In der aktuellen Diskussion geht es um die Frage eines möglichen Praxiseinsatzes (Haaf & Hansmeier, 2008).

Die Zielsetzung des hier vorgestellten Projektes lag in der Entwicklung und Überprüfung eines Fallgruppensystems für die stationäre psychosomatische Rehabilitation. Zur Bildung von Fallgruppen wurde die klinikinterne Behandlungsdokumentation (BEDOK) von fünf psychosomatischen Kliniken (N=7967) retrospektiv analysiert.

Für die Fallgruppierung wurden die Hauptdiagnose und der Schweregrad der Erkrankung herangezogen. Die Gruppen waren zudem so konzipiert, dass sie sich hinsichtlich der Behandlungsdauer unterscheiden. Fragestellung: Das Fallgruppenmodell wird auf die Homogenität der Gruppen und die Effektivität der Behandlung innerhalb der Verweildauerkorridore evaluiert.

Methodik:

Bei der Evaluationsstudie handelt es sich um ein Design mit zwei Messzeitpunkten (Aufnahme, Entlassung). Die Hypothesentestung erfolgte über varianzanalytische Modelle mit und ohne Messwi ederholung sowie c2-Tests.

Ergebnisse:

In der Untersuchungsstichprobe haben sich alle Patienten in relevanten Outcome-Parametern, wie zum Beispiel der psychopathologischen Gesamtbelastung, signifikant zum Entlassungszeitpunkt verbessert. Patienten der ressourcenintensivsten Fallgruppe (ausgeprägter Schweregrad) sind eher jünger, leben ohne Partner und weisen die höchsten Effektstärken auf.

Patienten mit mittlerem Schweregrad leiden häufiger an einer affektiven Störung und verbessern sich insbesondere bezüglich der Depressivität und Angstsymptomatik. Patienten der Gruppe mit gering ausgeprägter klinischer Symptomatik haben sich in den klinischen Parametern der Ergebnisqualität (wie im GSI der SCL-90-R) nur in geringem Ausmaß verändert.

Die Patienten der drei Fallgruppen unterscheiden sich erwartungsgemäß signifikant bezüglich des zuvor festgelegten Verweildauerkorridors.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse zeigen, dass es sich bei dem vorgeschlagenen Modell um ein praktikables Fallgruppensystem handelt, welches hinsichtlich relevanter klinischer Merkmale differenziert (Hauptdiagnose, Outcome).

Die Kombination der Merkmale 'Schweregrad' und 'Diagnose' führt zu einer anwendungsorientierten und praktikablen Fallgruppierung für die psychosomatische Rehabilitation. Die gebildeten Fallgruppen verhalten sich im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung kostenneutral, das heißt die durchschnittliche Behandlungsdauer der in die Studie eingeschlossenen Patienten liegt innerhalb des üblichen Korridors.

Die Kostenneutralität wurde dadurch hergestellt, dass die Ressourcen von der Gruppe der Patienten mit gering ausgeprägtem Schweregrad zu der Gruppe mit ausgeprägten Schweregrad umverteilt wurden.

In weiteren Schritten werden die Fallgruppen bezüglich ihres Ressourcenverbrauchs (KTL) überprüft.

Schlüsselwörter: Fallgruppen, psychosomatische Rehabilitation, Ressourcenverbrauch, Reha-Ökonomie, Verweildauerkorridor, Outcome, Behandlungsdauer


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3470


Informationsstand: 02.09.2009

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